Rentenfonds
Als Rentenfonds werden Investmentfonds bezeichnet, die das Geld der
Anleger in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) investieren. Die Aufgabe des
Fondsmanagements besteht generell darin, für das Gesamtportfolio das richtige
Chance/Risiko - Verhältnis zu bilden.
Mit den besten Rentenfonds konnten Sie in den letzten Jahren satte Wertzuwächse
erzielen. Ursache hierfür waren stetig fallende Zinsen, die zu stark steigenden
Notierungen der Anleihekurse führten.
Analog den Chancen auf Kursgewinne bei fallenden Zinsen stehen
Risiken aus Kursverlusten bei steigenden Zinsen gegenüber. Bei international operierenden
Rentenfonds kommen generelle Waehrungsrisiken dazu. Die Volatilitaet des US - Dollar mag
hierfür ein signifikantes Beispiel sein.
Im Prinzip weiß es jeder: In Zeiten hoher Zinsen legt man sein Geld langfristig
fest, um sich so möglichst lange die hohen Zinsen zu sichern. Konträr dazu sollte man
sich Niedrigstzinsen für Finanzierungskredite möglichst lange festschreiben lassen.
Aber auch hier gilt analog zum Aktienbereich: Den besten Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg
erwischt man kaum. Also gilt es, diesem Zeitpunkt möglichst nahe zu kommen.
Deutliche Warnung (Stand Dez. 1998; Wiederholung:
Situation im Jahr 2002) vor einem Trugschluss:
Glauben Sie nicht, dass Sie in Zeiten steigender Zinsen mit Rentenpapieren auch nur
annähernd die Ergebnisse der letzten Jahre erzielen Können. Im Gegenteil: Langsam drohen
wieder Kursverluste durch steigende Zinsen.
Meine Empfehlung: Weichen Sie in solchen
Situationen z. B. auf offene Immobilienfonds aus !
Wie die Vergangenheit immer wieder bewiesen hat, kann das Verhalten der
Deutschen Bundesbank (und künftig der Europäischen Zentralbank) als verläßlicher
Indikator für Zinsveränderungen gewertet werden. Ändert die Notenbank ihren Kurs, indem
sie z.B. nach längeren Zinssenkungsphasen erstmals die Zinsen leicht anhebt, können Sie
relativ sicher von einer Zinswende ausgehen. Umgekehrt gilt dieses Beispiel natürlich
genauso.
Hintergrund: Die Notenbanken agieren recht vorsichtig, zumeist in kleinen, sog.
"Trippelschritten", auf sich ändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Also: Bei der ersten Zinsanhebung raus aus langlaufenden Anleihen, dagegen bei
der ersten Zinssenkung langlaufende Anleihen kaufen.
Bei einem allgemeinen Rentenfonds mit gut strukturiertem Portfolio erledigt diese
Umschichtungen der Fondsmanager für Sie.
Anmerkung: Vielleicht wird Ihnen an dieser Stelle auch klar, warum
Investmentfonds jährliche Verwaltungsgebühren für die Bezahlung der Fondsmanager
erheben ...
Grundklassifizierung von Rentenfonds
Eine Grundklassifizierung kann in folgende Gattungen unterteilen:
 | Kurzläufer
Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten reagieren relativ
gering auf Veränderungen der Marktzinsen. Dies ist aus Sicht der Anleger, die ihr Geld
vielleicht nur 1 bis 2 Jahre anlegen wollen, auch wünschenswert.
|
 | Mittelläufer
Hier dominieren Rentenpapiere mit mittleren
Restlaufzeiten, z.B. 3 - 5 Jahre, das Fondsportfolio.
Chancen auf höhere Zinsen und Kursgewinne stehen mehr Risiken durch steigende
Marktzinsen, die zu Kursverlusten der Anleihen führen, gegenüber.
|
 | Langläufer
Der Fonds setzt auf das in der Regel höhere
Zinsniveau langlaufende Rentenpapiere. Die Chancen auf höhere Zinsen gehen einher mit
nicht zu unterschätzenden Kursrisiken der Anleihen. Demzufolge sind diese Fonds eben auch
nur für Anleger geeignet, die einen langfristigen Anlagehorizont haben. |