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Invesco:
Parallelen zu 2009 an den europäischen Aktienmärkten
28.3.12 |
| | In ihrer
im März 2012 veröffentlichten Monthly Summary analysieren die europäischen
Aktienexperten von Invesco Perpetual in Henley, Großbritannien, die
aktuellen Treiber der Marktrichtung an den europäischen Aktienmärkten.
Anhand eines Vergleichs der Rally von Anfang 2009 mit der jüngsten
Markterholung untersuchen sie, ob die Entwicklung der Märkte nach Abklingen
der ersten Euphorie Anfang 2009 Rückschlüsse über den Ausblick für 2012
zulässt.
Wie schon Anfang 2009 haben Finanzwerte und andere zyklische Sektoren
während der jüngsten Rally risikoärmere Sektoren wie Telekommunikation,
Gesundheit und Basiskonsumgüter hinter sich gelassen. Damit erinnert die
durch die LTRO-Liquiditätsspritze der EZB Ende 2011 ausgelöste "Survivors'
Party" ("Party der Überlebenden") an die "Dash to Trash Rally" ("Jagd nach
Ramschpapieren") von Anfang 2009, meinen die Investmentexperten von Invesco
Perpetual. Ausgelöst wurde auch letztere durch
geldpolitische Maßnahmen, mit denen die US Federal Reserve die Sorgen über
die Überlebensfähigkeit des Finanzsystems zumindest temporär zerstreuen
konnte. Nachdem zunächst die „Überlebenden der Krise“ im Visier standen,
erholten sich die Märkte im weiteren Jahresverlauf 2009 auf breiter Front.
Mit einer ähnlichen Entwicklung rechnen die Investmentexperten von Invesco
Perpetual auch 2012.
Damals wie heute hatten die politischen Entscheider mit einigen
Herausforderungen zu kämpfen. Aktuell gehören dazu die hohe Arbeitslosigkeit
unter Jugendlichen und die Sparpakete der Regierungen. „Auch wenn wir in
dieser Krise bereits viel Wegstrecke zurückgelegt haben und ein systemischer
Kollaps etwas unwahrscheinlicher geworden ist, bleibt das Umfeld schwierig“,
sagt Luke Stellini, European Product Director bei Invesco Perpetual. „Um
nachhaltige, über das aktuell bereits erreichte Bewertungsniveau
hinausgehende Kursgewinne zu erzielen, müssen einzelne Unternehmen und
Sektoren, die zu den Überlebenden der jüngsten Krise zählen, Beweise für
fundamentale Verbesserungen vorlegen können."
Im Zuge der Rückbesinnung auf die Bewertungskennzahlen rechnen die
Investmentexperten von Invesco Perpetual mit einem Favoritenwechsel, von dem
attraktiv bewertete Unternehmen in verschiedenen Sektoren profitieren
dürften. Für besonders vielversprechend halten sie Aktien mit soliden und
steigenden Dividenden.
Ihrer Analyse zufolge könnten zwei Variablen zu einer Verschiebung
des Wirtschaftsausblicks führen: die mittelfristigen Auswirkungen des
rekordhohen Ölpreises auf der negativen Seite und mögliche Impulse vom
Konsum in den Euro-Kernstaaten, wo die deutschen Industriearbeiter gerade
hohe Lohnerhöhungen vereinbaren, auf der positiven Seite. | |
Bantleon: "Totgesagte Anleihen leben länger"
28.3.12 |
| | Totgesagte
leben länger! Diese Binsenweisheit beschreibt nach Meinung von Harald
Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement des Hannoveraner
Anleihemanagers Bantleon, in idealtypischer Manier das Handelsgeschehen bei
Anleihen in der vergangenen Woche: kaum schienen sich die Investoren
endgültig von Anleihen abgewendet zu haben – was dort in der Vorwoche einen
enormen Renditeanstieg verursacht hatte – verließ sie schon wieder der Mut
und sie kehrten reumütig zurück. Deutschen Bundesanleihen bescherte dies ein
wahres Kursfeuerwerk, der Ausbruch aus der seit Herbst 2011 bestehenden
Seitwärtsrange war damit hinfällig. Die Gründe dafür liegen nach Meinung
Preißlers in einer lang anhaltenden Aktienrallye und überzogenen
wirtschaftlichen Erwartungshalten.
Ende der Aktienrallye
Der plötzliche Sinneswandel sei auf zwei eng miteinander verknüpfte Faktoren
zurückzuführen, so Preißler. Zum einen hat die mittlerweile drei Monate
dauernde Rallye der Aktienmärkte die meisten Indizes in extrem überkauftes
Terrain befördert. So notierte der Eurostoxx50 zeitweise 36 Prozent über
seinem zyklischen Tiefststand vom Herbst 2011, beim DAX waren es sogar 45
Prozent! Bei diesem Tempo nütze irgendwann auch das beste Liquiditätsdoping
der Notenbanken nichts mehr. Die Kräfte schwinden, schmerzhafte Rückschläge
sind die logische Folge.
Unrealistische Erwartungshaltungen
Zum anderen spielte aber auch die überzogene Erwartungshaltung im Hinblick
auf die konjunkturellen Auftriebskräfte eine wichtige Rolle. Seit Anfang
2012 wurden die Investoren immer wieder aufs Neue mit positiven Nachrichten
verwöhnt: Die Stimmungsindikatoren schnellten teilweise in Rekordtempo in
die Höhe – und das trotz deutlich steigender Steuer- und Abgabenlasten sowie
einer schwächeren Nachfrage der öffentlichen Hand. Von Krisenstimmung war
nach den großvolumigen Drei-Jahres-Tendern der EZB nichts mehr zu spüren.
Umso größer war das Entsetzen, als die Serie immer besserer Daten abriss.
Den Anfang machte der chinesische Einkaufsmanagerindex, der den erhofften
Sprung über die 50-Punkte-Marke nicht schaffte und stattdessen von 49,6 auf
48,1 abrutschte. Ähnlich erging es den europäischen Pendants, auch dort
wurden die jüngsten Umfragen von Enttäuschungen dominiert. Die Auftragslage
verschlechtert sich, die Produktionspläne wurden erneut gestutzt und die
Beschäftigung zurückgefahren – eine traurige Bilanz für den Monat März.
Besonders schlecht fielen die Ergebnisse der Hoffnungsträger Deutschland und
Frankreich aus.
Preißler erinnert daher daran, dass sich die Märkte immer noch in
einem sehr anfälligen wirtschaftlichen Umfeld befinden: „Deswegen sollte man
aber nicht gleich alles in Frage stellen – meines Erachtens gibt es am
übergeordneten konjunkturellen Trend keine Zweifel. Die Perspektiven dürften
sich unseren weit vorausblickenden Frühindikatoren zufolge bis Ende 2012
schrittweise verbessern. Das gilt für die Weltwirtschaft insgesamt, mit den
USA und China an der Spitze, genauso wie für das internationale
Wachstumsschlusslicht Eurozone“, so Preißler. „Die Kraft für diesen
Aufschwung spendet die Geldpolitik, die nahezu überall auf einen expansiven
Kurs eingeschwenkt ist. Die Nachrichtenlage sollte ab dem 2. Quartal wieder
von positiven Konjunkturüberraschungen geprägt sein. Einzig die Hoffnung auf
einen dynamischen Aufschwung darf getrost über Bord geworfen werden“.
Fazit: Licht am Ende des Tunnels für Eurozone
Das Fazit des Anleihenexperten lautet daher: die Eurozone befindet sich
immer noch in rauem gesamtwirtschaftlichem Fahrwasser, hat aber das Ende der
Rezession vor Augen. Gleichwohl dürfte der folgende Aufstieg holprig
verlaufen und öfter von Rückschlägen unterbrochen werden. Dessen ungeachtet
treiben die hohe Überschussliquidität und die niedrigen Zinsen der sicheren
Häfen die Investoren in risikobehaftete Assets, die sich im weiteren
Jahresverlauf deutlich besser entwickeln dürften als das realwirtschaftliche
Umfeld. | |
KBC: "Hartwährungsanleihen sind die sicherste
Strategie" 24.3.12 |
| | Die
öffentliche Haushaltslage in den Industriestaaten hat sich in den
vergangenen drei Krisenjahren massiv verschlechtert. Schwellenmärkte zeigen
dagegen immer solidere Fundamentaldaten, was dazu führt, dass sich die
Credit Spreads weltweit annähern. Von dieser Entwicklung soll
auch der Fonds KBC Bonds Emerging Markets (LU0082283614) profitieren.
Der von Morningstar kürzlich als "Best Global Emerging Markets Bonds Fund"
prämierte Anleihefonds legt den Fokus auf die aufstrebenden Märkte Europas
und Lateinamerikas und investiert dabei nahe der Benchmark. Im laufenden
Jahr erzielte der Fonds eine absolute Performance von 6,28 Prozent, das
Fondsvolumen beläuft sich per 16. März auf 684 Millionen US-Dollar (519
Millionen Euro).
Risikoadjustierte Rendite mit USD-Anleihen
Der KBC Bonds Emerging Markets wurde 1997 aufgelegt und ist ein Teilfonds
der belgischen Investmentgesellschaft KBC Bonds. Er wird aktiv von Lazlo
Belgrado und Bob Maes gemanagt und investiert in Anleihen der Emerging
Markets, die fast ausschließlich in US-Dollar notiert sind. Zwar liegt die
Verzinsung lokaler Anleihen im Schnitt über der von vergleichbaren
Hartwährungsanleihen, jedoch steht das Risikobewusstsein bei den beiden
Fondsmanagern im Vordergrund. "Eine Hartwährung ist am sichersten", sagt
etwa Maes in einem Interview mit FONDS professionell ONLINE. Auch die
Kreditrisiken unterliegen einer strengen Beurteilung. Das Mindestrating ist
"B-", wobei höchstens ein Viertel des Portfoliovolumens in hochspekulative
Anleihen ("B") investiert sein darf. Der Anteil an Unternehmensanleihen darf
15 Prozent des Fondsvolumens nicht überschreiten.
Corporates kaum besser geratet als der Staat
Den oftmals kolportierten Paradigmenwechsel im Anleihesegment – "Corporates
sind die neuen Staatsanleihen" – sieht Maes in den Schwellenmärkten
jedenfalls nicht. „Hier hängt das Rating der Unternehmen immer noch stark
vom Rating des Staates ab“, so Maes. Als Referenzindex dient der "JP Morgan
EMBI+ Composite – Total Return Index", der maximale Tracking Error (Maß für
die Abweichung der Wertentwicklung eines Investmentfonds) ist 2,5 Prozent.
"Für unsere Kunden wollen wir regelmäßig eine Outperformance erzielen",
formuliert Maes die Zielvorgabe des Fonds. Über die letzten sieben Jahre hat
der KBC Bonds Emerging Markets die Benchmark geschlagen und konnte dabei
größere Abweichungen vermeiden.
Aktives Fondsmanagement via Durationssteuerung
Die Kontraktion der Credit Spreads stellt für den KBC Bonds Emerging Markets
den zugrundeliegenden Performancetreiber dar. Aber auch die aktive Steuerung
der Spread-Duration – Kennziffer, die den Einfluss einer Änderung der
Renditeaufschläge (Credit Spreads) auf den Anleihewert misst – spielt eine
bedeutende Rolle im Fonds, sie erfolgt über Futures auf US-Anleihen. Maes
rechnet damit, dass die Risikoprämien für Schwellenländeranleihen in Zukunft
weiter zurückgehen werden. So wurde die Spread-Duration im Januar von 100
auf etwa 108 Prozent angehoben und insbesondere das Engagement in Mittel-
und Osteuropa verstärkt.
Mexiko, Türkei und Russland sind die Hauptakteure
Insgesamt dürfte der Ausblick für die Schwellenmärkte trotz vorhandener
Risikofaktoren "konstruktiv" bleiben, so Maes. Viele Schwellenländer
profitieren vom steigenden Rohölpreis, gleichzeitig sind die Renditen von
US-Staatsanleihen weiter niedrig. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen
zwischen dem Westen und dem Iran haben den Fondsmanager jedoch dazu bewogen,
dass der Anteil der Anleihen aus dem Nahen Osten zu Beginn des Jahres
verringert wurde – wenngleich ihre Kreditwürdigkeit hoch sei. "Wir
bevorzugen eine fundamentale und risikobezogene Asset Allokation", so Maes.
Die stärksten Positionen im Portfolio sind Anleihen aus Mexiko, Venezuela,
Philippinen, Russland und der Türkei. | |
Swisscanto:
"Energiewerte als Kraftstoff fürs Depot" 23.3.12 |
| | Eine der
sichersten Zukunftsprognosen lautet: Die Welt braucht immer mehr Energie.
Schätzungen zufolge wird der weltweite Energiebedarf aufgrund des
Bevölkerungswachstums und der Verdoppelung des globalen Bruttosozialprodukts
im Jahr 2040 etwa 30 Prozent höher sein als im vergangenen Jahr. Dabei
bleibt der Bedarf in den USA und anderen Industriestaaten relativ konstant.
Der Anstieg wird getrieben von der Energienachfrage Chinas und anderen
Ländern, die nicht zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) gehören. Daniel Würmli, Manager des Energiefonds des
Schweizer Fondsmanagers Swisscanto, erläutert im folgenden aktuellen
Beitrag, warum er große Chancen bei Investments in Unternehmen sieht, die im
Bereich Energieförderung tätig sind.
"In diesen Schwellenländern ist bis 2040 mit einem Anstieg von fast
60 Prozent zu rechnen. Um den Nachfrageschub zu meistern, kommt den
Bereichen Energieförderung und Energieeffizienz eine unvermindert stark
wachsende Bedeutung zu. Für Anleger bedeutet das: sie profitieren von den zu
erwartenden Gewinnen entsprechender Unternehmen. Zudem können sie mit einer
Investition im Anlagesegment Energie an weiter steigenden Energiepreisen
partizipieren und gleichzeitig ein Gegengewicht bezüglich der eigenen
dauerhaft hohen Ausgaben für den Energieverbrauch setzen",
erläutert Würmli.
Fossile Energieträger sind noch dominant
Weniger kohlenstoffintensive Kraftstoffe, insbesondere Erdgas, gewinnen
derzeit Marktanteile, während die Kohlenutzung ihren Höhepunkt erreichen und
erstmals in der modernen Geschichte zurückgehen wird. Erdgas aus Schiefer
und anderen unkonventionellen Gesteinsformationen wird bis 2040 etwa 30
Prozent der globalen Gasproduktion ausmachen. Ohne die prognostizierten
Effizienzsteigerungen wäre das Bedarfswachstum etwa viermal höher.
Das Unternehmen BP kommt im eigenen Energieausblick zum Schluss, dass
die erneuerbaren Energien Sonne, Wind und Biomasse bis zum Jahr 2030
zusammen schätzungsweise erst sieben Prozent zum Gesamtenergieverbrauch
beisteuern werden. Die drei fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle werden
aber mit ungefähr je 27 Prozent am globalen Energieverbrauch teilhaben. Denn
gerade Entwicklungs- und Schwellenländer, die momentan ein großes
Wirtschaftswachstum und somit auch eine kräftige Zunahme des
Energieverbrauchs erleben, setzen nach wie vor sehr stark auf herkömmliche
Energieträger - gleichwohl sie den Ausbau der erneuerbaren Energien im Auge
haben. "Auch wenn man bei diesem Energieausblick die Eigeninteressen des
zitierten Unternehmens berücksichtigt, ist generell zu konstatieren, dass
fossile Energieträger dominant bleiben und selbst bei einer nachhaltigen
Energiewende der Energiemix die nächsten zwei, drei Jahrzehnte von Öl, Gas
und Kohle dominiert wird", so Würmli.
USA mit Renaissance im Energiemarkt
Das zeigt auch die unverminderte Suche und Förderung von Öl- und
Gasreserven. Beispiel USA: noch vor wenigen Jahren war sich die Branche
einig, dass sich deren Reserven bald dem Ende neigen. Inzwischen hat sich
diese Ausgangslage aber fundamental verändert. Die USA verfügen an Land noch
über große, unangetastete Öl- und Gasfelder. Diese Entwicklung ist dem
technischen Fortschritt zu verdanken. Heute ist es möglich, nicht mehr nur
senkrecht, sondern auch horizontal Kanäle in die Erdkruste zu bohren. Tief
unten verbergen sich dort riesige Schichten von Schiefergestein (shale), das
in Millionen von kleinen Poren Öl und Gas umschließt. Dank des Einsatzes
dieser Techniken konnten die US-Gasreserven um 35 Prozent erhöht werden. Die
USA ist nun hinter Russland der zweitgrößte Gasproduzent und von Importen
unabhängig. Fondsmanager Würmli fasst zusammen: "Neue
rentable Fördermethoden fossiler Energieträger, stabile beziehungsweise
steigende Preise aufgrund des kräftigen Wachstums des Energieverbrauchs und
die immensen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung lassen das Anlagesegment
Energie zum Treibstoff für das Depot werden. Denn aufgrund dieser
Entwicklungen weisen zahlreiche Unternehmen volle Auftragsbücher auf und
ermöglichen den Investoren, an positiven Geschäftsmodellen teilzuhaben." |
|
HSBC: Asiatische Anlageregion bietet günstige
Einstiegschancen 22.3.12 |
| | Die
Konjunktur in Asien schwächt sich zwar weiter ab, allerdings nicht so
deutlich, wie es viele Investoren befürchtet hatten, meint Francis Chung,
Produktspezialist Asien / Aktien Asien-Pazifik bei HSBC Global Asset
Management. Richtig sei, dass die Exportnachfrage abgenommen hat. Auf der
anderen Seite stütze allerdings die relativ robuste Binnennachfrage in der
Region die Unternehmensgewinne. "Die meisten Staaten wollen zudem mit
Konjunkturprogrammen gegensteuern, sollte dies nötig sein. Aufgrund ihrer
moderaten Staatsverschuldung könnten sie den Worten tatsächlich auch Taten
folgen lassen", führt Chung ein weiteres Pro-Argument für die Region an.
Bewertungsabschlag bei asiatischen Märkten
In einem aktuellen Marktausblick, nimmt der HSBC-Experte die wichtigsten
asiatischen Märkte China, Hongkong, Indien, Südkorea und Thailand ins
Visier. Er kommt zu dem Schluss, dass die Stimmung unter den Investoren
weiterhin gut ist, obwohl die Eurozone und ein möglicher Ölpreisschock
seitens des Iran kurzfristige Risiken darstellen. Der starke Start der
Aktienmärkte ins Jahr 2012 hat laut Chung zur Folge, dass die Bewertungen
nicht mehr so extrem niedrig sind wie Ende 2011. Allerdings notiert der MSCI
Asia ex Japan Index weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt, sowohl
hinsichtlich des Kurs-Buchwert- sowie des Kurs-Gewinn-Verhältnisses.
Entscheidend ist Chung zufolge aber, dass Asien im Verhältnis zu den Märkten
in den Industriestaaten weiterhin mit einem Bewertungsabschlag gehandelt
wird, obwohl die Region hinsichtlich der fundamentalen Wirtschaftsdaten und
der Wachstumsaussichten besser dasteht.
Festhalten an prozyklischer Einstellung
In eigener Sache bleiben Chung und seine Kollegen von HSBC im Rahmen ihrer
Strategie bei ihrer prozyklischen Einstellung und halten Grundstoff-,
Energie- und Nichtbasis-Konsumtitel übergewichtet. Dieses Vorgehen habe sich
im bisherigen Jahresverlauf im Portfolio ausgezahlt. Bei
Telekommunikationswerten und Basiskonsumtiteln sind die HSBC-Experten
hingegen deutlich untergewichtet.
Auf Länderebene sind sie bei China übergewichtet: "Der Aktienmarkt
bleibt trotz seiner starken Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf
attraktiv. Zudem favorisieren wir Südkorea und Thailand und sind in Taiwan
und Singapur untergewichtet", bemerkt dazu Chung. |
|
Pictet AM: Neue Investment-App fürs iPad
22.3.12 |
| | Pictet
Asset Management (PAM), die Einheit für institutionelle Vermögensverwaltung
der Schweizer Privatbank Pictet & Cie, stellte heute ihre neue kostenlose
Investmentfonds-Application für das iPad vor. Die neue App, mit der
detaillierte Informationen zu Pictets Investmentfonds abgerufen werden
können, ist in sechs Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch,
Italienisch, Spanisch, Niederländisch und Mandarin. Benutzer können die
PAM-App ab heute, den 21. März 2012, kostenlos aus dem App-Store
herunterladen.
Die App bietet Zugang zu einer benutzerfreundlichen Plattform, auf
der man sich schnell und übersichtlich über die Pictet-Fondspalette
informieren kann, wie Pictet in eigener Sache anmerkt. Auf den Inhalt kann
auch offline zugegriffen werden. Die Benutzer können Daten wie Preise,
Wertentwicklungen und Aussagen zu Risiken der Fonds abrufen.
Portfoliozusammensetzungen im Zeitablauf werden zudem grafisch dargestellt.
Wesentliche Informationen je Fonds werden auf einer Seite übersichtlich
präsentiert.
Der Inhalt der App kann von den Kunden auf die persönlichen Ziele
angepasst werden. Eine Suchmaske hilft dabei, Fonds zu finden, die
spezifischen Anlagekriterien entsprechen. Unter "Meine Fonds" können die
Benutzer eine Gruppe mit jenen Fonds erstellen, deren Entwicklung sie
beobachten wollen. Zudem bietet die PAM-App Zugriff auf Informationen zu
aktuellen Trends, Fonds-Updates sowie kurze Videobeiträge.
"Die Lancierung dieser interaktiven App baut auf unserem bereits
existierenden digitalen Angebot auf und sichert Pictet eine Stellung am Puls
der Entwicklung der Kommunikationstechnologie, von der unsere Kunden
profitieren", so Laurent Ramsey, CEO von Pictet Asset Management. |
|
Riester-Rente für Geringverdiener soll nicht
geschmälert werden 22.3.12 |
| | Die
Riester-Rente soll sich auch in der Zukunft für Geringverdiener lohnen,
darum will Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der für 2013 geplanten
Zuschussrente auf die Anrechnung von Riester-Beiträgen verzichten. Das
meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Informationen aus
dem Arbeitsministerium.
Diese Woche wird von der Leyen den Gesetzentwurf für die
Zuschussrente zur Beratung und Abstimmung an andere Ministerien weitergeben.
Mit dieser Rente sollen Geringverdiener aus Steuergeldern vor der
Altersarmut geschützt werden, indem niedrige Renten auf monatlich 850 Euro
aufgestockt werden. Voraussetzungen für die Zahlung der Zuschussrente sind
neben einer 45-jährigen Mitgliedschaft in der gesetzlichen
Rentenversicherung aber eine private Zusatzvorsorge über einen
Riester-Vertrag oder eine Betriebsrente. Anders als
im vorigen Jahr noch geplant, sollen Einkünfte aus einer privaten
Altersvorsorge, etwa in Form einer Riester-Rente, von der Zuschussrente
nicht abgezogen, sondern zusätzlich gezahlt werden. Für Ältere, die nur
Grundsicherung beziehen und die Voraussetzungen für die Zuschussrente nicht
erfüllen, soll es aber beim Abzug der Riester-Rente bleiben.
Darüber hinaus will von der Leyen Selbstständige dazu verpflichten,
monatlich 350 bis 400 Euro zwangsweise zur Altersvorsorge und zur
Absicherung einer Erwerbsminderung zurücklegen, wie aus den Reuters
vorliegenden Informationen hervorgeht. Die "Verpflichtung zur
Altersvorsorge" soll verhindern, dass verarmte Selbstständige im Alter das
Gemeinwesen "durch die Inanspruchnahme von steuerfinanzierten
Grundsicherungsleistungen" belasten. |
|
Lipper: "40 Prozent der aktiven Fonds schlagen
Benchmark" 20.3.12 |
| | Ein neuer
Research Report von Lipper mit dem Titel "Beating the Benchmark" untersucht,
wie erfolgreich aktive Fonds in Europa beim Schlagen der Benchmark waren.
Dabei stehen Daten über die letzten 20 Jahren zur Verfügung. Aus dem Report
geht hervor, dass 40 Prozent der Aktienfonds dabei ihre Benchmark schlagen.
Diese Zahl betrifft nicht nur den letzten Drei-Jahres-Zeitraum, sondern gilt
näherungsweise auch für rollierende Ein-, Drei- und Zehn-Jahres-Zeiträume
innerhalb der letzten 20 Jahre.
Im Jahresvergleich variiert dieser Anteil der erfolgreichen aktiven
Fonds allerdings und bewegt sich in einem Spektrum zwischen 30 und 60
Prozent. Der Prozentsatz der Gewinner variiert auch bei Fonds, die in
verschiedene Regionen investieren und kann bei Betrachtung verschiedener
Zeitfenster zwischen 20 und mehr als 50 Prozent ausmachen. Betrachtet man
die relative Performance aktiv verwalteter Fonds im Vergleich zu ihrer
Benchmark über ein, drei und zehn Jahre zum Stichtag 31. Dezember 2011,
betrug der Anteil der Outperformer unter den Fonds 2011 insgesamt 26,7
Prozent, über drei Jahre 40 Prozent und über zehn Jahre 34,9 Prozent.
Rentenfonds outperformen kurzfristig stärker
Aktiv gemanagte Rentenfonds taten sich über drei Jahre
leichter als Aktienfonds, ihre Benchmark zu schlagen, der Anteil der
Gewinner lag bei 45,4 Prozent. Im Zehnjahresvergleich taten sich die Bond
Funds allerdings schwerer, nur cirka jeder sechste (exakt 16,2 Prozent)
schlug das Vergleichsbarometer. Im Jahr 2011 war das Ergebnis wieder ähnlich
jenem der Aktienfonds, nämlich 23,7 Prozent der Rentenfonds hatten das
bessere Ende für sich.
Berücksichtigt man den Survivorship Bias und analysiert dann
rollierende Ein-, Drei- und Zehn-Jahresresultate seit 1992, liegt der Anteil
der outperformenden Fonds im Einjahresbereich zwischen 59,1 und 26,7
Prozent, der Durchschnitt liegt bei 42,8 Prozent.
Der Autor des Reports, Ed Moisson, Head of UK & Cross-border Research
des Analysehauses Lipper, meinte dazu, dass diese Resultate zwar sicherlich
nicht zum Ende der Debatte "passiv versus aktiv" beitragen würden, aber
einen nützlichen Beitrag lieferten um zu verstehen, wie erfolgreich aktive
Fondsmanager doch im Erfüllen ihrer Ziele bis dato gewesen seien. Dadurch
könne die noch lange nicht abgeschlossene Diskussion wertvolle Impulse
erhalten. |
|
Schweiz: Nationalbank hält am Mindestkurs zum Euro
fest 19.3.12 |
| | Die
Schweizerische Nationalbank wird den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro
weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist bereit, dazu
unbeschränkt Devisen zu kaufen. Auch beim heutigen
Kurs bleibt der Franken hoch bewertet und stellt die Wirtschaft weiterhin
vor große Herausforderungen. Gleichzeitig zeigt der Mindestkurs Wirkung. Er
hat die Wechselkursvolatilität verringert und den Unternehmen
Planungssicherheit gegeben. Es gibt vermehrt Anzeichen, dass sich die
Wirtschaftslage in der Schweiz stabilisiert. Für das Jahr 2012 erwartet die
Nationalbank nun ein moderates Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent.
Auf absehbare Zeit gibt es, laut der Schweizerischen Nationalbank, in
der Schweiz keine Inflationsrisiken. Die Inflationsprognose der
Nationalbank, hat sich im Vergleich zum Dezember nochmals nach unten
verschoben. Kurzfristig wird die Inflation stärker negativ. Die Aufwertung
des Frankens vom vergangenen Sommer hat die Preisentwicklung deutlicher
gedämpft als erwartet. Längerfristig reduzieren die verschlechterten
Wachstumsaussichten für die Eurozone und der nach wie vor hoch bewertete
Franken die Teuerung. Die Prognose zeigt für 2012 eine Inflationsrate von
minus 0,6 Prozent. Für 2013 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0,3
Prozent und für 2014 von 0,6 Prozent. |
|
Fidelity: Europäische Aktien im
Vorteil 16.3.12 |
| | Griechischer Schuldenschnitt, Ratingherabstufungen, schlechte Bonität – das
sind derzeit die Begriffe, die am häufigsten fallen, wenn von Europa die
Rede ist. Anleger werden auch 2012 mit erheblichen gesamtwirtschaftlichen
Schwierigkeiten rechnen müssen, sagt Miguel Corte-Real, Head of European
Equity Product Management bei Fidelity. Auch ein Ausstieg Griechenlands sei
noch lange nicht vom Tisch. In seinem aktuellen Marktkommentar erläutert
Corte-Real, was europäische Aktien trotz allem derzeit attraktiv macht.
Unternehmen anders als Staaten
Der Aktienexperte rechnet 2012 mit einer rückläufigen europäischen
Gesamtwirtschaft. Nichtsdestotrotz gebe es viele europäische Unternehmen mit
guten Aussichten. Für Corte-Real hat das einen ganz simplen Grund. „Eine
Anlage in europäische Aktien ist nicht das Gleiche wie eine Anlage in
europäische Staaten. Unternehmen sind nicht auf ihren Heimatmarkt beschränkt
und auch nicht so hoch verschuldet wie viele Länder der Eurozone.“ Viele
europäische Unternehmen – außerhalb des Finanzsektors – konnten ihre
Gewinnen und Dividenden auch während der Schuldenkrise steigern und verfügen
mittlerweile über robuste Bilanzen mit stabilen Cashflows.
Dividenden und historische Tiefststände
Im Vergleich zu anderen Anlageregionen hebt Corte-Real vor allem auch die
äußerst aktionärsfreundliche Dividendenpolitik hervor. Der MSCI Europe Index
bietet momentan eine Dividendenrendite von über 4,3 Prozent. Unterdessen
liegen die Bewertungen von europäischen Aktien auf historischen Tiefständen
– mit erwarteten Kurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnissen auf einem
Niveau, das wir zuletzt nach dem Kollaps von Lehman Brothers erlebt haben.
„In ganz Europa kann man auf Einzeltitelbasis viele gute Anlagechancen
finden. Eine gründliche Analyse der Fundamentaldaten der Unternehmen ist
dabei weiterhin ausschlaggebend, um eine überdurchschnittliche
Wertentwicklung erzielen zu können“, so Corte-Real abschließend. |
| C-Quadrat: Allzeit-Hoch für C-Quadrat
APM Absolute Return 16.3.12 |
| | Am 14.
März 2012 hat der C-Quadrat APM Absolute Return Fonds mit einem Fondspreis
von 11,45 Euro (thesaurierende Tranche/ISIN AT0000729298) ein neues
Allzeit-Hoch erreicht. Damit gelang es dem weltweit anlegenden und breit
streuenden Vermögensverwaltungsfonds, die vor allem im Kalenderjahr 2011
erlittenen leichten Einbußen von 1,50 Prozent bereits in den ersten Wochen
des neuen Jahres wieder vollständig aufzuholen. Das risikoarme Produkt wird
von Absolute Portfolio Management (APM), Wien, durch Fondsmanager Günther
Kastner seit seiner Auflegung im November 2000 gemanagt. Anfang 2003 hat er
den Fonds auf ein Absolute Return Konzept umgestellt. Während in schlechten
Jahren wie 2008 oder 2011 die Begrenzung von Verlusten im Fokus des Fonds
stand, setzt der C-QUADRAT APM Absolute Return in guten Marktphasen auf
Performance-Optimierung. Von Morningstar wird der Fonds deshalb aktuell mit
vier von fünf Sternen bewertet.
"Herausforderungen der vergangenen Jahre erfolgreich
bewältigt"
"Mit einem gut diversifizierten Portfolio und einer flexiblen
Anlagestrategie ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, die
Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Der neue Höchststand zeigt,
dass wir in jedem Börsenumfeld konstante Erträge liefern können. Das
bedeutet für uns Absolute Return", meint Kastner (Bild). Und Thomas Rieß,
Gründer und Vorstand von C-Quadrat, ergänzt: "Gerade in den Krisenjahren
2008 und 2011 hat der Fonds gezeigt, dass er mit Erfolg Verluste vermeiden
kann. Dadurch konnte er zum Nutzen der Anleger jetzt bereits wieder ein
neues absolutes Hoch erreichen."
Gutteil des Vermögens in Anleihen oder Festgeld
Aufgrund seiner ansprechenden Rendite bei hoher Sicherheit wurde der
innovative Fonds mit zahlreichen Awards – wie zuletzt dem Visio Fund Award
2010 oder dem Österreichischen Fondspreis 2010 – ausgezeichnet. In den
letzten acht Jahren erwirtschaftete der Fonds eine Performance von 3,63
Prozent* p.a. Seit Anfang 2003 liegt der durchschnittliche Ertrag bei 3,86
Prozent* bei einer vergleichsweise niedrigen Volatilität von 3,26 Prozent*.
Ziel des Fonds ist ein kontinuierlicher Vermögenszuwachs bei größtmöglicher
Sicherheit durch optimale Streuung. Hierzu legt der C-Quadrat APM Absolute
Return einen Gutteil des Vermögens in Anleihen oder Festgeld an und steuert
vor allem die Aktienquote aktiv, die maximal 70 Prozent des Fondsvermögens
betragen kann. Der Fonds kann auch – über Wertpapiere/Fondsanteile/Derivate
– in alternative Investments wie Absolute Return-Strategien, Immobilien,
Rohstoffe und Währungen investieren. Seine flexible Ausrichtung gibt ihm die
Freiheit, auch einmal antizyklisch anzulegen oder von langfristigen Trends
in jeder Anlageklasse zu profitieren. In Österreich eignet sich der Fonds
für den Gewinnfreibetrag (GFB). Für deutsche Anleger und KESt-befreite
Anleger in Österreich gibt es zudem eine vollthesaurierende Tranche (ISIN
AT0000497698.) |
| BlackRock: "Lateinamerika kann die globalen
Märkte übertreffen" 16.3.12 |
| | Verstärkt
durch die Schuldenkrise rücken die Schwellenländer immer mehr in den Fokus
von Anlegern. Nach China und anderen asiatischen Volkswirtschaften ist dies
vor allem Lateinamerika, wo viele Regierungen offensichtlich ihre
Hausaufgaben in der Geldpolitik gemacht zu haben scheinen und nun
einstellige Inflationsraten vorweisen können. Diese wiederum stärken die
Kaufkraft der Bevölkerungen und erhöhen den Binnenkonsum. Daher sollten
Anleger Lateinamerika aus Sicht von Will Landers, Manager des BGF Latin
American Fund und des BSF Latin American Opportunities Fund bei BlackRock,
nicht mehr nur auf die Rolle eines Rohstoffproduzenten reduzieren. Wie er in
einem aktuellen Marktkommentar schreibt, bieten auch die Binnenmärkte
attraktive Investmentchancen:
„Die Hyperinflation gehört der Vergangenheit an. In den 1980er und
1990er Jahren war Brasilien das Paradebeispiel für eine Hyperinflation: 1989
betrug die Inflationsrate auf Monatsbasis kurzzeitig über 80 Prozent. Der
Plano Real, den der damalige Finanzminister Fernando Henrique Cardoso im
Juli 1994 einführte, markierte das Ende der Hyperinflation und basiert auf
drei Säulen: Inflationssteuerung, die einzige Aufgabe der brasilianischen
Zentralbank, eine freie Handelswährung und letztlich die Erzielung eines
Primärüberschusses zur Reduzierung der Staatsschulden. All das hat dazu
geführt, dass die Geldpolitik der brasilianischen Zentralbank die jährliche
Inflationsrate des Landes bis auf die Kommastellen steuert. Andere
attraktive Volkswirtschaften der Region wie Mexiko, Chile, Kolumbien und
Peru verfolgen eine ähnliche Politik der Inflationssteuerung – und dadurch
können all diese Staaten jährliche Inflationsraten im einstelligen Bereich
vorweisen.
Steigender Wohlstand
Die niedrigeren Inflationsraten wirkten sich in diesen Ländern am meisten
auf das Wachstum der Binnennachfrage aus. Es ist schon lange bekannt, dass
Inflation insgesamt für Staaten eine steuerliche Belastung darstellt,
insbesondere jedoch für die ärmeren Teile der Bevölkerung. Die rückläufige
Inflation führte zu sinkenden inländischen Zinssätzen und einer Steigerung
der Reallöhne. Das kam am deutlichsten in Brasilien zum Tragen, wo sich die
Einkommensverteilung im Vergleich zu vielen anderen Staaten deutlich
verbessert hat: Das Jahreseinkommen der ärmsten zehn Prozent der
brasilianischen Bevölkerung stieg zwischen 2001 und 2009 um 69 Prozent
(während das Einkommen der reichsten zehn lediglich einen Zuwachs von 13
Prozent verzeichnete.) Der steigende Binnenkonsum und
die niedrige Inflation haben den Ländern zu hohen Steuereinnahmen verholfen,
die wiederum zur Reduzierung der Schuldenstände genutzt wurden. Während sich
viele Anleger noch deutlich an den Ausfall Argentiniens im Jahr 2001
erinnern, besitzen die meisten anderen lateinamerikanischen Staaten ein
Investment-Grade-Rating führender Ratingagenturen – viele mit positiven
Aussichten. Die meisten Länder haben rekordverdächtige Devisenreserven, die
die in Dollar nominierten Schuldenstände übertreffen. Die Region ist von den
ausländischen Kapitalmärkten deutlich unabhängiger geworden, was dadurch
belegt werden kann, dass während der Hypothekenkrise in den USA 2008/2009 in
Lateinamerika weder eine Liquiditätskrise vorherrschte noch das Finanzsystem
unter Druck geriet.
Nicht nur eine Rohstoffwette
Der wachsende Binnenkonsum führt außerdem dazu, dass Lateinamerika nicht
mehr nur auf das Thema ‚Rohstoffe‘ beschränkt wird. Rohstoffe sind in vielen
Ländern der Region sicherlich ein wichtiger Faktor, und viele Unternehmen
aus diesem Bereich sind an den Börsen gelistet. Von Öl in Mexiko und
Venezuela bis hin zu Kupfer in Chile und Peru – Rohstoffe können erheblich
zum Wirtschafts-wachstum beitragen. Der brasilianische Aktienmarkt wird auch
von zwei riesigen Rohstoffkonzernen dominiert: Petrobrás im Mineralölsektor
und Vale in der Bergbaubranche (vorwiegend Eisenerz, aber auch Kupfer und
Nickel). Exporte machen insgesamt (nicht nur Rohstoffe) weniger als zehn
Prozent des brasilianischen Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. Das ist sogar
ein kleinerer Anteil am BIP als die USA. Rund 17 Prozent der brasilianischen
Exporte gehen nach China. Das ist weniger als zwei Prozent der BIP und kaum
ein Treiber für das Wirtschafts-wachstum. Für Länder wie Chile und Peru ist
China ein wichtigerer Handelspartner, da dort Kupfer einen größeren Anteil
am BIP repräsentiert.
Unsere Strategie
Die Investmentstrategie unseres Teams besteht darin, in vielen Ländern der
Region so viel wie möglich auf das Thema ‚Binnenwachstum‘ zu setzen.
Erwartungsgemäß wird das Kreditwachstum die Binnennachfrage weiterhin
ankurbeln: Die Kreditdurchdringung ist immer noch geringer als in den
meisten anderen Regionen der Welt, und Hypotheken sind erst seit kurzem eine
attraktives Finanzierungsinstrument für Banken und Verbraucher. Wir
widersprechen denjenigen, die behaupten, dass wir uns mitten in einer
Kreditblase befinden (insbesondere in Brasilien), da die Durchdringungsraten
im weltweiten Vergleich sehr niedrig bleiben und sich der Anteil des
Haushaltseinkommens zur Bedienung solcher Schulden seit 2009 nicht
grundlegend erhöht hat. Über 70 Prozent unserer Bestände sind Unternehmen,
deren Geschäftsaktivitäten sich auf die Binnenmärkte der Region
konzentrieren: Banken, Einzelhändler, Firmen im Konsumgüterbereich,
Wohnungsbauunternehmen, Versorger, Mobilfunkbetreiber und andere
Unternehmen, die vom Binnenwachstum profitieren.
Die größte Herausforderung für eine Investition in Lateinamerika
liegt unserer Meinung nach darin, dass es außer den zwei größten Märkten der
Region (Brasilien und Mexiko) keine gut diversifizierten, liquiden
Aktienmärkte gibt.
Die Andenregion (Chile, Kolumbien und Peru) bietet attraktive
Anlagechancen, aber nur wenige investierbare Aktien. Anders als in Brasilien
und Mexiko dominieren dort tendenziell lokale Pensionsfonds (sowie lokale
Privatanleger) den Kapitalfluss und verringern von Zeit zu Zeit den aktiven
Streubesitz (Pensionsfonds investieren tendenziell langfristig). Da es in
der Andenregion nur wenige Börsengänge gab, können sich Anleger also nur
begrenzt in diesen Ländern engagieren. Die Gründung der Gemeinschaftsbörse ‚Mercados
Integrados Latinoamericanos‘ (MILA) wird jedoch hoffentlich neue Unternehmen
zu Aktienemissionen ermutigen und das Anlageuniversum in diesen Märkten
vergrößern.
Insgesamt hat Lateinamerika schon viel erreicht, um für Anleger eine
interessante Investmentalternative zu werden, sei es auf lokaler oder
globaler Ebene. Auch wenn sich in turbulenten Zeiten kein Markt als sicherer
Hafen erwiesen hat, hat die Region doch gezeigt, dass sie einen Unterschied
machen kann, wenn die Märkte von den Fundamentaldaten angetrieben werden:
Wenn das Augenmerk auf länder- und unternehmensspezifischen Fundamentaldaten
liegt, kann Lateinamerika die globalen Märkte übertreffen. Stehen wir vor
dem Beginn einer solchen Phase? Das wird nur die Zukunft (und Europa)
zeigen.“ | |
StarCapital: Zeit für selektive Aktienengagements ist günstig
15.3.12 |
| | Einige
schwache Börsentage wie Anfang des Monats genügen, um Anleger wieder in
Angst und Schrecken zu versetzen, wie Peter Huber, Fondsmanager bei
StarCapital beobachtet hat. Generell würden Aktien nach den verheerenden
Kurseinbrüchen der letzten zwölf Jahre als Hochrisiko-Anlage gesehen, die es
zu meiden gilt. Dabei sind Aktien Huber zufolge die einzigen Sachwerte, die
eine Wertschöpfung generieren und mit Abstand das beste
Chance-/Risikoverhältnis unter allen Anlageformen bieten – und zwar
unabhängig davon, ob eine Inflation oder eine Deflation bevorsteht.
Im aktuellen Marktumfeld würden zudem noch weitere Argumente für
steigende Aktienkurse sprechen die Huber wie folgt identifiziert hat: die
enorme Überschussliquidität, ein geringes Wirtschaftswachstum,
unterbewertete Aktienmärkte und fehlende Anlagealternativen. In einem
aktuellen Marktkommentar erläutert Huber, wie sich Anleger, die die
bisherige Aufwärtsentwicklung verpasst haben, positionieren können. |
| ING IM: Chinas Probleme färben auf Brasilien
ab 14.3.12 |
| | besonders
stark vom kräftigen Anstieg der Anlageinvestitionen in China profitiert
haben. Wegen der hohen chinesischen Nachfrage nach Eisenerz und
Sojaprodukten legten Brasiliens Exporte in den Jahren 2001 bis 2011 im
Durchschnitt um über 20 Prozent zu. Dank dieser guten Exportentwicklung
konnten auch die Importe rasch ansteigen, ohne dass sich der
Zahlungsbilanzsaldo ernsthaft verschlechterte. Und aufgrund der günstigen
Terms of Trade, die auf den langjährigen Anstieg der Rohstoffpreise
zurückzuführen waren, wertete die Währung auf und es wurde mit einer
Fortsetzung des Aufwärtstrends gerechnet. Dies löste kräftige
Portfoliozuflüsse aus.
Ende des Booms für Brasilien
Maarten-Jan Bakkum, Global Emerging Markets-Aktienstratege bei ING
Investment Managers (IM) äußert in einem aktuellen Marktkommentar die
Meinung, dass die guten Jahre für Brasilien vorbei sind. Da Chinas Nachfrage
nach Rohstoffen in den kommenden Quartalen und Jahren langsamer ansteigen
dürfte, verschlechtere sich das Umfeld für Brasiliens Wirtschaft. Der seit
2002 zu spürende Rückenwind werde abflauen. Dies habe beträchtliche
Auswirkungen auf das Wachstum, die Kapitalflüsse und den Wechselkurs. Wenn
die Regierung weiterhin zögert, Strukturreformen umzusetzen, dürfte sich das
Wachstum in einem ungünstigeren globalen Umfeld abschwächen. Auch die
ausländischen Kapitalzuflüsse dürften sinken, und brasilianische Real dürfte
abwerten.
Mittelfristige Prognose nicht so ungünstig
Diese strategische Prognose stellt allerdings auf einen längeren Zeitraum
ab. Kurz- bis mittelfristig sind die Wachstumsaussichten nach Meinung
Bakkums nicht so ungünstig. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt, die
Inflationsraten und das Zinsniveau sind dabei die entscheidenden Faktoren:
„Angesichts der hohen Unsicherheit über die Zins- und Wechselkursentwicklung
sowie der Konjunktureintrübung in China erscheint eine deutliche Erholung
des Wachstums in Brasilien in diesem Jahr unwahrscheinlich“, so der
ING-Experte. „Wir prognostizieren für 2012 ein Wachstum des
Bruttoinlandproduktes von 2,7 Prozent. Für 2013 rechnen wir mit einer Rate
von 3,8 Prozent, das heißt immer noch unter der Potenzialrate von 4,5
Prozent." |
|
UBS: In Schwellenländern entsteht solide
Dividendenkultur 13.3.12 |
| | In den
Emerging Markets etabliert sich zunehmend eine Kultur der
Dividendenausschüttung. „Bei Anlagestrategien, die gezielt in
Schwellenländeraktien mit hohen Dividenden investieren, gibt es
hervorragende Einstiegschancen“, sagt Projit Chatterjee, Portfoliomanager
des UBS Emerging Markets High Dividend Fund (LU0625543631).
Viele Unternehmen aus Ländern wie Taiwan, Brasilien oder Südafrika
würden solide und profitabel wachsen, so dass sie hohe Dividenden
ausschütten können, wie Chatterjee weiter anmerkt. Der Grund sei, dass
Unternehmen aus Schwellenländern in ihren Bilanzen eine vergleichsweise
niedrige Verschuldung aufweisen und über ausreichend liquide Mittel zur
Finanzierung nachhaltiger Dividendenzahlungen verfügen. Unternehmen aus
Schwellenländern hätten ihre Verschuldung im Laufe der vergangenen zehn
Jahre beständig verringert. Der Nettoverschuldungsgrad (gewichteter
Durchschnitt) liege bei circa 20 Prozent und damit deutlich unter demjenigen
von Unternehmen aus Industrieländern: Dieser betrage rund 50 Prozent.
Von stabilen Dividendenzahlungen profitieren
„Bei der Ausschüttungsquote besteht noch Spielraum nach oben, da immer mehr
Unternehmen aus Schwellenländern in eine reife Wachstumsphase eintreten“,
betont Chatterjee. Die Ausschüttungsquote in den Schwellenländern liege mit
31 Prozent immer noch sechs Prozentpunkte unter dem weltweiten Durchschnitt.
Außerdem hätten Schwellenländerunternehmen in den vergangenen zehn Jahren
stabile Ausschüttungsquoten zwischen circa 30 und 45 Prozent verzeichnet, so
dass hier mit einem erneuten Anstieg zu rechnen sei.
In Schwellenländern entwickelt sich eine Dividendenkultur
Vergleichsweise hohe Dividenden schütten taiwanische oder brasilianische
Unternehmen bereits heute aus. Unternehmen aus beiden Ländern sind deshalb
auch besonders stark im Fondsportfolio von Chatterjee gewichtet. Aber auch
viele südafrikanische Unternehmen schütteten ihre Gewinne aus.
In den ersten Monaten seit der Lancierung des UBS Emerging Markets
High Dividend Fund im Mai 2011 konnten vor allem Unternehmen aus
traditionell defensiven Sektoren, wie der Telekommunikation, mit Blick auf
die Dividenden überzeugen. Den Telekommunikationssektor hat Chatterjee mit
rund 25 Prozent im Gesamtportfolio gewichtet. Die konsequente
Diversifizierung über verschiedene Länder, Sektoren und Währungen senkt das
Anlagerisiko.
„Schwellenländeraktien sind eine gute Möglichkeit für den Kunden sein
Kapital zu mehren und einen dauerhaften Einkommensstrom zu erzielen“, sagt
Chatterjee. Doch um eine erfolgreiche Dividendenstrategie in den Emerging
Markets umsetzen zu können, bedürfe es genauer Marktkenntnisse. „In Ländern
wie Indien oder Korea entwickelt sich die Dividendenkultur erst noch“, sagt
Chatterjee. Dort würden die Gewinne bislang typischerweise reinvestiert, um
das weitere Wachstum voranzutreiben. „Die Unternehmen in diesen Ländern
beobachten wir genau. Wir erweitern unser Portfolio, sobald die Unternehmen
anfangen, ihre Gewinne auszuschütten."
Chance auf einen nachhaltig wachsenden Einkommensstrom
Aus wirtschaftlicher Sicht dürfte sich das Wachstum in den Schwellenländern
weiter positiv entwickeln: Die dortigen Volkswirtschaften zeichnen sich
durch solide Fundamentaldaten aus. Für diese Entwicklung sprechen laut
Chatterjee unter anderem die niedrige Verschuldung auf Staats-,
Unternehmens- und Haushaltsseite sowie die positive demografische
Entwicklung und der zunehmende Binnenkonsum. |
|
Ethna-Fonds verkaufen verstärkt Staatsanleihen
12.3.12 |
| | „Private
Sector Involvement“ (PSI) und „Longer-Term Refinancing Operations“ (LTRO) –
diese beiden Themen dominierten die europäischen Kapitalmärkte in den
letzten Wochen und werden auch Top-Themen bleiben. Während die 2. LTRO der
EZB am 29. Februar zu einem mehr oder minder guten Ergebnis führte, könne
man dies vom griechischen PSI bislang nicht behaupten, so
Guido Barthels, Chief Investment Officer bei Ethenea.
Der Nettoeffekt der Zusatzliquidität, der durch die LTRO-Zuteilung
erzielt wurde, lag mit 313 Milliarden Euro signifikant höher als bei der 1.
Runde der mehrjährigen Kreditversorgung für Geschäftsbanken. Bei aller
Euphorie sollte jedoch stets in Erinnerung bleiben, dass bisher keine
Problemlösung erreicht, sondern lediglich den Regierungen Zeit verschafft
wurde, ihre wirtschaftlichen Strukturen so zu verändern, dass sie auch ohne
gehörigen Stimulus wettbewerbsfähiger werden. Ob dies gelingt, sei laut
Barthels „alles andere als klar und sicher“. Zumal der Effekt auf die
Kapitalmärkte bisher „eher durchwachsen“ war. Während italienische Renditen
durchweg sanken, war der Effekt für Spanien etwa minimal und die Entwicklung
in Portugal sogar rückläufig. „Der Markt differenziert scheinbar doch
stärker als von uns erwartet“, konstatiert Barthels. Ob die LTRO
letztendlich auch die gewünschten konjunkturellen Effekte haben wird, werde
daher abzuwarten sein.
„Pech gehabt“ – Verluste gehören dazu
Das 2. große Thema an den Kapitalmärkten ist die
„freiwillige“ Umschuldung Griechenlands. Nicht wenige Privatanleger hätten
den Äußerungen deutscher Politiker, die mit Überzeugung behaupteten
„Griechenland geht nicht pleite!“ Vertrauen geschenkt und dadurch
Schiffbruch erlitten. „Durch den Vorabtausch der von der EZB gehaltenen
Schuldtitel Griechenlands in andere, nicht am Schuldenschnitt teilnehmende
Wertpapiere, ist zur Zeit zumindest die Teilnahme des öffentlichen Sektors
vom Tisch“, erklärt Barthels. Dass das griechische Parlament die
Anleihebedingungen zwischenzeitlich und im Nachhinein noch um sogenannte CAC
(Collective Action Clauses) erweitert hat, also den möglichen Zwangsumtausch
für unwillige Investoren, interpretiert der Investmentexperte als
Enteignung. „Pech gehabt könnte man nun sagen“, so Barthels. „Verluste zu
erleiden gehört nun mal zum Alltag bei Investitionen.“ . |
|
Sand & Schott: Mit Gelddrucken noch keine Krise
gemeistert 9.3.12 |
| | Die
Europäische Zentralbank flutet Europa mit Geld. Doch die Lehren der
Vergangenheit zeigen: Mehr Geld heißt nicht mehr Wachstum und jede
Finanzkrise führt zu Staatspleiten, wie Max Schott, Geschäftsführer der Sand
& Schott GmbH in Stuttgart anmerkt.
Es ist ein riesiges Experiment mit ungewissem Ausgang: Rund 1020
Milliarden Euro hat die Europäische Zentralbank (EZB) quasi aus dem Nichts
geschaffen und Geschäftsbanken in Europa so gut wie kostenlos zur Verfügung
gestellt. Was sich die Zentralbanker dabei gedacht haben, ist
offensichtlich: Die Banken sollen mit dem frischen Geld Kredite an
Unternehmen und Konsumenten vergeben, so die Wirtschaft ankurbeln und auf
diese Weise auch für eine etwas höhere Inflationsrate sorgen. Das hätte den
schönen Nebeneffekt, dass der Schuldenberg etwas kleiner wird.
Soweit die Theorie. Leider sehen sowohl die Praxis als auch die
Erfahrungen aus der Vergangenheit ganz anders aus. Zunächst einmal denken
die Banken gar nicht daran, das billige EZB-Geld in riskante
Investitionskredite zu stecken. Viel einfacher ist es, damit hoch
verzinsliche Staatsanleihen aus Euro- Schuldenländern zu kaufen. Das
Pleite-Risiko trägt ja der Steuerzahler, wie uns das Beispiel Griechenland
gezeigt hat. Die vielfältigen Krisen in der
Wirtschaftsgeschichte zeigen, dass mit Gelddrucken noch keine Schulden- und
Wachstumskrisen gemeistert wurden. In Japan ist die Geldmenge seit Anfang
der 90er Jahre um den Faktor 5 gestiegen, die Wirtschaft aber darbt wie
zuvor. Statt der erhofften Inflation wurde in den meisten Jahren sogar eine
Deflation registriert. Dieser Ansicht sind im Übrigen
auch die meisten Investoren, wenn man den Signalen des weltweiten
Anleihe-Marktes glauben darf. Die Renditen von Staatsanleihen führender
Industriestaaten sind seit 2007 massiv gefallen. Das heißt, dass Investoren
nicht mit steigenden Inflationsraten rechnen. Denn sonst würden sie auch in
Deutschland, USA und Japan höhere Zinsen für Staatsanleihen verlangen.
Eine weitere – bittere – Lehre der Vergangenheit wird von der EZB,
aber auch von den meisten Politikern, verschwiegen. Übersteigt der
Schuldenstand dauerhaft einen Stand von rund 80 Prozent der jährlichen
Wirtschaftsleistung, ist es für einen Staat extrem schwer, zu überleben. Das
gelang den USA nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen fulminanten
Wirtschaftsaufschwung. Aber das ist nicht gerade, wonach es in Griechenland,
Italien und Spanien derzeit aussieht.
Die vergangenen 25 Jahre mit sehr wenigen Staatspleiten waren sehr
ungewöhnlich. Es ist zu bezweifeln, dass es dabei bleibt. Wie das Experiment
ausgeht, das kann keiner mit Gewissheit sagen. Daher ist dringend zu raten,
sich nicht einseitig auf eine Anlageklasse festzulegen. Auch die allseits
beliebten „Krisen-Anlagen“ Gold und Immobilien haben längst nicht immer
ihren Wert erhalten, wenn es an den Kapitalmärkten kritisch wurde. Gewinner
der Euro-Schulden-Krise könnten eher Anlagen in den sogenannten
Schwellenländern sein. Die aufstrebenden Volkswirtschaften weisen im
Vergleich zu Europa stabilere Haushalte und eine vorteilhafte Demografie
auf. Aktien und Anleihen aus diesen Regionen haben in einem breiten Depot
auf jeden Fall ihre Berechtigung.“ |
|
BVI: Aktualisierte Broschüre "Investmentfonds und
Abgeltungsteuer" 8.3.12 |
| | Der BVI
Bundesverband Investment und Asset Management hat eine aktualisierte
Broschüre zur Besteuerung von Investmentfonds für Privatanleger
veröffentlicht. Dies erleichtert Anlegern das Ausfüllen der Formulare für
die Einkommensteuererklärung 2011. Zudem erfahren Sparer alles Wesentliche
über das Grundprinzip der Abgeltungsteuer sowie die Besonderheiten der
Besteuerung von Investmentfonds. Zahlreiche Begriffsdefinitionen,
Rechenbeispiele, Abbildungen und praktische Hinweise, beispielsweise zur
Nutzung von Freibeträgen und zum Ausfüllen der Formulare für die
Einkommensteuererklärung, runden die Publikation ab. Die Broschüre kann in
Einzelexemplaren kostenfrei per Fax (069 / 597 14 06), per Mail (info@bvi.de)
oder im Bestellcenter unter www.bvi.de bestellt werden. |
|
Neue Vermögen: Angst der Anleger spricht für Aktien
7.3.12 |
| | „Sei
ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“,
empfiehlt Warren Buffet, US-amerikanischer Milliardär und lebende
Investoren-Legende. Übersetzen wir „gierig“ einmal politisch korrekt mit
„mutig“ und schauen auf die überskeptische Zurückhaltung der deutschen
Anleger, könnte der Zeitpunkt zum Aktienkauf kaum besser sein, meint
Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG, Traunstein. Mehr noch als
Buffets Börsenweisheit sprechen die realen Trends in der europäischen
Finanzpolitik – die Einkehr amerikanischer Verhältnisse – für den Beginn
einer lang anhaltenden Hausse.
„Wie die amerikanische Notenbank Fed in den USA versucht auch die EZB
in Europa, mit einer Politik niedriger Zinsen gegen die Krise vorzugehen.
Sei es, dass sie selbst Anleihen schwächelnder EU-Mitgliedstaaten kauft, sei
es, dass sie den Bankenmarkt mit Liquidität flutet, damit diese dann die
Staatsanleihen auf ihre Bücher nehmen. Längst geht es nicht mehr um
Preisstabilität, sondern um das Überleben des Finanzsystems.
So können europäische Banken noch bis Ende Februar 2012 nahezu
unbegrenzt Geld von der EZB abrufen – zu festen Zinsen von einem Prozent mit
drei Jahren Laufzeit. Das schwemmt den Kreditinstituten deutlich über 1.000
Milliarden Euro in die Bilanzen, die sie dann als Unternehmenskredite
ausreichen oder in staatliche Schuldtitel investieren können. Es scheint
gegenwärtig so, als ob dieser Plan aufgeht. Schließlich haben sich die
Anleihenmärkte der meisten Krisenstaaten stabilisiert.
Parallel dazu wird die Politik alles tun, um die Wirtschaft wieder in
Schwung zu bringen. Ein lang anhaltendes Zinstal sowie eine weiterhin
unternehmerfreundliche Wirtschaftspolitik begünstigen die Entwicklung von
Produktivkapital. Dafür wird stillschweigend eine Inflationsrate von drei
bis vier Prozent in Kauf genommen. Eine leicht erhöhe Inflationsrate
stimuliert einerseits den Verbraucher zu Konsumausgaben, anderseits hilft es
dem Staat, seine Schuldenquote in Kombination mit Niedrigzinsen zu
reduzieren.
Bis auf den Bankensektor geht es den meisten Branchen bereits jetzt
sehr gut. Insbesondere die global aufgestellten Konzerne aus den defensiven
Branchen blicken in eine ertragreiche Zukunft. Ihre Produkte, seien es
Medikamente oder Nahrungsmittel, werden aufgrund steigender Nachfrage in den
Schwellenländern mehr Absatz finden. Auch Anleger sollten diese Entwicklung
berücksichtigen und entsprechend investieren. Für
Aktien spricht zusätzlich ihre moderate Bewertung. Die DAX-Konzerne haben
ihre Gewinne in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um über 200 Prozent
gesteigert. Die durchschnittliche Dividendenrendite lag 2001 bei zwei
Prozent, die Umlaufrendite der Bundesanleihen bei fünf Prozent. Aktien waren
im Verhältnis zum Gewinn also zu teuer. Heute stellt sich die Situation
genau umgekehrt dar: Die Zinsen liegen bei einem Prozent, die Dividenden bei
vier Prozent. Unternehmensanteile sind also jetzt günstig.
Bleibt es bei der Politik des billigen Geldes, könnten wir jetzt,
nach dem Jahrzehnt der Zinsmärkte und des Goldes, am Anfang einer Dekade des
Produktivkapitals stehen.“ |
|
Sarasin: Höhere Ölpreise werden Aktienmarktrally
nicht aufhalten 7.3.12 |
| | Der Fokus
der Finanzmärkte richtet sich schnell von einem Thema auf das nächste. Kaum
scheint mit dem Schuldenschnitt sowie der nächsten Finanzierungstranche für
Griechenland ein weiterer Schritt in der Euroschuldenkrise vollzogen,
beunruhigt der rasante Anstieg der Ölpreise die Anleger. Die Parallelen zu
2011 sind groß, wie Philipp Bärtschi, Chefstratege bei der Bank Sarasin &
Cie AG, anmerkt: Im Vorjahr trieben die politischen Umstürze in Ägypten und
Libyen die Ölpreise in die Höhe, in diesem Jahr erschüttert das Säbelrasseln
des Iran die Finanzmärkte. Vor einem Jahr stiegen die
Ölpreise innerhalb von acht Monaten um über 60 Prozent. Der jüngste Anstieg
im Brent-Preis um circa 15 Prozent im selben Zeitraum ist deutlich geringer.
Das Niveau der Ölpreise könnte aber zu einem Problem für die Finanzmärkte
werden, wenn es sich negativ auf die globale Konjunktur auswirken würde.
Zyklische Aufschwung ist diesmal robuster
Im Vergleich zum Vorjahr scheint der zyklische Aufschwung ihm zufolge
robuster. Sowohl Europa wie auch die Schwellenländer stehen erst am Anfang
einer Erholung. Somit ist die reale Nachfrage nach Energie nicht besonders
hoch. Der Anstieg der Ölpreise ist vor allem auf eine geopolitische
Risikoprämie zurückzuführen. Wenn es also – wie die Bank Sarasin erwartet –
nicht zu einer militärischen Eskalation im Nahen Osten kommt, dürften die
Ölpreise eher wieder fallen. Erst wenn die Ölpreise für längere Zeit auf ein
Niveau von über 140 US-Dollar pro Barrel steigen würden, so könnte der
zyklische Aufschwung früher als erwartet abbrechen.
Die positiven Makroüberraschungen werden die Aktienmärkte weiter beflügeln.
Die Netto-Gewinnrevisionen, welche noch negativ sind, dürften aufgrund der
steigenden Frühindikatoren schon bald positiv werden. Neben den besseren
Gewinnaussichten spricht auch die Bewertung für einen weiteren Anstieg der
Aktienmärkte.
Größere Rückschläge unwahrscheinlich
In den letzten Monaten ist die Bewertung zwar deutlich gestiegen, doch sieht
die Bank Sarasin immer noch ungefähr zehn Prozent Potenzial auf dem Weg zu
einer als "fair" eingestuften Bewertung. Da die Märkte kurzfristig sehr heiß
gelaufen sind, und die Marktstimmung etwas zu optimistisch ist, würde
kurzfristig eine Konsolidierung nicht überraschen. Größere Rückschläge sind
aber unwahrscheinlich, da zu viele Anleger noch an der Seitenlinie stehen
und ihre Aktiengewichtung tendenziell erhöhen möchten.
Aussicht für Aktien und Rohstoffe bleibt posiiv
Nach dem starken Anstieg der Aktienmärkte seit Jahresbeginn dürfte es zu
einer Verschnaufpause kommen. Die Bank Sarasin erwarten aber nicht, dass die
Euroschuldenkrise oder die steigenden Ölpreise den zyklischen Aufschwung
abwürgen werden. Vielmehr dürften die besseren Konjunkturaussichten zu einem
steigenden Risikoappetit unter Anlegern und zu einer Umschichtung von
risikolosen in risikoreiche Anlagen führen. Die Aussichten für Aktien und
Rohstoffe inklusive Gold sind weiterhin positiv, erwarten
die Sarasin-Experten. |
|
LGT: Bis zu 15 Prozent fallender Ölpreis
6.3.12 |
| | Es gibt
nicht viele Dinge in der Finanzwelt, die Investoren täglich und hautnah
miterleben. Der Ölpreis gehört dazu, vor allem wenn Anleger mit dem Auto
pendeln müssen. Entsprechend intensiv wird über seine Entwicklung
diskutiert. Rohstoff-Experte Bayram Dincer von der Schweizer
Investmentgesellschaft LGT Capital Management geht angesichts der USA-Reise
des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu davon aus, dass der
Konflikt um das iranische Nuklearprogramm vorerst nicht militärisch gelöst
wird. Im Gegensatz zu anderen Analysten, die einen
Preisanstieg beim Öl erwarten, hält Dincer den Ölpreis vor diesem
Hintergrund für nicht fair bewertet und erwartet einen Rückgang um bis zu 15
Prozent.
"Ölpreis aus fundamentaler Sicht zu hoch bewertet
Während die meisten Rohstoff-Märkte in den vergangenen Tagen eine
Verschnaufpause eingelegt haben, ging es an den Ölmärkten weiter bergauf.
Aus fundamentaler Sicht ist diese Entwicklung nicht gerechtfertigt.
Ausreichenden Lagerbeständen steht eine nur mäßige Nachfrage nach
raffiniertem Öl entgegen. Die seit fünf Monaten anhaltende Rally am Ölmarkt
ist vielmehr dem geopolitischen Konflikt um das iranische Atomprogramm
geschuldet. Mögliche Versorgungsengpässe im Falle der Schließung der Straße
von Hormus treiben den Ölpreis. Die Diskrepanz
zwischen dem aktuellen Ölpreis und den Fundamentaldaten von Angebot und
Nachfrage ist auf das Einpreisen der geopolitischen Risikoprämie
zurückzuführen. Kurzfristig orientiere Investoren sind zuletzt an den
Futuresbörsen massiv tätig geworden. Zusätzlich haben zahlreiche Investoren
eine Absicherunkstrategie mit Call-Optionen gewählt, welche eine zusätzliche
Investorennachfrage nach Erdölfutureskontrakten zur Folge hat. Wir erwarten
im weiteren Jahresverlauf ein Auspreisen dieser geopolitischen Risikoprämie.
Der Markt wird sich vermehrt auf die Fundamentaldaten fokussieren und dabei
feststellen, dass ein hoher Erdölpreis nicht gerechtfertigt ist.
Politische und ökonomische Sanktionen noch nicht ausgeschöpft
Aus Sicht der LGT Capital Management sollte der Konflikt in absehbarer Zeit
nicht militärisch eskalieren. Noch sind die politischen und ökonomischen
Gegenmaßnahmen der westlichen Staatengemeinschaft nicht ausgeschöpft. Eine
Verschärfung des Konflikts passt zudem nicht in die fragile Lage der
Weltwirtschaft. In den USA befindet sich Präsident Barak Obama im Wahlkampf.
Obwohl Obama am letzten Wochenende versichert hat, dass er nicht bluffen
wird, kann keine involvierte Partei in einem Kriegsfall gewinnen. Die Rolle
als ‚Peacemaker‘ beinhaltet für Obama die größten politischen Chancen.
Weiter steigende Rohölpreise wären Gift für die amerikanische
Volkswirtschaft sowie für die Preise an den amerikanischen Tankstellen, die
sich jetzt bereits der Vier-Dollar-Marke für eine Gallone nähern. Eine
andere Option besteht darin, dass man wie schon im letzten Jahr die
strategischen Erdölreserven anzapft bzw. freigibt, damit sich die
Erdölpreise und die Situation auf dem internationalen Erdölmarkt kurzfristig
entspannen.
Risikozuschläge auf den Ölpreis zu hoch
Unterstützung erhält das „De-Eskalations-Szenario“ durch die aktuellen
Signale aus Washington, wo gestern der israelische Ministerpräsident
Benjamin Netanjahu mit US Präsident Barak Obama zusammengetroffen ist.
Ungeachtet der Betonung beider Politiker, sich nach wie vor alle Optionen
offenzuhalten, scheint eine militärische Operation in absehbarer Zeit nicht
wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund hält die LGT Capital Management die
aktuellen Risikozuschläge zu hoch. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass
der Ölmarkt das geopolitische Risiko künftig geringer bewerten und um 10 bis
15 Prozent auspreisen wird." |
|
Barings: Aussichten für Lateinamerika-Aktien
glänzend 6.3.12 |
| | Lateinamerika ist 2012 ein guter Boden für Aktienkäufe, davon geht Mike
Simpson von Baring Asset Management aus. Seiner Ansicht nach
sind die Wachstumsaussichten für die gesamte Region glänzend.Auftrieb
erhalten die Länder neben den starken Fundamentaldaten auch durch die
robuste Konjunkturentwicklung der Haupthandelspartner China und USA. „Seit
der Verkaufswelle im vergangenen Jahr mehren sich die Zeichen für eine
positive Entwicklung“, so Simpson, der eine anhaltende Erholung von den
derzeit niedrigen Bewertungen erwartet.
Brasilien weiterhin im Fokus
Anders als in den Industrieländern erkennt Simpson auch
durchaus Spielraum für weitere Zinssenkungen. So ist man in Brasilien nach
einer Phase steigender Zinsen im Jahr 2011 nun dazu übergangen, die Zinsen
zu senken, um die Konjunktur anzukurbeln. Was die Anlagestrategie des Baring
Latin America Fund betrifft, steht Brasilien weiter im Mittelpunkt. „Wir
gehen davon aus, dass der geldpolitische Kurs der brasilianischen
Zentralbank die Kreditvergabe der Banken in der größten Volkswirtschaft der
Region stimulieren wird. Zusätzlich erhält der private Verbrauch Auftrieb
durch steigende Löhne. Dies dürfte sich positiv auf zahlreiche Finanztitel
und verbrauchernahe Sektoren auswirken“, erklärt Simpson. Auf
Einzeltitelbasis gilt die Banco do Brasil als Kernposition.
Vorsicht bei mexikanischen Titeln
Die Aussichten für Mexiko sind dagegen etwas vorsichtiger
ein, da die Konjunkturbelebung in den USA im 2. Halbjahr 2011 mexikanischen
Aktien bereits eine starke Wertentwicklung beschert hat. „Das aktuelle
Bewertungsniveau lässt indes nur begrenzt Spielraum für Kurssteigerungen“,
konstatiert Simpson. Allerdings erweise sich die Schwäche des mexikanischen
Peso als Pluspunkt für die Exportwirtschaft. „Aus diesem Grund konzentrieren
wir uns auf konjunktursensitive Sektoren und Titel, die unserer Einschätzung
nach gut positioniert sind, um von der US-Erholung und der steigenden
Binnennachfrage in Lateinamerika zu profitieren“, erklärt der Fondsmanager.
Von großer Bedeutung für die Märkte werde auch die bevorstehende
Präsidentschaftswahl sein. So würde die Wahl eines progressiven Kandidaten
vermutlich bedeuten, dass die dringend nötige Steuerreform schneller
umgesetzt wird, wodurch sich Impulse für das Wachstum ergeben könnten.
Positiv äußert sich Simpson außerdem zu den guten Anlagemöglichkeiten
in kleineren Ländern wie Chile, Peru und Kolumbien. Diese Segmente stehen
oft nicht so stark im Fokus der Analysten, bergen seiner Ansicht nach aber
erhebliches Potenzial „zur Generierung von Alpha“. „Unser Exposure richtet
sich hier vor allem nach der Entwicklung der Inlandsnachfrage. In der neu
entstehenden Mittelschicht wächst die Nachfrage nach Konsumgütern aller Art
stetig. Dies gilt für alltägliche Produkte, aber auch für größere
Luxusanschaffungen". |
|
Mark Mobius: Afrika könnte Schwellenmarkt des
nächsten Jahrzehnts sein 5.3.12 |
| | Afrika
befindet sich investmenttechnisch auf einem aufsteigenden Ast und stellt in
den kommenden Jahren eine gewaltige Anlagemöglichkeit dar,
erwartet Mark Mobius, Executive Chairman der Templeton Emerging
Markets Group.
Der Reichtum an natürlichen Ressourcen, die bisher kaum erschlossen
sind, sei bekannt. Hierzu gehören Öl, Gas, zahlreiche Metalle und Mineralien
sowie riesige landwirtschaftliche Nutzflächen, wie Mobius anmerkt. Diese
Ressourcen haben globale Investoren, vor allem aus den Schwellenländern, wie
China, Indien und Brasilien, angelockt. Sie suchen nach Rohstoffen zur
Entwicklung der eigenen Volkswirtschaften und streben die Erschließung neuer
Märkte für die Industrie an. Im Gegenzug erhielten afrikanische Länder die
lebensnotwendige Infrastruktur, wie Transportanbindungen, Kraftwerke,
Schulen und Krankenhäuser.
Junge Bevölkerung als Treiber
In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist eine weitere
Ressource – eine große und junge Bevölkerung: über eine Milliarde Afrikaner
sind im Durchschnitt knapp 20 Jahre alt. Ausbildung, Mobilität und Zugang zu
Kapitalressourcen werden die Aussichten für die Menschen und die
Produktivität verändern.
Dieser Trend hatte bereits eine positive Wirkung. Die sechs
Volkswirtschaften mit dem schnellsten Wachstum in den zehn Jahren bis 2010
lagen in Afrika. Der IWF schätzt das BIP-Wachstum der nächsten fünf Jahre
für die Staaten südlich der Sahara insgesamt auf über fünf Prozent, wie
Mobius anmerkt. Einzelne Länder, wie Nigeria, Ghana und Kenia sollen noch
schneller wachsen. Ein Wachstum dieser Größenordnung erzeugt eine
expandierende Mittelschicht und dynamische Volkswirtschaften, die für
Konsumgüteranbieter sowohl Möglichkeiten als auch eine Abschottung von den
Problemen der entwickelten Märkte bieten.
Zugangsprobleme bestehen weiter
Die Möglichkeiten sind groß, aber Zugangsprobleme bestehen
weiterhin, so Mobius. Die Börsen außerhalb Südafrikas sind verhältnismäßig
klein und illiquide. Wichtige Vermögenswerte sind in staatlicher oder
privater Hand und werden nicht notiert. Verordnungen über das Aktionärsrecht
sind häufig unvollständig. In zahlreichen Ländern sind politische
Instabilität ebenso ein Problem.
Die Situation kann und wird sich ändern, ist Mobius überzeugt. Die
Bankenreform in Nigeria hat beispielsweise eine Konsolidierungswelle
ausgelöst, die gut geführte und gut finanzierte Banken geschaffen hat, die
Mobius und seine Kollegen von Franklin Templeton für attraktive Bewertungen
halten. Privatisierungen und Börsennotierungen für Staatsunternehmen
könnten die Liquidität der Börse verändern und Unternehmen modernen
Betriebsführungspraktiken unterziehen. Mit einem
großen, weit reichenden und liquiden Markt unterscheidet sich Südafrika
entscheidend vom restlichen Afrika. Zahlreiche südafrikanische Unternehmen
gestatten indessen ein Marktengagement weiter nördlich, was lokal schwierig
zu bewerkstelligen wäre. Insbesondere die Sektoren Bergbau und Einzelhandel
eröffnen aussichtsreiche Möglichkeiten. Nigeria, das zweitgrößte Land
südlich der Sahara, ist reich an natürlichen Ressourcen. Ihm mangelt es
derzeit aber an Infrastruktur, vor allem Elektrizität.
Reformiertes Bankensystem verspricht Rückenwind
Das reformierte Bankensystem ermöglicht lohnende Investments
in einer schnell wachsenden Volkswirtschaft. Ist Mobius überzeugt. Er und
seine Kollegen werden in anderen Bereichen investieren, sobald sich die
aufsichtsrechtlichen Reformen weiterentwickeln.
Aussichtreiche Länder
Nach schweren politischen Unruhen in 2007 hat Kenia eine
neue Verfassung. Das Land ist für Mobius und seine Kollegen wegen der
beträchtlichen Naturschätze, vor allem in der Landwirtschaft, und des
Zugangs zum Investment in Afrika wichtig. Der gut regulierte Telekom-Markt
eröffnet Anlagemöglichkeiten im Mobilfunk. Gleichzeitig gibt es aber auch
Investmentchancen im Einzelhandel und Bankwesen.Ägypten,
mit einer großen, jungen und relativ gut ausgebildeten Bevölkerung, hat eine
vielfältige Wirtschaft, die an der Börse gut vertreten ist. Das Land hat
schmerzhafte politische Turbulenzen mit wirtschaftlichen Verzerrungen hinter
sich. Diverse Unternehmen, die attraktiv bewertet sind, haben jedoch
interessante langfristige Aussichten. Selbst nach afrikanischen Normen
erzielt Ghana derzeit ein hohes BIP-Wachstum: laut Schätzungen 13,5 Prozent
für 2011 und voraussichtlich über sieben Prozent in 2012.
Banken und Telekom-Unternehmen mit Potenzial
Mit weniger als 30 notierten Titeln ist die Börse recht
klein. Dies könnte sich ändern, wenn eine Privatisierung stattfindet. Banken
und Telekom-Unternehmen halten Mobius und seine Kollegen für die besten
Anlagemöglichkeiten.
Schwellenmarkt des nächsten Jahrzehnts?
Neben dieser Gruppe gibt es viele andere afrikanische Länder
mit großem langfristigen Potenzial. Intraregionale Verflechtungen lassen
zudem einige panafrikanische Unternehmen entstehen. Afrika, mit seinem
enormen potenziellen Wachstum, auf das Investoren erhöhten Zugriff haben,
könnte der Schwellenmarkt des nächsten Jahrzehnts sein. |
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Vontobel: Öl ist zur "wahren" Zentralbank
geworden 2.3.12 |
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"Anleger wurden zumeist auf dem falschen Fuß erwischt"
Der Aufwärtstrend an den Märkten hat bereits gegen Ende letzten Jahres
begonnen: Anlagekategorien mit höheren Anlagerisiken haben in den
vergangenen sechs Monaten deutlich zugelegt – globale Aktien (MSCI World) um
21 Prozent, Hochzins-Anlagen (High Yield Index in USD) um 14,5 Prozent und
Rohstoffmärkte (DJUBS Index) um 9,6 Prozent. Nach Ansicht von Bernard wurde
die Rally einerseits durch US-Wirtschaftsdaten ausgelöst, die die Erwartung
des Marktes durchwegs übertrafen. Andererseits habe das von der Europäischen
Zentralbank den Geschäftsbanken angebotene umfangreiche LTRO-Programm (long-term
refinancing operations) entscheidend dazu beigetragem, das Systemrisiko
innerhalb der Eurozone zu begrenzen. Auch die Lockerung der Geldpolitik in
einigen wichtigen Schwellenländern habe sich positiv ausgewirkt. "Die
Anleger wurden zumeist auf dem falschen Fuß erwischt: Sie waren zum
Jahresende zu defensiv positioniert und mussten den Anteil von
Anlagekategorien mit höheren Anlagerisiken erhöhen. Wir gehen aber davon
aus, dass die Balance zwischen Risiko und Ertrag beim gegenwärtigen
Kursniveau weniger attraktiv geworden ist",führt
Christophe Bernard, Chefstratege der Vontobel-Gruppe, aus.
Steigender Ölpreis bedroht Wirtschaftsentwicklung
Nach Ansicht des Vontobel-Chefstrategen ist es zunächst vor allem
unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft angesichts des ungelösten
strukturellen Budgetproblems die Wachstumserwartungen des Marktes dauerhaft
übertreffen wird. Des Weiteren gehe vom steigenden Ölpreis von derzeit 125
US-Dollar per Barrel (Sorte Brent) ein Risiko für die Wirtschaftsentwicklung
aus. Dieses Risiko mache beim derzeitigen Preis fünf Prozent des globalen
BIP aus, ein wichtiger Schwellenwert für dieWeltwirtschaft. Getrieben von
angebotsseitigen Einflüssen (Syrien, Nigeria) und einer wachsenden Nachfrage
(zum Beispiel aus Japan als Folge der Stilllegung der meisten
Kernkraftwerke) komme für den Ölpreis ein weiterer Faktor hinzu: das Risiko
eines bewaffneten Konflikts zwischen Israel und Iran, das nukleare
Ambitionen hegt.
"Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet kann man auch
argumentieren, dass die außerordentlichen Liquiditätsmaßnahmen der
Zentralbanken der sogenannten G4-Länder – also die US-Notenbank, die EZB,
die Bank of Japan und die Bank of England – einen Nachteil haben: Das
Anfachen der Nachfrage nach Realgütern wie Rohstoffen führt letztlich zu
höheren Ölpreisen", erläutert Bernard. "Ironischerweise dient ein steigender
Ölpreis aber auch als 'natürliches Regelventil' bei fortgesetzten
Liquiditätsspritzen der Zentralbanken. So gesehen ist Öl dank seiner
Eigenschaft als wesentlicher globaler Produktionsfaktor zur 'wahren'
Zentralbank geworden."
Rückkehr zum "goldenen Zeitalter" unwahrscheinlich
Zwar erscheine das Wirtschaftswachstum intakt und die Bewertung der
Aktienmärkte attraktiv – doch diese Faktoren seien laut Bernard wohlbekannt
und in den Preisen enthalten. Zudem lassen die Schuldenberge der meisten
fortgeschrittenen Volkswirtschaften erahnen, dass es keine Rückkehr zu jener
wirtschaftlichen Stabilität, die wir vom "goldenen Zeitalter" zwischen 1982
und 2007 kennen, geben wird. Auch die rekordhohen Profitmargen (außerhalb
des Finanzsektors) sollten nicht als gegeben betrachtet werden, denn
verschuldete Länder ändern ihre steuerlichen und regulatorischen
Rahmenbedingung allmählich zuungunsten der Unternehmen.
Bernard's Meinung nach darf man dennoch durchaus zuversichtlich sein:
"Aktien- und Anleihenmärkte bieten nach wie vor gute Chancen für Anleger,
sofern diese die neuen Trends erkennen. Neben robusten Portfolios sind
Absicherungsstrategien oder Gewinnmitnahmen, wenn sie gekonnt und zum
richtigen Zeitpunkt angewandt werden, die Schlüsselelemente für den Schutz
und die langfristige Mehrung von Vermögen." |
| OIF KanAm grundinvest Fonds wird aufgelöst
29.2.12 |
| | Der KanAm
grundinvest Fonds (DE0006791809) wird aufgelöst und schnellstmöglich an die
Anleger ausgezahlt, wie die KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH (KanAm
Grund) in einer Aussendung mitteilt. Die Entscheidung, die Fondsverwaltung
mit Wirkung zum 31. Dezember 2016 zu kündigen, erfolgte in Abstimmung mit
der BaFin bereits zum jetzigen Zeitpunkt, da eine verlässliche Prognose über
das Rückgabeverlangen bis Mai 2012 auszuschließen ist, wie es in dem
Schreiben weiter heißt.
Die Unsicherheit auf Anlegerseite infolge der Euro-Krise und der
öffentlichen Debatte über die Zukunft Offener Immobilienfonds ist in den
vergangenen Wochen nochmals erheblich gestiegen. Unter diesen Umständen sei
eine nachhaltige Wiedereröffnung nicht zu gewährleisten.
Die Kündigung sichert die Gleichbehandlung aller Anleger des KanAm
grundinvest Fonds. Seit Aussetzung der Anteilrücknahme hat KanAm Grund zur
Erhöhung der Liquiditätsquote rund 30 Prozent des Portfolios in den Markt
gestellt und davon bereits für rund eine Milliarde Euro Objekte in Kanada,
in den USA und Europa verkauft, deren Besitzübergang bis spätestens Mai 2012
geplant ist.
Erste Auszahlung steht bevor
Eine erste Auszahlung der freien Liquidität in Höhe von mindestens 200
Millionen Euro erfolgt deshalb bereits in den kommenden Wochen. Weitere
Auszahlungen folgen im halbjährlichen Turnus, abhängig von den
Immobilienverkäufen.
In eigener Sache merkt das Fondsmanagement von KanAm an, dass es die
Augen nicht vor den schwerwiegenden Problemen verschließen kann und darf,
unter denen die Offenen Immobilienfonds aktueller Prägung als Ergebnis der
bisher größten Finanzmarktkrise des 21. Jahrhunderts sowie der öffentlichen
Debatte um ihre Zukunft leiden. Eine verlässliche und belastbare Prognose
über die zu erwartenden Mittelabflüsse bei der Wiederaufnahme der
Anteilrücknahme sei nicht möglich.
Wiedereröffnung des KanAm grundinvest Fonds nicht zu gewährleisten.
Die allgemeine Verunsicherung könnte bei einer Wiedereröffnung vielmehr ein
„Windhundrennen“ auslösen, bei dem nur ein Teil der Anleger ihre Anteile
zurückgeben kann. Die einzige Möglichkeit, die Gleichbehandlung aller
Anleger im KanAm grundinvest Fonds sicherzustellen, sei daher die Kündigung
des Fonds.
Eine nicht nachhaltige Wiedereröffnung würde bei Anlegern dagegen
erhebliche Schadenrisiken auslösen. Allein die Kündigung ist unter
Berücksichtigung des Interessenausgleichs zwischen den rückgabewilligen
Anlegern und denjenigen, die weiterhin im KanAmgrundinvest Fonds investiert
bleiben wollen, geeignet, die für KanAm Grund gebotene Gleichbehandlung
aller Anleger sicherzustellen.
Schnelle Objekt-Veräußerung angestrebt
Die KanAm Grund beabsichtigt eine schnelle und möglichst werterhaltende
Veräußerung des gesamten Immobilienbestandes für die Anleger. Im Rahmen der
Kündigungsfrist können Immobilienmarkt- und Objektzyklen besser
berücksichtigt werden. Gleichzeitig verbessert sich durch die
Kündigungsfrist in vier Jahren und zehn Monaten die Verhandlungsposition des
Managements und dementsprechend die Einschätzung über die erzielbaren
Verkaufspreise.
Die noch andauernden, intensiven und fortgeschrittenen
Verkaufsverhandlungen beziehen sich auf Objekte in Großbritannien,
Frankreich und in den USA mit einem Verkehrswertvolumen von insgesamt rund
30 Prozent des gesamten Portfolios. Davon sind Objekte in Höhe von rund
einer Milliarde Euro bereits verkauft. Die unmissverständliche Zielsetzung
ist es, das gesamte Immobilienportfolio – aktuell bestehend aus 51
Immobilien in neun Ländern und einem gesamten Verkehrswertvolumen von rund
6,3 Milliarden Euro – mit Immobilienkompetenz und Marktkenntnis der KanAm
Grund bereits vor Übergang des Sondervermögens an die Depotbank M.M. Warburg
& Co KGaA am 31. Dezember 2016 zu veräußern.
Hintergrundinfos zum KanAm grundinvest Fonds
In den vergangenen Jahren ist das Portfolio des KanAm grundinvest Fonds
durch umfangreiche Vermietungen von rund 120.000 Quadratmetern Fläche
qualitativ aufgewertet worden. Damit ist in diesen von Unsicherheit
geprägten Jahren eine gute Basis dafür geschaffen worden, dass die Anleger
schnellstmöglich wieder über ihr investiertes Kapital verfügen können. Die
Vermietungsquote des KanAm grundinvest Fonds liegt aktuell bei rund 99
Prozent, dies entspricht praktisch einer Vollvermietung.
Der KanAm grundinvest Fonds war für den langfristig engagierten
Anleger ein lohnendes Investment, wie KanAm in eigener Sache anmerkt. Der
Anlageerfolg im laufenden Geschäftsjahr lag zum Stichtag 31. Januar 2012 bei
+1,6 Prozent per annum. Die 3-Jahresperformance lag bei +5,9 Prozent und die
5-Jahresperformance bei 1 8 , 3 Prozent . Die Zehnjahres-Performance nach
BVI -Berechnungsmethode mit 64,0 Prozent zeigt den besten Wert der Branche
unter den vergleichbaren Offenen Immobilienfonds.
Mit der Auflösung und Auszahlung des KanAm US-grundinvest Fonds seit
Oktober 2010 hat das KanAm Grund-Management gezeigt, dass ein solcher
Prozess nicht automatisch zu erheblichen Verlusten für die Anleger führen
muss. Bereits heute zeichnet sich beim KanAm USgrundinvest Fonds ab, dass
mittelfristig engagierte Anleger die Auflösung (und inzwischen fast
vollständige Auszahlung) mit einem positiven Ergebnis beenden werden.
Die 1-Jahresperformance des KanAm USgrundinvest Fonds liegt aktuell
bei +23,6 Prozent per annum, die 6-Jahresperformance (durchschnittliche
Anlagedauer) bei +25,9 Prozent und die Performance seit Auflage im Mai 2003
bei +48,5 Prozent. |
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S&P: Griechenland ist "partiell zahlungsunfähig"
– EZB lehnt Hella-Bonds ab 28.2.12 |
| | Gestern
erst hat der deutsche Bundestag die neuen Milliardenhilfen für Griechenland
in Höhe von 130 Milliarden Euro abgesegnet, da gibt es bereits wieder eine
schlechte Nachricht für die Hellenen: Die Ratingagentur Standard & Poor's
(S&P) hat ihre Bonitäts-Einschätzung für Griechenland auf das Niveau eines
teilweisen Zahlungsausfalls herabgestuft. Statt einem "CC"-Rating sehen die
S&P-Analysten das Rating jetzt bei "Selective Default".
Hintergrund für die Herabstufung der Kreditwürdigkeit ist, dass die
S&P-Analysten den ausgehandelten Schuldenschnitt mit Skepsis betrachten,
nachdem der griechische Premier Giorgos Papandreou letzten Monat angekündigt
hatte, die Gläubiger notfalls per Gesetz zum Forderungsverzicht zu zwingen,
falls sie nicht zustimmen sollten. Möglich wäre dies über nachträglich
eingefügte und rückwirkende Umschuldungsklauseln, sogenannte Collective
Action Clauses (CAC).
Die Regierung in Athen zeigte sich von dem S&P-Downgrade nicht
überrascht, wie Reuters berichtet, da sie den Schritt bereits erwartet
hatte, nachdem S&P diesen bereits im Januar als Option deklariert hatte.
Laut Aussage des griechischen Finanzministeriums habe die Notenbank bereits
entsprechende Rückstellungen gebildet und dem Bankensektor werde kein
Schaden entstehen, dafür hätten die Zentralbank und der Euro-Rettungsfonds
vorgesorgt.
Eine unmittelbare Konsequenz hatte das Downgrade allerdings bei der
Europäischen Zentralbank (EZB), wie Reuters berichtet: Das Institut kündigt
an, dass es wegen der Herabstufung jetzt erstmal keine Hella-Bonds mehr als
Sicherheiten für Kredite an Banken akzeptiert. Gleichzeitig betonten die
Währungshüter aber, dass die Versorgung der Banken mit frischem
Geld über Notkredite durch nationale Notenbanken sichergestellt werden könne.
Mit ihrem aktuellen Rating haben die S&P-Analysten jetzt eine
ähnliche Einschätzung wie die Konkurrenz von Fitch – diese hatte die Bonität
von Griechenland erst letzte Woche auf "C" heruntergestuft, was der letzten
Bewertung vor einem Zahlungsausfall ("D") entspricht
und auch die die Feri EuroRating Services AG hat ihr Bonitäts-Rating
für Griechenland heute auf "Default“ gesenkt .
Immerhin merkten die S&P-Analysten aber an – wie auch die Konkurrenz
von Feri – dass sie das Rating auch wieder auf "CCC" heraufsetzen, wenn sich
genügend Anleihenbesitzer auf den vorgeschlagenen Umtausch einlassen, da
sich die Kreditsituation für Griechenland dann entsprechend "verbessern"
werde. |
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UBS AM: "Kleinere Währungsräume sind als sichere
Häfen gefragt" 23.2.12 |
| | Die
Schuldenkrise der Industriestaaten ist aus den täglichen Meldungen nicht
mehr wegzudenken. Es gibt aber einen Aspekt der staatlichen
Schuldenproblematik, der bisher nicht im Mittelpunkt stand: erfüllen
US-Dollar, Euro und Yen noch ihre Funktion als sogenannte Leitwährungen der
Welt? Eine sich direkt anschließende Frage ist daher, wie Anleger ihre
Währungsinvestments diversifizieren können. David Ric, Währungsexperte und
Portfoliomanager bei UBS Global Asset Management, erläutert in einem
aktuellen Beitrag die Hintergründe für die Risiken bei den drei
Leitwährungen und welche Alternativen es zu ihnen gibt.
Der Kern des Problems liegt in der Geldpolitik der Notenbanken. „Die
Zentralbanken vieler größerer Industriestaaten verfolgen geldpolitische
Konzepte – wie zum Beispiel extrem niedrige Zinsen oder das Ausweiten der
Geldmenge. Diese Ansätze schwächen in der Regel die eigene Währung. Außerdem
sind viele dieser Länder in zunehmendem Maße auf ihren Export angewiesen, um
Wachstum und Beschäftigung sichern zu können. Denn die heimische Nachfrage
ist deutlich gesunken und fällt als Stabilisator aus“, erklärt Ric. Vor
diesem Hintergrund sind die großen Währungen verwundbar geworden.
Investoren, die deshalb ihr Währungsrisiko besser diversifizieren wollen,
sollten gezielt in Währungen von Ländern investieren, die bessere
fiskalische Rahmenbedingungen bieten.
Sieben Länder im Interessenfokus
Ric fokussiert bei seinen Investments derzeit auf Australien, Neuseeland,
Kanada, Singapur sowie in Europa auf Norwegen, Schweden und die Schweiz,
weil sich diese Länder eben durch besonders stabile fiskalische
Rahmenbedingungen auszeichnen (siehe auch den Bericht von FONDS
professionell über
Skandinavien als „sichere Häfen“). Er achte bei der Länderauswahl aber
nicht nur auf das Credit-Rating. Weitere Indikatoren, die zum Beispiel die
Verteilung von Regierungs-, Bank- und Haushaltsverschuldung messen, werden
ebenfalls berücksichtigt. Außerdem wichtig für die Beurteilung seien die
laufenden Handelsbilanzüberschüsse oder –defizite, die Wachstumsrate der
Länder sowie die Liquidität der Währung und des Markts für Kurzläufer.
Kleinere solide Industrienationen bleiben Währungshäfen
Auch für die Zukunft rechnet Ric damit, dass die kleineren, fiskalisch
soliden Industriestaaten als sichere Häfen immer noch Kapital anziehen
werden, weil viele Investoren die Schlüsselcharakteristika dieser Länder
stärker zu schätzen wissen. Und das könnte erst der Anfang sein, wenn die
Unsicherheit in den großen Industriestaaten – und damit auch bei deren
Währungen – weiter andauern. Allerdings zeige die Geschichte auch, dass
Währungen über lange Zeiträume hinweg von ihrem theoretischen fairen Wert
abweichen können. So versucht die Schweizer Nationalbank den Franken gegen
eine zu starke Aufwertung gegenüber dem Euro zu schützen. „Doch sollten sich
die Aussichten für die Eurozone weiter verschlechtern und die Investoren
weiterhin in sichere Währungen wie den Schweizer Franken drängen, dann
rechne ich nicht damit, dass die Schweizer Nationalbank in der Lage ist, den
Franken vor einer Aufwertung über das aktuelle Ziel hinaus zu schützen“.
| |
Flucht vor der Eurokrise – hohe Zuflüsse in
skandinavische Bondfonds 22.2.12 |
| | Die
US-amerikanische Ratingagentur Moody's hat vor kurzem erneut mit Nachdruck
auf die nach wie vor schwelenden Schuldenprobleme Europas aufmerksam gemacht
und einem allzu großen Optimismus der Anleger einen Dämpfer versetzt, indem
sie die Kreditwürdigkeit von sechs europäischen Staaten gesenkt hat. Als
eine Möglichkeit für Investoren, sich gegen Euro- und Europakrise
abzusichern und ihr Geld möglichst in Sicherheit zu bringen, ist die Anlage
in stabilen Fremdwährungen. Insbesondere die Währungen der drei
skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Dänemark, die sogenannten "Scandies",
gelten aufgrund ihrer vergleichsweise gesunden Staatshaushalte schon seit
einiger Zeit als "Fluchtwährungen".
Die dänische Zentralbank konnte zum Jahreswechsel erstmals in ihrer
Geschichte staatliche Geldmarktpapiere im Wert von knapp 310 Millionen Euro
mit einer negativen Rendite platzieren. Das bedeutet faktisch nichts
anderes, als dass Investoren bereit sind, eine Prämie dafür zu zahlen, dass
sie ihr Geld vermeintlich sicher anlegen dürfen. Investmentgesellschaften
verzeichneten dementsprechend im vergangenen Jahr aufgrund der Angst von
Anlegern vor einem Zusammenbruch der Eurozone beträchtliche Mittelzuflüsse
bei skandinavischen Renten- und Geldmarktfonds .
So gehörte beispielsweise der "Nordea Norwegian Kroner Reserve" in
der zweiten Hälfte 2011 zu den zwanzig meist verkauften Produkten, wie eine
von FONDS professionell durchgeführte Umfrage unter Maklerpools ergab (der
ausführliche Bericht wird im Ende März erscheinenden Heft 1/2012 zu lesen
sein). Weil sich die wirtschaftliche Lage im Norden Europas zum
Jahreswechsel nicht grundlegend geändert hat, sind die Fondsgesellschaften
zuversichtlich, auch in 2012 reichlich Käufer für ihre Devisenfonds zu
finden.
2011: Ein gutes Jahr für skandinavische Devisenfonds
In konkreten Zahlen registrierte der nordische Asset Manager "Nordea" für
seinen "Norwegian Bond Fund" und den "Norwegian Kroner Reserve" einen
weltweiten Nettomittelzufluss von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro.
Auch die Nordea-Fonds, die in schwedische und dänische Papiere investieren,
erreichten hohe Mittelzuflüsse. Der schwedische Mitbewerber SEB Asset
Management hatte ebenfalls großen Erfolg mit seinem "SEB Danish Mortgage
Bond Fund", der in dänische Hypothekenpfandbriefe investiert. "Das
Fondsvolumen hat sich in der Publikumsversion um 40 Millionen Euro auf knapp
70 Millionen Euro erhöht. Speziell für institutionelle Anleger aufgelegte
Varianten erzielten sogar Zuflüsse von rund einer halben Milliarde Euro",
sagt Stefan Klomfass, Leiter institutionelles Wertpapiergeschäft bei SEB AM.
Und eine Sprecherin von Skandia Investment bestätigte – ohne das näher zu
quantifizieren -, dass die hauseigenen Skandia-Fonds, die in schwedische
Rentenpapiere investieren, ebenfalls europaweit hohe Mittelzuflüsse
verzeichneten.
"Fluchtwährung" wichtig, aber nicht alleiniger Kaufgrund
Viele Anleger haben dabei Fondsanteile gekauft, um ihr Geld möglichst stabil
in einer "Fluchtwährung" anzulegen. "Der Aspekt, ihre Gelder über die
Eurozone hinaus zu diversifizieren, war für viele Kunden entscheidend für
eine entsprechende Investition", bestätigt Dan Sauer, Geschäftsführer der
Nordea Fonds Service GmbH, der deutschen Vertriebstochter Nordeas.
Allerdings war dies nicht der einzige Investitionsgrund, auch die
vergleichsweise hohen Renditen von einigen skandinavischen Rentenpapieren
spielten dabei eine Rolle. So berichtet Klomfass, dass die Eurokrise beim
Vertrieb des "SEB Danish Mortgage Bond Fund" zwar geholfen, für Investoren
aber nicht im Vordergrund gestanden habe: "Anleger sind auf der Suche nach
sicheren Rentenmärkten gewesen, die gleichzeitig eine überdurchschnittliche
Rendite bieten", so der Experte von SEB AM. "Und hier sind dänische
Hypothekenpfandbriefe interessant, weil die zur Sicherung eingesetzten
Hypotheken auf einer restriktiven Kreditvergabe basieren. Seit 200 Jahren
ist kein dänischer Pfandbrief ausgefallen, und die aktuelle Verzinsung der
Pfandbriefe liegt immer noch bei zwei bis drei Prozent."
Sinkende Renditen brachten Kursgewinne
Nimmt man die oben genannten Erfahrungen der Fondsgesellschaften, so ist für
Anleger neben einer sicheren Anlage natürlich auch die Gesamtperformance aus
ihrem Investment von Bedeutung. Sinkende Renditen in Skandinavien brachten
ansehnliche Kursgewinne bei länger laufenden Anleihen. In allen drei Ländern
sind die Renditen von Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren im letzten
Jahrzehnt von rund fünf Prozent (Schweden und Dänemark) beziehungsweise
sechs Prozent (Norwegen) auf rund 1,9 Prozent in Norwegen und Dänemark sowie
2,37 Prozent in Norwegen gefallen.
OECD: Wirtschaftsausblick für Skandinavien besser als für
Kerneuropa
Nun stellt sich die Frage, wie die Rahmenbedingungen für entsprechende
Investments im laufenden Jahr aussehen. Ihren Status als "sichere
Währungshäfen" dürften die drei skandinavischen Länder wohl auch in 2012
behalten. Im Falle von Norwegen, Schweden und Dänemark sind die
Wirtschaftsaussichten besser als für den Euroraum, auch wenn die
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für
Skandinavien mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums und sinkendem
Konsum im ersten Halbjahr 2012 rechnet. Der Abschwung in Dänemark dürfte
sogar länger anhaltend sein. Insgesamt geht die OECD wie auch andere
Analysten davon aus, dass sich auch der Norden Europas nicht von der
Entwicklung in Europa wird abkoppeln können.
Rückgang der Renditen in Skandinavien ein hohes Anlegervertrauen in
die "Scandies". Zum Vergleich: Das krisengeschüttelte Italien muss
Gläubigern derzeit einen Risikoaufschlag von über 5,5 Prozentpunkten für
10-Jahres-Anleihen zahlen. |
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Bantleon: "Die Lunte am Pulverfass EZB-Bilanz ist
gelegt" 22.2.12 |
| | Seit der
Eskalation der Eurokrise im Sommer 2011 wird die Europäische Zentralbank
(EZB) offenbar immer expansiver: Von Juli bis Dezember 2011 wuchs die
Bilanzsumme der EZB von 2,0 auf 2,7 Billionen Euro – während die Bilanzsumme
der US-Notenbank Fed im selben Zeitraum bei umgerechnet 2,2 Billionen Euro
stagnierte.
Das wirft die Frage auf, ob die EZB den Bogen damit nicht überspannt,
mein Bantleon-Analyst Daniel Hartmann, der auch eine Antwort auf die Frage
hat: Jein. Bei Betrachtung und Berücksichtigung aller äußeren Umstände kommt
er zu dem Fazit, dass die EZB-Politik ein alternativloses Experiment mit
unsicherem Ausgang ist.
Kurzfristig sei diese Liquiditätsflut sicherlich ein wichtiger
Beitrag zur Entspannung der Eurokrise, mittelfristig steige jedoch das
Risiko einer Vermögensblase. Die Lunte an das Pulverfass EZB-Bilanz ist also
gelegt, ob es zur Explosion kommt, ist aber noch offen. |
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Schroders: Gute Gewinnchancen mit asiatischen
Dividendeninvestments 22.2.12 |
| | In Zeiten
von niedrigen Zinsen und unsicheren Märkten gelten Anlagen mit einer
Dividendenstrategie immer noch als erfolgsversprechend. Richard Sennitt,
Fondsmanager für asiatische Anleihen beim britischen Vermögensverwalter
Schroder, ist der Auffassung, dass Anleger in Asien bei dem aktuellen
Marktniveau dort mit Dividendeninvestments äußerst gute Gewinnchancen haben.
Hinzu komme, wie er in einem aktuellen Beitrag schreibt, dass Unternehmen
mit hohen Dividendenausschüttungen in der Regel auch höhere Standards in der
Unternehmensführung hätten und somit dem Anleger Schutz vor unliebsamen
Überraschungen bieten.
Dividendenzahlung als Ausweis von solider Unternehmensführung
Denn in einer Region wie Asien, die in Angelegenheiten der
Unternehmensführung noch relativ unbedarft ist, bedeuten
Dividendenausschüttungen, dass Unternehmen Barmittel an Investoren
zurückgeben, anstatt dieses Geld für wertvernichtende Investitionen zu
verschwenden. Gleichzeitig unterwerfen sie sich beim nächsten Anzapfen der
Kapitalmärkte einer strengeren Kontrolle durch die Anteilseigner. "Weil
Dividenden nur aus realen Gewinnen und Cashflows gezahlt werden können,
hilft der Fokus auf Dividenden den Anlegern, Unternehmen mit zweifelhaften
Gewinnen zu meiden (denn diese dürften kaum über die tatsächlichen Barmittel
verfügen, die für die Auszahlung von Dividenden benötigt werden). Aufgrund
dieser Faktoren kann man davon ausgehen, dass Unternehmen mit hohen
Dividendenausschüttungen in der Regel auch höhere Standards in der
Unternehmensführung erfüllen", erklärt Sennitt die weiteren Vorteile eines
Fokus auf Dividendentitel."
ASEAN-Staaten rücken in den Fokus
Dagegen zeichnen sich laut Sennitt die ASEAN-Staaten (Brunei, Kambodscha,
Indonesien, Laos, Malaysia Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur,
Thailand, Vietnam) durch eine recht gute Ausgabendisziplin aus. Im
Verhältnis zum BIP liegen deren Ausgaben nach wie vor auf einem angemessenen
Niveau. Insgesamt stelle die Staatengemeinschaft daher eine sehr große
potenzielle Wirtschaftseinheit dar.
Für viele der Unternehmen innerhalb der Region sei die Ende der
Neunzigerjahre durchgestandene Asienkrise aber immer noch ein wichtiges
Thema schreibt Sennitt: "Nach dieser Erfahrung sind die Unternehmen
vorsichtiger geworden und weisen daher im Vergleich zu anderen Regionen den
geringsten Verschuldungsgrad auf." Für dividendenorientierte Anleger sei
jedoch von Interesse, dass immer mehr Unternehmen der ASEAN-Staaten
begreifen, dass sich eine progressive Dividendenpolitik für sie auszahlt.
Infolgedessen zeichne sich dort allmählich ein Trend hin zu einer
dividendenfreundlicheren Unternehmenskultur ab.
Ausblick für 2012
Nach den Marktturbulenzen im letzten Jahr, die die asiatischen Märkte
stärker als die meisten anderen Länder in Mitleidenschaft gezogen hatten,
könne 2012 ein interessantes Jahr werden: die Bewertungen hätten nun Niveaus
erreicht, die für Asien-Anleger in der Vergangenheit gute Kaufgelegenheiten
darstellten. Da jedoch Angst die vorherrschende Stimmung am Markt ist, lasse
sich die kurzfristige Entwicklung nicht voraussagen. "Anleger sollten sich
daher auf Unternehmen mit im Inland generierten Cashflows konzentrieren,
wodurch sie sich teilweise vor kurzfristigen Turbulenzen aufgrund der
Entwicklung der Weltwirtschaft schützen können. Längerfristig sind wir
zuversichtlich, dass Anleger ausgehend vom aktuellen Marktniveau in Asien
äußerst gute Gewinnchancen haben", prognostiziert
Sennitt | |
PEH: "Inflation ist der schwarze
Schwan der nächsten Jahre" 21.2.12 |
| | Die
Experten der PEH Wertpapier wechselten in den letzten Wochen ins
Bullenlager, sind für Aktien sehr optimistisch und erhöhten die Aktienquoten
in ihren verwalteten Portfolios von rund 30 Prozent auf ein Niveau zwischen
80 und 100 Prozent. Die Gründe für diese optimistische Sichtweise
präsentierte Martin Stürner, Vorstandsvorsitzender der PEH Wertpapier AG,
auf einer Presseveranstaltung diese Woche in Wien.
Reichlich Liquidität
Auch wenn Griechenland und Portugal weiterhin die großen
Sorgenkinder bleiben und ein Euro-Austritt Griechenlands kein Tabuthema mehr
sei, konnten risikobereite Investoren in den ersten Januarwochen dieses
Jahres ordentliche Renditen erzielen: Eine reichliche Liquiditätszufuhr in
Verbindung mit einer anhaltenden Niedrigzinspolitik der westlichen
Notenbanken sorgte bei italienischen Staatsanleihen für einen Kurssprung von
rund zehn Prozent und Zugewinne bei den Aktienindizes.
Dafür verantwortlich waren laut Stürner auch die extrem niedrigen
Aktienquoten institutioneller Investoren im zweiten Halbjahr 2011, die per
Jahresanfang etwas erhöht wurden. Rückenwind erhalten die Märkte von guten
Unternehmensergebnissen sowie von Auftragseingängen der US-Industrie, die
sich einem Rekordniveau nähern. „Der Realwirtschaft geht es gut, es handelt
sich daher um eine Staatsschuldenkrise und nicht um eine Wirtschaftskrise.
Im Unterschied zu den Krisenjahren 2007/08 sind die Unternehmen besser
finanziert und eine Angst vor einem Credit Crunch ist unbegründet“,
erläuterte Stürner. Unterstützend wirken einerseits Aktienrückkäufe von
US-Unternehmen (allein 2011 wurden um 400 Milliarden US-Dollar eigene Aktien
zurückgekauft) sowie andererseits sinkende Arbeitslosenzahlen in den USA in
Verbindung mit einem steigenden Konsumentenvertrauen.
Strukturreformen sollten Wende bringen
Eine fallende Arbeitslosenrate ist auch in Deutschland zu
verzeichnen, diese ist (abgesehen von einem Rückgang der erwerbsfähigen
Bevölkerung) das Ergebnis von Strukturreformen der ehemaligen
Rot/Grün-Regierung unter Gerhard Schröder („Agenda 2010“). An dieser
Strukturreform sollten sich die Länder Südeuropas ein Beispiel nehmen,
Italiens neuer Premierminister Mario Monti sei der richtige Mann für die
Maßnahmenumsetzung – bis zum Wirksamwerden müsse jedoch Geduld aufgebracht
werden.
Probleme werden gelost
Als „beste Botschaft“ sieht Stürner den Umstand, dass die
Märkte auf negative Botschaften wie Bonitätsherabstufungen von Staaten
seitens der Ratingagenturen kaum (oder nicht mehr lang) negativ reagieren
und in Folge sogar mit Kursanstiegen antworten. Stürner: „Es ist schon viel
Pessimismus eingepreist.“ Massive Unterstützung kommt von den EZB-Tendern.
Nach einem Tender von rund 500 Milliarden Euro letzten Dezember kommt der
nächste Tender in unbestimmter Höhe Ende Februar 2012. Dabei können sich
Banken bei der EZB unlimitiert Geld um ein Prozent auf drei Jahre ausborgen.
Die erhaltenen Milliardenbeträge investieren die Geldhäuser in (dreijährige)
Staatsanleihen der Peripherie, die Renditen von weit mehr als einem Prozent
bieten. Durch diese Zinsspanne können die Banken hohe Gewinne erzielen und
dadurch ihre Bilanzen sanieren. Zusätzlich fördern diese Tender die
Nachfrage nach Staatsanleihen und gleichen die negativen Effekte eines
austrocknenden Geldmarkts aus. „Der Super-GAU wird nicht passieren“, meinte
Stürner und erklärte, dass Schulden an sich kein Problem darstellen, solange
die Gläubiger an eine verlässliche Rückzahlung glauben würden. Die weiter
wachsenden Staatsschuldenberge sollten nach Einschätzung Stürners durch eine
höhere Inflation „weginflationiert“ werden und könnten Teil des
Lösungspakets sein.
Ein schwarzer Schwan im Anflug
Eine Gefahr, die in letzter Zeit aus den Schlagzeilen
verschwand und auch in den Anlageausschusssitzungen institutioneller
Investoren kaum mehr thematisiert wird. Zu Unrecht, meint Stürner:
„Inflation ist der schwarze Schwan der nächsten Jahre!“ Einen Vorgeschmack
geben einerseits steigende Löhne in den Produktionsbetrieben der Emerging
Markets (in China und Indien soll es Zuwächse zwischen 20 und 30 Prozent
geben), andererseits auch die deutschen Großhandelspreise, die weiter
deutlich ansteigen und damit eine wachsende Inflation in Deutschland
wahrscheinlicher machen. Sofern es den Unternehmen gelingen sollte, diese
Preiserhöhungen auf die Konsumenten abzuwälzen, sind Aktien als Sachwerte in
Zeiten höherer Inflation zukünftig ein besseres Investment als
festverzinsliche Rentenpapiere mit Ausnahme inflationsgeschützter Anleihen.
Warum gerade jetzt Aktien kaufen ?
Für Aktien sprechen eine aktuelle attraktive Bewertung
(Kurs-Gewinn-Verhältnisse unter dem langjährigen Durchschnitt, hohe
Gewinnmargen) sowie die Untergewichtung von Dividendenpapieren in den
Portfolios institutioneller Investoren. Vor allem eine Analyse des Zyklus
der 10-Jahres-Renditen für Aktien signalisiert ein markantes
Erholungspotenzial: Auf Sicht von zehn Jahren war sowohl beim MSCI-World als
auch beim DAX nicht viel zu gewinnen. „Hinter uns liegt ein verlorenes
Jahrzehnt für die Aktienmärkte – die Chancen stehen gut, dass diese Phase
der Unterbewertung zu Ende geht.“ Die Chancen dafür sind, wenn man der
Historie Glauben schenken darf, durchaus gut: Ein ähnliches Umfeld gab es
Ende der Siebziger Jahre, das den Auftakt für einen zwanzigjährigen
Bullenmarkt bot. |
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BlackRock: Potenzial am Energiemarkt trotz
hoher Ölpreise 21.2.12 |
| | Wegen des
kräftigen Kursrückgangs im letzten Jahr haben sich die Bewertungen der
Unternehmen aus Sicht der BlackRock-Experten von ihrem tatsächlichen
Betriebsumfeld abgekoppelt. So ist in den Kursen vieler Unternehmen – wie
etwa der kanadischen Ölsandproduzenten – ein deutlich niedrigerer Ölpreis
eingepreist als der, der an den Terminmärkten erzielbar ist. Damit die
Bewertungen der Ölsandproduzenten den aktuellen Preis an den Terminmärkten
widerspiegeln, müssten ihre Aktienkurse um ganze 50 Prozent steigen!
Die Analysten macht in vielen verschiedenen Teilsektoren und Ländern
Wertpotenzial aus, möchte jedoch für den BGF World Energy Fund vor allem
vier Themen für das kommende Jahr hervorheben:
Restrukturierungen
Nach Meinung von BlackRock sei es in der Vergangenheit immer wieder
gelungen, günstig bewertete Unternehmen aufzuspüren, bei denen das
Rohstoff-Team wegen laufender Restrukturierung mit einer Neubewertung
rechnete – und damit Recht behielt. Beispiele seien unter anderem Conoco
Phillips, Rowan, Marathon, BP und Tesoro. Solche Aktien würden sich
ungeachtet des gesamtwirtschaftlichen Umfelds positiv entwickeln können,
weshalb BlackRock immer auf der Suche nach neuen lukrativen Gelegenheiten
ist – Nexen und Talisman sind zwei Firmen, auf die das in nächster Zeit
zutreffen könnte.
Normalisierung im Golf von Mexiko
Nach der Ölkatastrophe im Jahr 2010 hatte man im gesamten Golf von Mexiko
die Bohraktivitäten zu Explorations- und Erschließungszwecken auf Eis
gelegt. Das schickte die Kurse der in der Region tätigen Unternehmen auf
Talfahrt. Inzwischen werden wieder Bohrgenehmigungen erteilt, wenn auch
zögerlich. In diesem Jahr dürften einige Unternehmen, die in den letzten 18
Monaten zur Untätigkeit verdammt waren, ihre Erschließungsprojekte wieder
aufnehmen. Von verstärkter Aktivität der Ölfirmen dürften auch diverse in
unserem Depot enthaltene Öldienstleister profitieren. Der BGF World Energy
Fund ist über eine Vielzahl von Positionen – wie Anadarko, Noble Energy,
National Oilwell Varco und Rowan – in diesem Bereich engagiert.
Exploration und Erschließung entdeckter Ölvorkommen
Mehr als 90 Prozent des Fondsvermögens ist derzeit in Firmen mit
produzierenden Vermögenswerten angelegt, die einen Cashflow erzeugen. Das
bedeute jedoch keineswegs, dass Entdeckung und Erschließung neuer Vorkommen
keine wichtigen Themen für den Fonds sind. Die Bewertungen vieler Firmen im
Fonds werden laut den BlackRock-Experten durch ihre vorhandene Produktion
und Fähigkeit gestützt, ihren Cashflow in neue Erschließungs- und
Entwicklungsprojekte zu reinvestieren und so den Wert ihres Unternehmens zu
steigern. Das vor uns liegende Jahr dürfte in dieser Hinsicht zahlreiche
spannende Entwicklungen für den Fonds bereithalten – so rechnet das
Rohstoff-Team bei einigen ihrer Bestände mit Neuigkeiten zu wichtigen
Explorationsvorhaben in West- und Ostafrika sowie in Thailand und Polen.
Explorationserfolge dieser Firmen könnten sich als wichtiger
Performancetreiber für BGF World Energy Fund im kommenden Jahr erweisen.
US-Erdgas
Kurzfristig schätzt BlackRock den Ausblick für den US-Erdgaspreis als wenig
berauschend ein. Längerfristig aber könnte die steigende Nachfrage wegen der
Umstellung von Kohlekraftwerke auf Gas und der erweiterten
Exportmöglichkeiten den Weg für einen Preisanstieg ebnen. Die derzeit
schwachen Rohstoffpreise würden jedenfalls eine gute Gelegenheit bieten,
Gasunternehmen mit hochwertigen langlebigen Produktionsanlagen günstig zu
erwerben. |
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Flucht vor der Eurokrise – hohe Zuflüsse in
skandinavische Bondfonds 21.2.12 |
| | Die
US-amerikanische Ratingagentur Moody's hat vor kurzem erneut mit Nachdruck
auf die nach wie vor schwelenden Schuldenprobleme Europas aufmerksam gemacht
und einem allzu großen Optimismus der Anleger einen Dämpfer versetzt, indem
sie die Kreditwürdigkeit von sechs europäischen Staaten gesenkt hat. Als
eine Möglichkeit für Investoren, sich gegen Euro- und Europakrise
abzusichern und ihr Geld möglichst in Sicherheit zu bringen, ist die Anlage
in stabilen Fremdwährungen. Insbesondere die Währungen der drei
skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Dänemark, die sogenannten "Scandies",
gelten aufgrund ihrer vergleichsweise gesunden Staatshaushalte schon seit
einiger Zeit als "Fluchtwährungen".
Die dänische Zentralbank konnte zum Jahreswechsel erstmals in ihrer
Geschichte staatliche Geldmarktpapiere im Wert von knapp 310 Millionen Euro
mit einer negativen Rendite platzieren. Das bedeutet faktisch nichts
anderes, als dass Investoren bereit sind, eine Prämie dafür zu zahlen, dass
sie ihr Geld vermeintlich sicher anlegen dürfen. Investmentgesellschaften
verzeichneten dementsprechend im vergangenen Jahr aufgrund der Angst von
Anlegern vor einem Zusammenbruch der Eurozone beträchtliche Mittelzuflüsse
bei skandinavischen Renten- und Geldmarktfonds .
So gehörte beispielsweise der "Nordea Norwegian Kroner Reserve" in
der zweiten Hälfte 2011 zu den zwanzig meist verkauften Produkten, wie eine
von FONDS professionell durchgeführte Umfrage unter Maklerpools ergab (der
ausführliche Bericht wird im Ende März erscheinenden Heft 1/2012 zu lesen
sein). Weil sich die wirtschaftliche Lage im Norden Europas zum
Jahreswechsel nicht grundlegend geändert hat, sind die Fondsgesellschaften
zuversichtlich, auch in 2012 reichlich Käufer für ihre Devisenfonds zu
finden.
2011: Ein gutes Jahr für skandinavische Devisenfonds
In konkreten Zahlen registrierte der nordische Asset Manager "Nordea" für
seinen "Norwegian Bond Fund" und den "Norwegian Kroner Reserve" einen
weltweiten Nettomittelzufluss von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro.
Auch die Nordea-Fonds, die in schwedische und dänische Papiere investieren,
erreichten hohe Mittelzuflüsse. Der schwedische Mitbewerber SEB Asset
Management hatte ebenfalls großen Erfolg mit seinem "SEB Danish Mortgage
Bond Fund", der in dänische Hypothekenpfandbriefe investiert. "Das
Fondsvolumen hat sich in der Publikumsversion um 40 Millionen Euro auf knapp
70 Millionen Euro erhöht. Speziell für institutionelle Anleger aufgelegte
Varianten erzielten sogar Zuflüsse von rund einer halben Milliarde Euro",
sagt Stefan Klomfass, Leiter institutionelles Wertpapiergeschäft bei SEB AM.
Und eine Sprecherin von Skandia Investment bestätigte – ohne das näher zu
quantifizieren -, dass die hauseigenen Skandia-Fonds, die in schwedische
Rentenpapiere investieren, ebenfalls europaweit hohe Mittelzuflüsse
verzeichneten.
"Fluchtwährung" wichtig, aber nicht alleiniger Kaufgrund
Viele Anleger haben dabei Fondsanteile gekauft, um ihr Geld möglichst stabil
in einer "Fluchtwährung" anzulegen. "Der Aspekt, ihre Gelder über die
Eurozone hinaus zu diversifizieren, war für viele Kunden entscheidend für
eine entsprechende Investition", bestätigt Dan Sauer, Geschäftsführer der
Nordea Fonds Service GmbH, der deutschen Vertriebstochter Nordeas.
Allerdings war dies nicht der einzige Investitionsgrund, auch die
vergleichsweise hohen Renditen von einigen skandinavischen Rentenpapieren
spielten dabei eine Rolle. So berichtet Klomfass, dass die Eurokrise beim
Vertrieb des "SEB Danish Mortgage Bond Fund" zwar geholfen, für Investoren
aber nicht im Vordergrund gestanden habe: "Anleger sind auf der Suche nach
sicheren Rentenmärkten gewesen, die gleichzeitig eine überdurchschnittliche
Rendite bieten", so der Experte von SEB AM. "Und hier sind dänische
Hypothekenpfandbriefe interessant, weil die zur Sicherung eingesetzten
Hypotheken auf einer restriktiven Kreditvergabe basieren. Seit 200 Jahren
ist kein dänischer Pfandbrief ausgefallen, und die aktuelle Verzinsung der
Pfandbriefe liegt immer noch bei zwei bis drei Prozent."
Sinkende Renditen brachten Kursgewinne
Nimmt man die oben genannten Erfahrungen der Fondsgesellschaften, so ist für
Anleger neben einer sicheren Anlage natürlich auch die Gesamtperformance aus
ihrem Investment von Bedeutung. Sinkende Renditen in Skandinavien brachten
ansehnliche Kursgewinne bei länger laufenden Anleihen. In allen drei Ländern
sind die Renditen von Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren im letzten
Jahrzehnt von rund fünf Prozent (Schweden und Dänemark) beziehungsweise
sechs Prozent (Norwegen) auf rund 1,9 Prozent in Norwegen und Dänemark sowie
2,37 Prozent in Norwegen gefallen.
OECD: Wirtschaftsausblick für Skandinavien besser als für
Kerneuropa
Nun stellt sich die Frage, wie die Rahmenbedingungen für entsprechende
Investments im laufenden Jahr aussehen. Ihren Status als "sichere
Währungshäfen" dürften die drei skandinavischen Länder wohl auch in 2012
behalten. Im Falle von Norwegen, Schweden und Dänemark sind die
Wirtschaftsaussichten besser als für den Euroraum, auch wenn die
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für
Skandinavien mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums und sinkendem
Konsum im ersten Halbjahr 2012 rechnet. Der Abschwung in Dänemark dürfte
sogar länger anhaltend sein. Insgesamt geht die OECD wie auch andere
Analysten davon aus, dass sich auch der Norden Europas nicht von der
Entwicklung in Europa wird abkoppeln können.
Dennoch haben die drei Staaten laut OECD neben guten Wachstumsraten
immer noch solide Staatshaushalte und niedrige Haushaltsdefizite. Vor allem
Norwegen steht aufgrund seiner reichen Ölvorkommen gut da. Zudem werden
Norwegen und Schweden auf Basis der fünfjährigen Credit Default Swaps (CDS)
immer noch unter die sichersten Staaten weltweit eingestuft. Und schließlich
zeigt der starke Rückgang der Renditen in Skandinavien ein hohes
Anlegervertrauen in die "Scandies". Zum Vergleich: Das krisengeschüttelte
Italien muss Gläubigern derzeit einen Risikoaufschlag von über 5,5
Prozentpunkten für 10-Jahres-Anleihen zahlen. |
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Metzler AM: Griechenland hat nur in der Eurozone
Zukunft 20.2.12 |
| | Nach
Meinung der Experten von Metzler Asset Management würde ein Austritt
Griechenlands aus dem Euro und eine Wiedereinführung der Drachme kaum zu
einer Verbesserung beim Außenhandel führen sondern zu Inflation.
Griechenland sei offensichtlich insolvent und darüber hinaus aufgrund der
hohen Zahl an Staatsdienern und der in vielen Bereichen fehlenden
marktwirtschaftlichen Strukturen eher ein sozialistisches Land als eine
freie Marktwirtschaft. Der Wettbewerbsvorteil einer Abwertung wäre daher
sehr schnell wieder aufgezehrt. Weiters könnten die Griechen kaum die
lebensnotwendigen Importe in Drachme bezahlen und würden sehr wahrscheinlich
auch keine Euro- oder US-Dollar-Kredite erhalten. Für die Metzler-Experten
steht daher fest: Für Griechenland gibt es nur in der Europäischen
Währungsunion eine Zukunft. Die harten Sparmaßnahmen und Strukturreformen
seien für das Land sogar eine Chance, die Wirtschaft umzubauen und
zukunftsfähiger zu machen. Bisher scheinen einzelne mächtige
Interessengruppen innerhalb Griechenlands jeden Fortschritt verhindert zu
haben.
Reformfähig oder Fass ohne Boden?
Für die anderen europäischen Ländern stellt sich trotz allem die Frage, ob
Griechenland wirklich reformfähig ist oder sich zu einem Fass ohne
Boden entwickelt. Sollte Griechenland permanent auf
Transferleistungen angewiesen sein, müsste eigentlich ein Schlussstrich
gezogen werden und Griechenland dürfte keine weiteren Hilfen erhalten. Da
das Finanzsystem in Europa sehr eng verflochten ist, könnte jedoch ein
"Default" von Griechenland ein ähnliches Ereignis sein wie der Kollaps von
Lehman Brothers im Herbst 2008. Laut Metzler AM kann derzeit niemand die
Folgen eines griechischen Zahlungsausfalls wirklich abschätzen. Aufgrund der
hohen Staatsverschuldung in vielen europäischen Ländern und der
Unterkapitalisierung vieler europäischer Banken könnte Europa kaum eine
Verschärfung der Finanzkrise durch Gegenmaßnahmen abfedern. Es wäre
wahrscheinlich im aktuellen Umfeld zu riskant, Griechenland fallen
zu lassen.
Zweites Rettungspaket immer wahrscheinlicher
Nach aktuellen Meldungen scheinen die Chancen scheinen gestiegen zu sein,
dass beim heutigen Treffen der Euro-Finanzminister das zweite Rettungspaket
für Griechenland beschlossen wird. Die Hellenen haben die Forderungen
erfüllt und auch die EZB scheint einen Weg gefunden zu haben, ihren Bestand
an griechischen Staatsanleihen vor einer Umschuldung schützen zu können:
Umtausch des Bestands an griechischen Anleihen in neue Anleihen, die nicht
auf griechischem Recht beruhen. Somit wären die neuen Anleihen der EZB nicht
mehr von einer rückwirkenden Einführung von Umschuldungsklauseln (CAC –
Collective Action Clauses) betroffen, die Anleihen unter griechischem Recht
drohen.
Weiterhin Optimismus für Deutschland
In einer Pressekonferenz sprach EZB-Präsident Draghi von ersten Anzeichen
einer Stabilisierung der europäischen Konjunkturindikatoren und von den –
insbesondere in Deutschland – guten Wachstumsperspektiven. Auch die Experten
von Metzler AM sind weiterhin optimistisch für Deutschland und erwarten
einen weiteren Anstieg des ifo-Index auf 109 – die deutsche Konjunktur zeige
damit klare Aufschwungstendenzen. In den anderen Mitgliedsländern der
europäischen Währungsunion sieht es dagegen deutlich schlechter aus. So
erwartet Metzler AM keine Verbesserung beim französischen
Geschäftsklimaindex INSEE und bei den Einkaufsmanagerindizes aus der
Eurozone. Nichtsdestotrotz wäre die Stabilisierung der Konjunkturindikatoren
schon eine deutlich bessere Entwicklung als aufgrund der
Finanzmarktturbulenzen erwartet werden konnte. Zumal EZB-Präsident Draghi
darauf hinwies, dass die positiven Effekte aus dem ersten Drei-Jahrestender
der EZB noch nicht vollständig in der Wirtschaft angekommen sind. Vor diesem
Hintergrund revidieren die Metzler-Manager ihre Leitzinsprognose in der
Eurozone auf ein unverändertes Niveau von 1,0 Prozent bis Jahresende –
bisher sind sie von zwei weiteren Leitzinssenkungen auf 0,5 Prozent
ausgegangen. |
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Schmitz & Partner: Aktien aktuell sicherer als
Anleihen 13.2.12 |
| | Düstere
Aussichten für die Weltwirtschaft, Griechenpleite, Eurokrise und mögliche
andere Staatspleiten, Minizinsen für deutsche Staatsanleihen, – es gibt
aktuell viele Baustellen und Stolperfallen für Investoren. Doch selbst wenn
die Weltwirtschaft ins Straucheln geraten sollte, spricht derzeit alles für
Aktien, meint Holger Schmitz, Vorstand der Schmitz & Partner AG – Privates
Depotmanagement, der früher mehrere Jahre mit Börsenlegende André Kostolany
zusammenarbeitete . Gerade in unsicheren Zeiten sei es richtig, Aktien oder
Aktienfonds zu kaufen und dann auch möglichst langfristig zu halten,erläutert
Schmitz.
Er geht davon aus, dass man in diesem Jahr einen Aufschwung bei
Aktien erwarten darf, die aktuell historisch niedrig bewertet seien. Dazu
kommt, dass sich die Weltaktienmärkte trotz aller Missstände, bereits im
letzten Jahr bemerkenswert stabil gezeigt hätten. Gemessen am
Weltaktienindex MSCI World hätten Aktien auf Eurobasis gerade einmal 4,5
Prozent verloren, wie Schmitz anmerkt. Dagegen verzeichneten Staatsanleihen
von Ländern wie Italien oder Spanien, die noch vor kurzem als sicherer Hafen
galten, teilweise weit dramatischere Einbußen.
Negative Trend an den Rentenmärkten bleibt auf der Agenda
So hätten die Zinsen bei Anleihen, die auch heute noch als sicher gelten,
mitunter sogar neue Tiefstände erreicht: Die Rendite der zehnjährigen
deutschen Bundesanleihen fiel von rund drei Prozent zu Jahresbeginn 2011 auf
nur noch knapp zwei Prozent am Jahresende. Nach Abzug der Inflation zahlen
Anleger bei einem solchen Zinsniveau drauf. Und nichts spricht derzeit
dafür, dass sich der negative Trend an den Rentenmärkten umkehrt, meint
Schmitz: „Durch die Weigerung der Politiker, das Problem der Eurokrise an
der Wurzel zu packen, wird es wie bereits 2011 zu negativen realen oder
sogar nominalen Renditen kommen,“ ist der Experte überzeugt, der als Folge
dieser Entwicklung zusätzlichen Rückenwind für Aktien wittert.
Erhöhung der Geldmenge lässt Aktienkurse steigen
Die immer neuen Versuche, den Euro zu retten, würden zudem für die
Anlageklasse Aktien sprechen. „Sinkt das Vertrauen in den Geldwert so stark,
dass die Anleger nur noch bei Sachwerten wie Aktien und Gold eine
Kapitalerhaltung vermuten, ist ein Kaufansturm auf solche Werte selbst dann
denkbar, wenn die Unternehmensgewinne nicht weiter steigen oder sogar
fallen“.
Für steigende Kurse spreche ihm zufolge zudem auch ser dramatische
Anstieg der umlaufenden Geldmenge. Diese hat ihre Ursache wiederum in der
„Problemlösungsstrategie“ der Staaten, die darin liegt, mehr und mehr Geld
zu drucken. „Insbesondere der Effekt, dass immer mehr Geld über die heiß
laufenden Druckerpressen in Umlauf kommt, ohne dass entsprechend mehr Güter
oder Dienstleistungen produziert werden, sorgt für mehr Nachfrage nach gut
gemanagten und vor allem auch werthaltigen Unternehmen. Das lässt dann
wiederum auch deren Aktienkurse steigen".
Enteignungen werden kommen
Zusätzlich müssen sich Anleger Schmitz zufolge 2012 und wohl auch in den
folgenden Jahren auf Enteignungen durch den Staat einstellen. Denn die immer
weiter steigenden Staatsschulden können nur durch das Geld der Bürger
aufgefangen werden – sei es durch direkte Enteignungen wie beispielsweise
Vermögenssteuer, Lastenausgleichs- und Hypothekengewinnabgaben oder durch
indirekte Enteignung wie steigende Inflationsraten.„Ausgehend
von den Erfahrungen der letzten Jahre lautet meine Prognose, dass sich weder
an der stetig steigenden Staatsverschuldung noch an der drohenden Inflation
in absehbarer Zeit etwas ändern wird“, so Schmitz in seinem
Fazit. | |
Mobius: Frontier Markets
werden zunehmend liquider 13.2.12 |
| | „In einer
zunehmend vernetzten Welt mit neuen Finanzprodukten und ihren Auswirkungen
auf die breiten Märkte und verschiedene Anlageklassen haben sich die
globalen Finanzmärkte in den letzten zehn Jahren rasch gewandelt. Die
Weltwirtschaft wird inzwischen strukturell anders wahrgenommen“, schreibt
Mark Mobius, leitender Vorsitzender der Templeton Emerging Markets Group, in
einem aktuellen Ausblick für Schwellen- und Grenzmärkte. Unter diesen
Aspekten gilt die USA für den Starfondsmanager nicht länger als der globale
Wachstumsmotor.
Mobius erwartet eine recht ungleiche Erholung der Weltwirtschaft in
den kommenden Jahren. So werden die Emerging Markets ihren dynamischen
Wachstumskurs fortsetzen, während die Industrieländer langsamer expandieren,
da sie weiterhin die Kosten der jüngsten Exzesse im Finanzsektor sowie
rückläufige Produktivität absorbieren müssen. „Wir denken, dass die
Aktienmärkte von Schwellenländern noch viel größer werden könnten als heute.
In den kommenden zehn Jahren könnten sie den Gesamtwert der Aktienmärkte der
USA, Japans und Europas sogar übersteigen“, sagt der
Emerging-Markets-Experte. Die Schwellenmärkte sind seit 1986 weit
vorangekommen, als die Internationale Finanz-Corporation (IFC), eine
Weltbank-Tochter, mit der Förderung der Entwicklung der Kapitalmärkte in
weniger entwickelten Ländern begann. Seitdem haben sich die Schwellenländer
von einfachen Billigproduktionsländern zu wachstumsorientierten
Volkswirtschaften mit einer sehr starken Verbraucherbasis entwickelt. Die
Binnennachfrage dürfte hier auch angesichts der Schwierigkeiten in den
Industrieländern künftig eine noch wichtigere Rolle spielen.
Rohstoffe bleiben Kernthema
In Schwellenländern werde der Binnenkonsum von steigenden Einkommen und
einer jüngeren Arbeitsbevölkerung getragen, erklärt Mobius. „Die Regierungen
werden neue geeignete politische Programme formulieren müssen, um die
Beschäftigung zu fördern und der Einkommensungleichheit entgegenzuwirken.
Unseres Erachtens werden alle Schwellenmärkte einschließlich der sogenannten
BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) ihren langfristigen
Wachstumskurs fortsetzen.“ Die Templeton Emerging Markets Group hat in der
Vergangenheit in alle Schwellenmärkte investiert, insbesondere in die
neueren Grenzmärkte, und werde dies laut Mobius auch in Zukunft tun. Neben
konsumabhängigen Sektoren bleiben auch Rohstoffe angesichts einer
anhaltenden Nachfrage aus Wachstumsländern sowie weltweiter Angebotsengpässe
ein Kernthema.
Grenzmärkte immer liquider
Das Wirtschaftswachstum in vielen Grenzmärkten sei nach wie vor hoch, sogar
kräftiger als in manchen Schwellenländern, konstatiert Mobius. „Dort wächst
nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kapitalmärkte. Einige dieser
Länder entwickeln sich von kleinen und illiquiden zu großen und liquiden
Märkten.“ Viele Grenzmärkte sind auch führende Produzenten von Öl, Gas und
Edelmetallen und gut aufgestellt, um von der hohen weltweiten Nachfrage nach
diesen Ressourcen zu profitieren. Größere Schwellenländer wie China, Indien,
Russland und Brasilien unterstützen außerdem durch beträchtliche
Investitionen.
"Märkte bleiben volatil"
„Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre sollten sich Schwellenmärkte gut
entwickeln. Die Marktvolatilität wird anhalten und könnte sogar steigen,
wenn Derivate weiter anwachsen, weil der Hochfrequenzhandel zunimmt und die
Märkte internationaler werden. Ein weiterer Faktor sind potenzielle
Staatspleiten in Europa und deren Auswirkungen auf andere Länder. Unseres
Erachtens werden diese Länder weiter praktikable Lösungen für kurzfristige
Probleme finden und die Möglichkeit bekommen, ihre Haushalte mittelfristig
zu konsolidieren“, erklärt Mobius. Es komme darauf an, „gut kapitalisierte
unterbewertete Unternehmen mit einzigartigem und wettbewerbsfähigem
Produktangebot“ ausfindig zu machen. Besonders attraktiv sind für den
Börsenguru Unternehmen, die zuverlässig solide Dividenden ausschütten. |
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Blackrock: Dividendenwachstum wichtiger als
Dividenden - Rendite 9.2.12 |
| | Angesichts
niedriger Zinsen und einer unsicheren Marktsituation stehen
Dividendenstrategien immer stärker im Fokus der Anleger. Analysten schätzen
dabei dass die hohe Nachfrage auch dazu führt, dass DAX-Unternehmen in
diesem Jahr Dividenden in Höhe von 27 bis 28 Milliarden Euro ausschütten
werden und damit das Niveau von 2011 um zwei Milliarden Euro überbieten
werden. Anleger sollten dabei nicht nur auf die Höhe der Dividendenrendite
schauen, sondern vielmehr auf das Dividendenwachstum, berichtet Andreas
Zöllinger, Fondsmanager des BGD European Equity Income Fund
bei Blackrock, zum Anlageerfolg bei Dividendenstrategien.
Viele Anleger fallen bei einer statischen Analyse, die nur die
zuletzt ausgeschüttete Dividende berücksichtigt in die sogenannte „Value
Falle“. Was bedeutet, dass die Dividenden möglicherweise unter hohem
finanziellen Risiko ausgeschüttet wurden. Denn für den langfristigen Erfolg
ist nicht nur die Höhe der aktuellen Dividendenrendite, sondern das Wachstum
der Dividende entscheidend, denn dabei lässt sich ablesen, ob ein
Unternehmen in der Lage ist, auch weiterhin zu wachsen, so Zöllinger. Daher
konzentriert er sich bei der Auswahl der Aktien für seine Dividendenfonds
auf drei Kernfelder um aus den Aktien mit hoher Dividende diejenigen mit
hohem Dividendenwachstum herauszufiltern: die Nachhaltigkeit des
Geschäftsmodells, die finanzielle Position und die Dividendenpolitik. |
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FONDS professionell Umfrage: Viele Finanzprofis erwarten ein "Jahr der
Aktie" 8.2.12 |
| | Nach einem
schlechten Aktienjahr 2011 erwarten nicht wenige Investoren eine Erholung
der Märkte im laufenden Jahr. Das ergab auch die Auswertung einer Umfrage
von FONDS professionell ONLINE unter 195 Teilnehmern. So sind gut zwei
Drittel der Befragten 2012 eher „bullish“ gegenüber Aktien eingestellt. Nur
rund neun Prozent halten diese Asset Klasse angesichts der globalen
Wirtschaftslage immer noch für zu unsicher.
Mehr als 35 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass
Aktien 2012 die profitabelste Anlageklasse sein werden. 31 Prozent sind der
Meinung, dass Aktien grundsätzlich immer Teil jedes Portfolios sein sollen.
Zur Aufhellung der Anlegerstimmung dürfte auch die jüngste Erholung des DAX
beigetragen haben. Gab es 2011 Einbußen von insgesamt 15,61 Prozent, hat der
deutsche Leitindex mit einem Plus von elf Prozent per 6. Februar einen guten
Start ins laufende Jahr hingelegt. Dass Aktien zwar riskant bleiben, einige
Werte jedoch großes Potenzial nach oben bieten, glaubt etwa ein Viertel der
Befragten. |
|
BGH: Steuersünder kommen schneller ins Gefängnis
8.2.12 |
| | Steuersünder, die dabei ertappt werden, dass sie mehr als eine Million Euro
am deutschen Fiskus vorbeigeschmuggelt haben, werden zukünftig in der Regel
hinter schwedische Gardinen wandern. Eine Aussetzung auf Bewährung soll
entsprechend nur noch in begründeten Ausnahmefällen möglich sein. Das hat
der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe jetzt entschieden.
Mit dem Urteil hob der 1. Strafsenat die Bewährungsstrafe für einen
Geschäftsmann aus Augsburg auf und folgte damit der Revision der
Staatsanwaltschaft. Der Fall wandert damit an das landgericht Augsburg
zurück, das jetzt ein neues Strafmaß ansetzen muss, das sich an der
BGH-Sprechung orientiert.
Im konkreten Fall ging es um einen Angeklagten, der Steuern in Höhe
von 1,14 Million Euro hinterzogen hatte. Zum einen hatte er gegenüber dem
Finanzamt einen zu niedrigen Aktienanteil angegeben, den er im Zuge eines
Unternehmensverkaufs eingenommen hatte. Zum anderen hatte er versucht, über
den Umweg einer Schenkung und ergo der Schenkungssteuer an seine Familie,
die fällige Lohnsteuer für sein Gehalt zu umgehen.Der
Mann hatte sich geständig gezeigt und war vom Landgericht Augsburg zu einer
Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, die allerdings zur
Bewährung ausgesetzt wurde. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und
forderte striktere Maßnahmen, wobei sie sich auf ein früheres
Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs vom Dezember 2008 berief, in dem
erstmals konkrete Leitlinien für Strafhöhen bei Steuerbetrug aufgestellt
wurden, wie der Spiegel schreibt.
Trotz dieser Grundsatzentscheidungen, blieb einigen
‚Groß-Steuersündern‘ der Knast erspart und sie kamen mit einer
Bewährungsstrafe davon. Dies wird angesichts des neuen BGH-Urteils künftig
jetzt nicht mehr so leicht möglich sein. |
|
Bantleon: Gute Aussichten auf breiter Front
7.2.12 |
| | Aktien und
andere risikobehaftete Assetklassen sind mit einem Kursfeuerwerk ins neue
Jahr gestartet. In diesem Tempo dürfte es zwar in den nächsten Monaten nicht
weitergehen, dennoch schaffen die weltwirtschaftliche Erholung sowie die
Liquiditätspolitik der Notenbanken ein weiterhin freundliches Umfeld in
allen Anlageklassen, meint Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter
Anlagemanagement des Anleihemanagers Bantleon. Selbst deutsche
Bundesanleihen sollten in Anbetracht dessen nur moderat unter Druck geraten.
In einem hausinternen Interview äußert er sich ausführlicher zu seiner
positiven Einschätzung für Aktien, Rohstoffe und Unternehmensanleihen.
Herr Dr. Preißler, Sie sehen das konjunkturelle Umfeld für
die Entwicklung risikobehafteter Assets positiv. Wie ist Ihr Ausblick für
die einzelnen Regionen?
Harald Preißler: In den USA dürfte die konjunkturelle
Erholung gut unterstützt werden, aber die Bäume werden nicht in den Himmel
wachsen. Der wachstumsdämpfende Deleveraging-Prozess ist nämlich noch nicht
zu Ende. Die privaten Haushalte haben ihren Schuldenstand zwar reduziert –
im Gegenzug hat der Staat jedoch seine Schulden gesteigert.
Nach der Präsidentschaftswahl im November 2012 rechnen wir mit
verstärkten Sparbemühungen, weshalb nach einer Wachstumsbelebung in diesem
Jahr mit einem BIP-Wachstum von 2,2 Prozent im Jahr 2013 schon wieder eine
konjunkturelle Abkühlung droht. Derweil mehren sich in den Schwellenländern
die Anzeichen für ein Ende der konjunkturellen Talfahrt. So haben die Trend
bestimmenden OECD-Frühindikatoren in wichtigen Regionen eine Bodenbildung
begonnen oder sogar bereits wieder nach oben gedreht.
Für China rechnen wir mit einem BIP-Wachstum von 8 bis 8,5 Prozent
nach 9,2 Prozent im Jahr 2011 und 10,4 Prozent im Jahr 2010. Die Eurozone
dürfte mit einem stagnierenden Bruttoinlandsprodukt das Schlusslicht der
Weltwirtschaft bleiben. Ursachen sind die riesigen öffentlichen
Konsolidierungsprogramme in Frankreich, Italien und Spanien. Für Deutschland
hingegen rechnen wir trotz des schwachen Jahresbeginns mit einem Wachstum
von knapp einem Prozent.
Was stimmt Sie dennoch optimistisch für Aktien, Rohstoffe und
Unternehmensanleihen?
Preißler: Ende 2011 und Anfang 2012 hat sich ein
Stimmungswandel an den Finanzmärkten vollzogen. Die Gründe sind zwei eng
miteinander verbundene Faktoren. Erstens wächst an den Märkten die
Überzeugung, dass die EZB ihrer Rolle als Retter in der Not allen Unkenrufen
zum Trotz doch nachkommt. Zweitens haben sich die konjunkturellen
Rahmenbedingungen überraschend schnell zum Positiven gewandelt. Zwar
befindet sich die Eurozone mitten in einer Rezession, die vor allem in den
Peripheriestaaten tiefe Spuren hinterlässt.Allerdings
halten sich die Auswirkungen auf die Kernländer in Grenzen. Deshalb reicht
die anziehende Expansionsdynamik in den USA im Verbund mit dem immer noch
hohen Wachstum in den Schwellenländern sowie den historisch günstigen
Finanzierungskonditionen in den Kernländern der Eurozone aus, um die
Weltwirtschaft zu beleben. Wir beobachten derzeit spürbar anziehende
Stimmungsindikatoren, was am ZEW-Index ebenso abgelesen werden kann wie an
der IFO- und der Einkaufsmanagererhebung.
Könnte es sich dabei nicht um ein Strohfeuer handeln?
Preißler: Wir gehen nicht davon aus, dass es sich hierbei
nur um ein Zucken im Abwärtstrend handelt, sondern um eine Trendwende.
Unseren eigenen Frühindikatoren zufolge hatten wir diese zwar erst für das
Ende des 1. Quartals beziehungsweise Anfang des zweiten Quartals 2012
erwartet, angesichts des überraschend kräftigen Rückenwinds von der
Geldpolitik ist der vorzeitige Trendwechsel aber durchaus plausibel.
Aus diesem konjunkturellen und geldpolitischen Umfeld folgt, dass
auch der Rückenwind für die Finanzmärkte noch eine Weile erhalten bleiben
dürfte, was für risikobehaftete Assets gute Rahmenbedingungen erwarten
lässt. Deshalb sollten aus strategischer Sicht Aktien, Rohstoffe und
Unternehmensanleihen übergewichtet sein, zulasten der Safe-Haven-Anlagen wie
beispielsweise deutschen, niederländischen und finnischen Staatsanleihen.
Wie stabil wird diese Entwicklung sein?
Preißler: Der übergeordnete Aufwärtstrend der
Konjunkturindikatoren dürfte wegen der enormen fiskalischen
Konsolidierungsbemühungen in weiten Teilen der Eurozone ebenso wenig
geradlinig verlaufen wie der Performancetrend risikobehafteter Assets.
Entsprechend gehen wir davon aus, dass die Kurstrends an den Aktien- und
Rohstoffmärkten bis zum 3. Quartal 2012 unter starken Schwankungen aufwärts
gerichtet bleiben.
Bei deutschen Bundesanleihen rechnen wir mit moderat steigenden
Renditen. Moderat vor allem deswegen, weil die Liquiditätsschwemme der EZB
auch den sicheren Häfen zugute kommen und dort einen massiven Renditeanstieg
verhindern dürfte. Für 10-jährige Bundesanleihen erwarten wir einen Angriff
auf 2,50 Prozent. Zugleich sollten die Renditeabstände zwischen kurzen und
langen Laufzeiten wachsen. An unserer seit Längerem
positiven Bewertung der Ertragsperspektiven von Covered Bonds halten wir
fest. Dort sollten die günstigen Refinanzierungskonditionen zu einer
spürbaren Einengung der Risikoprämien führen. Unternehmens- und
Hochzinsanleihen (Corporates) sollten ebenfalls profitieren, wobei sich dort
insbesondere das verbesserte konjunkturelle Umfeld positiv auswirkt. Im
Segment Unternehmensanleihen sind die größten Kursgewinne bei unbesicherten
Bankschuldverschreibungen zu erwarten – im Jahr 2011 waren diese noch die
größten Verlierer aller Unternehmensanleihen. |
|
AGI: Dividendenstrategien als Schutz vor
Deflation und Inflation 7.2.12 |
| | Laut einer
aktuellen Studie von Allianz Global Investors (AGI) können
Dividendenstrategien zu einer höheren Stabilität des Portfolios in Phasen
von Inflation und Deflation beitragen. Die Studie „Dividendenstrategien im
Umfeld von Inflation und Deflation“ basiert auf einer Performanceanalyse von
Dividendenaktienstrategien. Danach haben sich überdurchschnittliche und
nachhaltige Dividendenrenditen in Märkten wie den USA und Japan in den
vergangenen Dekaden als zuverlässiger Stabilitätsanker erwiesen.
Dabei traten folgende zwei Schlüsselergebnisse zutage:
1. Aktien mit nachhaltigen und hohen
Dividendenrenditen können die Volatilität eines Portfolios in
unterschiedlichen Preisniveauszenarien dämpfen.
2. Hohe Ausschüttungsquoten gehen eher mit
überdurchschnittlichem als unterdurchschnittlichem Gewinnwachstum einher.
Klaus Telöken, Chief Investment Officer (CIO) des Systematic Equity
Teams, der die Zusammenhänge gemeinsam mit Kai Hirschen, Portfoliomanager
des Teams, untersucht hat, fasst das Ergebnis zusammen: „Hohe und
nachhaltige Dividendenrenditen konnten den Anlegern nicht nur einen gewissen
Schutz in einem inflationären sowie deflationären Umfeld bieten, sondern
haben sich in der Vergangenheit auch immer wieder als Stabilitätsanker in
schwierigem Marktumfeld erwiesen."
Dividenden und Inflation
Vor den vergleichsweise moderaten Inflationsraten in den
vergangenen 30 Jahren war die Weltwirtschaft von den späten 60ern bis in die
frühen 80er Jahre von sehr hohen Inflationsraten geprägt. Die Teuerungsrate
stieg in Deutschland beispielsweise in den 70er Jahren auf etwa sieben
Prozent, in den USA sogar beinahe auf 15Prozent.
Dividendenstrategien schnitten im Gesamtzeitraum von 1967 bis 1982
besser ab, als der breite Aktienmarkt oder Investments in festverzinsliche
Anlagen. „Mit einem realen Wertzuwachs von jährlich fast vier Prozent
konnten langfristig orientierte Anleger in einem inflationären Umfeld ihre
Kaufkraft mit Dividendenstrategien nicht nur erhalten, sondern sogar
steigern".
Dividenden und Deflation
Der Einfluss von Dividendentiteln im deflationären Umfeld
wurde am Beispiel Japans untersucht, wo die Preise seit mehr als 15 Jahren
fallen. Laut der Untersuchung von Allianz Global Investors haben sich Aktien
von Unternehmen, die trotz des schwierigen Marktumfeldes Dividenden an
Aktionäre ausschütteten, durchschnittlich deutlich besser entwickelt als der
japanische Gesamtmarkt, der seit seinem Höchststand Ende 1989 mehr als 50
Prozent an Wert verloren hat.
Auch wenn Aktien mit hohen Dividendenrenditen in 90er Jahren
ebenfalls hohen Schwankungen unterworfen waren, konnten Verluste im letzten
Jahrzehnt aufgeholt und über den Gesamtzeitraum eine positive Rendite
erzielt werden.
Dividendenstrategie als defensive Anlagestrategie
Ein weiterer Teil der Studie widmet sich dem Einfluss von
nachhaltig überdurchschnittlichen Dividendenrenditen im Rahmen einer
defensiven Anlagestrategie. Rückwirkend lässt sich aus dem Vergleich einer
US-Dividendenstrategie mit dem US-Gesamtmarkt über 60 Jahre ableiten, dass
solche Strategien sich durchschnittlich besser entwickelt haben als der
Gesamtmarkt.
Als Ursache identifiziert der Co-Autor der Studie Kai Hirschen die
besonderen Eigenschaften der Titel: „Unternehmen mit den höchsten
Dividendenrenditen stammen häufiger aus defensiven Sektoren wie Versorger,
Energie oder Telekommunikation. In der Regel sind es große, etablierte
Unternehmen mit soliden Bilanzen, die sich in schwierigen Marktphasen gut
behaupten können."
Dividendenstrategie und Gewinnwachstum
Die Studie widerspricht zudem der Meinung, dass sich hohe
Dividendenzahlungen negativ auf das Gewinnwachstum der Unternehmen auswirken
würden. Für US-amerikanische Aktiengesellschaften zeige sich dagegen ein
positiver statistischer Zusammenhang zwischen den Dividendenausschüttungen
eines Jahres und dem Gewinnwachstum für die darauf folgenden ein, drei oder
fünf Geschäftsjahre.
Einen Grund dafür könnte die aus hohen Dividendenzahlungen folgende
Disziplin bei der Auswahl zukünftiger Investments darstellen.
„Überinvestition in unprofitable Projekte, oder gar wertvernichtende
Übernahmen unterbleiben angesichts der verknappten Mittel. Dies führt
letztlich in den meisten Fällen zu einer höheren Profitabilität und höherem
Wachstum bei den Unternehmen“, meint Hirschen.
Die Analyse basiert auf der Untersuchung vergangener
Marktentwicklungen, die allerdings keine Garantie für künftige Entwicklungen
darstellen können,so AGI. |
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EU will Derivate - Handel
an die Kette legen 6.2.12 |
| | In der
Europäischen Union sollen die Regeln für den außerbörslichen Handel von
Derivaten verschärft werden. Das meldet der Nachrichtendienst dpa/AFX. Wie
aus dem Parlament in Brüssel verlaute, stehen EU-Kommission, Ministerrat und
Europaparlament kurz vor dem Abschluss ihrer Verhandlungen über einen
Kompromiss zur Kontrolle des Handels mit derivativen Instrumenten, einem
gigantischen Markt mit einem Volumen von über 450 Billionen Euro. Zu einer
Einigung soll es in der kommenden Woche kommen, danach könnten die Regeln
Ende 2012 in Kraft treten.
Das neue Gesetz schreibe künftig eine Meldepflicht für den Handel mit
Derivaten vor. Transaktionen müssten dann an ein zentrales Register gemeldet
werden, das darüber berichtet. Käufer und Verkäufer würden verpflichtet,
ihren Handel über Verrechnungsstellen – sogenannte Gegenparteien oder
Clearinghäuser – abzuwickeln. Sie würden Ausfälle auffangen, so dass keine
Kettenreaktion einsetzen könnte, wenn ein Marktteilnehmer zahlungsunfähig
wäre. Das Ziel laute, das Risiko der oft schwer durchschaubaren Produkte zu
verringern und Spekulation einzudämmen.
Außerbörslich gehandelte Papiere gelten laut dpa/AFX als riskante
Geschäftspraktiken und als Auslöser für die globale Finanzkrise 2008.
„Derivate dürfen nicht mehr hinter dem Rücken der Aufsichtsbehörden auf dem
Schwarzmarkt gehandelt werden“, zitiert der Nachrichtendienst Udo Bullmann,
Vorsitzender der SPD-Europaabgeordneten.
Pensionsfonds bleiben für drei Jahre
verschont
Umstritten sei noch, wo die Clearinghäuser ihren Sitz haben
und wie sie zugelassen werden sollen. Als Aufsichtsbehörde über die
Verrechnungsstellen agiere die europäische Wertpapieraufsicht ESMA. Vor
allem das Parlament hatte sich für die Stärkung der ESMA eingesetzt.
Pensionsfonds werden von der Clearing-Pflicht für drei Jahre ausgenommen. |
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BaFin: Warnung vor Firmen 3.2.12 |
| | Die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor den drei
Firmen "Europa Financial Group", "Europa Capital Group", "Europa Capital
Markets" und "Europa Trading Company". Alle sind keine nach § 32
Kreditwesengesetz (KWG) zugelassenen Institute, das heißt, ihnen ist das
Betreiben von Bank- oder Finanzdienstleistungsgeschäften nicht erlaubt.
Gleichzeitig weist die BaFin darauf hin, dass Unternehmen dieses Namens
nicht unter ihrer Aufsicht stehen.
Wie die Behörde in einer Aussendung schreibt, hat sie aber Grund zu
der Annahme, dass die Unternehmen mit Geldanlagemöglichkeiten, die
möglicherweise einer Erlaubnis nach § 32 Abs. 1 KWG bedürfen, an das
Publikum herantreten.
Die von den Unternehmen bezüglich ihres Geschäftssitzes angegebene
Adresse in "Karlplatz 14, 80335 München" existiert nicht. Die Unternehmen
haben soweit ersichtlich auch sonst keine zustellungsfähige Adresse im
Inland und sind telefonisch nicht erreichbar,so die BaFin -
Mitteilung. |
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Stabilitas: Edelmetall-Hausse bleibt auf der
Agenda 3.2.12 |
| | So
enttäuschend das Jahr 2011 für Edelmetalle und Rohstoffe zu Ende gegangen
ist, so erfreulich hat es 2012 begonnen. Bereits seit Anfang Januar ging es
für die Mehrzahl der Edel- und Basismetalle aufwärts. „Diese Entwicklung
belegt, wie übertrieben die Ängste vor Konjunktureinbrüchen und Rezessionen
im letzten Jahr waren“, erklärt Martin Siegel, Edelmetallexperte und
Geschäftsführer der Stabilitas Fonds GmbH. „Der Markt erkennt das jetzt und
die Preise passen sich den fundamentalen Rahmendaten an."
Die jüngsten Äußerungen von Vertretern der europäischen und
US-amerikanischen Notenbank deuten ihm zufolge darauf hin, dass sich am
neuerlichen Aufwärtstrend bei Edelmetallen so schnell auch nichts ändern
wird. „Das Festhalten an der Niedrigzins- und somit Inflationspolitik ist
hiermit offiziell. Hinzu kommen neue Statistiken, wie etwa der Anstieg der
deutschen Großhandelspreise in 2011 um 7,5 Prozent, die bereits erahnen
lassen, wie stark uns die Geldentwertung in den nächsten Monaten treffen
wird", erläutert Siegel.
Gold- und Silberpreis im Aufwind
Im Januar konnte Gold in US-Dollar gerechnet um rund zehn
Prozent zulegen. Silber stieg im selben Zeitraum mit über 18 Prozent wie
gewohnt deutlich stärker. Ein anhaltendes inflationäres Umfeld spricht nach
Meinung von Siegel für neue Höchststände beim gelben Metall. Dieses Jahr
hält er sogar Werte von über 2000 US-Dollar pro Feinunze für möglich. Ein
weiteres Argument hierfür sind auch jüngste Zahlen des Analysehauses GFMS,
wonach Indien von China als weltweit größter Goldschmuckmarkt abgelöst
wurde. „Zwar ist die Nachfrage aus Indien für den Goldpreis sehr wichtig,
aber China hat einen sehr viel dynamischeren Einfluss auf die
Preisentwicklung".
Trendwende bei Minenaktien hat begonnen
Auch Aktien der Minengesellschaften sind stark ins neue Jahr
gestartet. Bereits vor der offiziellen Ankündigung von US-Notenbankchef Ben
Bernanke, an der Niedrigzinspolitik festhalten zu wollen, haben Minenaktien
deutlich zugelegt. In der letzten Januarwoche ging es dann sogar noch weiter
aufwärts. So stieg der HUI-Minenindex auf Monatsbasis und in US-Dollar
gerechnet insgesamt um 8,5 Prozent.
Stabilitas-Experte Siegel erklärt dies auch mit der grundsätzlich
verbesserten Stimmung an den Aktienmärkten. „Die heftigen Kurseinbrüche in
2011 waren übertrieben und teils völlig ungerechtfertigt. Mit dem
Jahreswechsel ist jetzt auch endlich die erwartete Trendwende bei den
Minenaktien eingeläutet“.
Basismetalle gleichen Übertreibung aus
Auch wenn es bei Basismetallen im Vormonat ebenfalls
durchweg nach oben ging, spricht Siegel hier noch nicht von einer
Trendumkehr. Dafür seien die Preiseinbrüche im letzten Jahr zu stark
ausgefallen. „Die jüngsten Kursgewinne bei Industriemetallen wie Kupfer,
Aluminium oder Nickel von durchschnittlich über zwölf Prozent belegen
lediglich, wie übertrieben die Ängste 2011 waren“, erklärt der Experte.
Jetzt fände die entsprechende Korrektur in die andere Richtung statt.
Im Vergleich zu Edel- und Basismetallen schloss Rohöl der Sorte WTI
mit minus 0,7 Prozent nahezu unverändert – und das trotz der beschlossenen
EU-Sanktionen gegen Iran. Laut Siegel wird das Öl-Embargo an sich keinen
bedeutenden Einfluss auf den Ölpreis haben, solange die Produktionsmengen in
der Region bestehen bleiben und stattdessen neue Abnehmer wie China und
Indien beliefert werden. „Mit einer befürchteten Blockade der Straße von
Hormuz würde sich Iran doch selbst schaden“, gibt sich
Siegel überzeugt |
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Baring AM: Russische Banktitel überzeugen
27.1.12 |
| | Das Jahr
2011 war ein schwieriges Jahr. Auch für Emerging Markets-Aktienmärkte wie
Russland, weil die Anleger sich über die Entwicklung des globalen Wachstums
und das Fehlen einer glaubwürdigen Lösung für die Schuldenkrise in Europa
besorgt zeigten. Matthias Siller, Fondsmanager des Baring Russia Fund,
beleuchtet in einem Marktüberblick den aktuellen Zustand und die Zukunft des
russischen Marktes.
Russischer Markt beendet 2011 im Minus
Siller beginnt den Ausblick mit einem Rückblick: der russische Markt
beendete das Jahr 2011 mit einem Plus gegenüber anderen europäischen
Schwellenländern, der MSCI Russia 10/40 Total Return Index verzeichnete
jedoch zum Jahresende mit einer negativen Rendite von -23,7 Prozent (in
US-Dollar) einen starken Rückgang. Hierbei gab es aber erhebliche
Performanceunterschiede zwischen dem Energiesektor, der sich in diesem
Umfeld als äußerst widerstandsfähig erwies, und dem übrigen Markt, schreibt
Siller. So verzeichnete der russische Energiesektor im Laufe des Jahres
lediglich einen Rückgang um sechs Prozent (in US-Dollar). Die zweitbeste
Entwicklung zeigte der Sektor nichtzyklische Konsumgüter mit einem Minus von
25,6 Prozent. Andere Marktbereiche gaben um mehr als 30 Prozent nach; der
Grundstoffsektor bildete mit einer in US-Dollar gemessenen Rendite von -37,7
Prozent das Schlusslicht.
Ölpreis stützt Konjunktur
Trotz des Rückgangs 2011 sieht Siller die Situation auf dem russischen Markt
weiter positiv. Der starke Ölpreis dürfte der Konjunktur weiter Auftrieb
verleihen. Zudem finde eine Anlagebeurteilung auf breiterer Basis
Unterstützung in einer wachsenden Mittelschicht mit steigendem Wohlstand.
Die Binnennachfrage nach Waren und Dienstleistungen steige, und angesichts
der günstigen demographischen Entwicklung in Russland rechnet er langfristig
mit einem Anstieg der Konsumausgaben. Zusammen mit der Tatsache, dass
Russland weltweit zu den am attraktivsten bewerteten Märkten zählt, sollten
sich daraus günstige Rahmenbedingungen für 2012 ergeben.
Russische Bankwerte bieten erstklassige Erträge
Der Russlandexperte ist nach wie vor der Ansicht, dass die Konsumentwicklung
in Russland eine treibende Kraft darstellt, die den Anlegern auf lange Sicht
hohe Renditen bescheren wird. Auch wenn sich dies nicht ohne Weiteres aus
der Aktienkursentwicklung ablesen lässt, bieten seiner Meinung nach
Banktitel in Russland immer noch ein erstklassiges Ertragswachstum und
attraktive Aktienbewertungen. Trotz der soliden Bilanzen und der hohen
Liquidität in diesem Marktsegment schenken die Anleger diesen Titeln derzeit
keine Aufmerksamkeit, da sie ein Übergreifen der Krise in Westeuropa auf
diesen Bereich befürchten. Dagegen denkt Siller, dass Anleger in Russland
mit der allmählichen Rückkehr des Vertrauens an den Weltmärkten und der
Annäherung der politischen Entscheidungsträger an eine Lösung für die
europäische Schuldenkrise ihre Nervosität überwinden und die
Fundamentaldaten der Unternehmen somit wieder zum bestimmenden Faktor für
die Kursentwicklung werden.
Hingegen begrüßt er die jüngsten politischen Proteste in Moskau.
Seiner Meniung nach ging damit eine Ära der politischen Stagnation zu Ende.
Die Regierung stehe nun unter Druck, noch vor den Präsidentschaftswahlen
Reformpläne vorzulegen. Darüber hinaus dürfte die politische Entwicklung ein
höheres Maß an Transparenz mit sich bringen, was eine sehr gute Nachricht
für Minderheitsaktionäre wäre. |
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Rouvier Associés : Markteintritt in Deutschland
25.1.12 |
| | Neben der
Eröffnung eines Vertriebsbüros in Frankfurt am Main unter der Leitung von
Patrick Linden, können Anleger nun auch Fondsanteile an den UCITS IV
konformen Produkten Rouvier Valeurs, Rouvier Europe und Rouvier Patrimoine
erwerben. Die Fondsgesellschaft ist zudem seit 1. Januar 2012 Premiumpartner
des Maklerpools Fondsnet, weitere Anbindungen an Bank- und Fondsplattformen
sollen laut Linden folgen. |
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Studie: Volatilitätsstrategien verbessern Rendite-Risiko-Struktur
25.1.12 |
| | Volatilitätsstrategien verbessern die Rendite-Risikostruktur gemischter
Portfolios. Darüber hinaus senkt der gleichzeitige Kauf- und Verkauf von
Volatilität (Long-Short-Strategien) gerade in Krisenzeiten die Sensitivität
zu Aktienmärkten, so dass auch in einem schwierigen Kapitalmarktumfeld
positive Renditen erzielt werden können. Dies sind zwei der Ergebnisse einer
gemeinsamen Studie von Prof. Dr. Uwe Wystup, MathFinance, Honorarprofessor
Quantitative Finance an der Frankfurt School of Finance & Management und
Lupus alpha.
Bekannt ist Volatilität als Risikomaß. Investoren haben in den
letzten Jahren jedoch zunehmend festgestellt, dass Marktschwankungen auch
als alternative Renditequelle genutzt werden können. Der Volatilitätsmarkt
ist mittlerweile so groß, dass Volatilität selbst zu Zeiten wie der Lehman-
oder Euro-Staatsschuldenkrise sehr liquide gehandelt werden kann; abzulesen
beispielsweise am Handelsvolumen von Eurex-Optionen oder des VIX-Futures.
Ziel der empirischen Studie von Professor Dr. Uwe Wystup und Lupus
alpha war die Untersuchung der Eigenschaften unterschiedlicher
Volatilitätsstrategien in verschiedenen Marktphasen für den Zeitraum von
Januar 2004 bis Juli 2011. Es handelte sich dabei um eine einfache
Verkaufsstrategie und eine Long-Short-Strategie auf Basis von Varianzswaps.
Darüber hinaus wurde analysiert, ob und in welchem Ausmaß die Beimischung
dieser Long-Short-Strategie in einem gemischten Portfolio (70 Prozent
Aktien, 30 Prozent Renten) positive Effekte generiert.
Die Beimischung einer Long-Short-Volatilitätsstrategie zu einem
gemischten Portfolio (70 Prozent Aktien; 30 Prozent Renten) kann das
Rendite-Risikoverhältnis erheblich verbessern und positive
Diversifikationseffekte erzielen. Für den US-Markt verbessert sich die
Sharpe Ratio deutlich durch die Beimischung von 0,15 auf 0,79. Eine ähnliche
Verbesserung ergibt sich für den europäischen Markt.
„Damit wurden die positiven Diversifikationseigenschaften von
Vola-Strategien empirisch belegt. Volatilität ist für Investoren nicht nur
als isoliertes Investment interessant, sondern spielt gerade als Beimischung
in der Asset Allokation eine wichtige Rolle“, so Alexander Raviol, Partner
und Leiter Absolute Return bei Lupus alpha.
Bei Strategien, die auf den Verkauf von Volatilität (Short) setzen,
hat sich gezeigt, dass diese im Untersuchungszeitraum eine höhere Sharpe
Ratio aufweisen als die jeweils zugrunde liegenden Aktienindizes.
Beispielsweise erzielten Vola-Short-Strategien auf amerikanische Aktien mit
einmonatiger Laufzeit eine Sharpe Ratio von 1,29. Die Sharpe Ratio des S&P
500 lag dagegen bei 0,04. Jedoch wurde festgestellt, dass einfache
Vola-Short-Strategien in Krisenzeiten anfällig für Marktrückschläge sind.
Daher wurde eine kombinierte Long-Short-Volatilitätsstrategie auf
amerikanische und europäische Aktien getestet. Hierbei zeigte sich, dass
durch die Kombination von Kauf- und Verkaufsstrategien (Laufzeiten: Verkauf
1 Monat; Kauf 12 Monate) zwar bewusst Renditepotential aufgegeben wurde,
jedoch konnte dagegen die Krisen-Sensitivität deutlich verbessert werden.
Dabei wurde festgestellt, dass Long-Short-Volatilitätsstrategien eine stark
negative Korrelation zu dem korrespondierenden Aktienindex aufweisen (-0,80
US-Aktien; -0,75 Aktien Europa).
Die empirischen Ergebnisse machen deutlich, dass derartige
Volatilitätsstrategien auch in einem schwierigen Kapitalmarktumfeld positive
Renditen erzielen können.Die Studie „Volatilität als Investment.
Diversifikationseigenschaften von Volatilitäts-strategien“ wird in der Reihe
CPQF-Working Paper der Frankfurt School of Finance & Management
veröffentlicht. |
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Pioneer: Deutscher Aktienmarkt bleibt trotz
wirtschaftlicher Abkühlung attraktiv 25.1.12 |
| | Karl
Huber, Manager des Fonds Pioneer Investments German Equity (DE0009752303),
kommt zu der Einschätzung, dass die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt
trotz Konjunkturabschwächung weiterhin positiv sind – davon dürften neben
deutschen Standardwerten vor allem auch Nebenwerte profitieren. "Trotz
Konjunkturabschwächung halten wir beim DAX die Marke von 6.800 Punkten im
Jahresverlauf für durchaus realistisch", erläutert Huber. Allerdings werde
der Marktverlauf auch 2012 sehr volatil bleiben. Denn die Entwicklung hänge
stark davon ab, ob die Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise tragfähig
sind, und ob die Investoren wieder Vertrauen in die Euro-Zone
fassen.Nebenwerte bieten gute
Anlagemöglichkeiten
Für den Fondsmanager sind neben den Standardwerten auch in diesem Jahr
deutsche Nebenwerte ein wichtiger Performancetreiber: "Die deutschen
Nebenwerte bieten Stockpickern gute und kursstarke Anlagemöglichkeiten." Der
Experte betont dabei, dass er in diesem Segment keine Brancheninvestments
vornimmt: "Bei den Small- und Mid-Caps muss jedes Unternehmen mit seinem
individuellen Geschäftsmodell und entsprechenden Kennziffern überzeugen."
Nach Ansicht von Huber blieben die Grundbedingungen für hiesige
Unternehmen gut – auch wenn sich die Konjunktur zuletzt eingetrübt habe.
"Für die Firmen bleiben die Finanzierungskosten niedrig, viele Nebenwerte
sind Marktführer in ihren Nischen und verfügen über eine intakte Nachfrage.
Zudem sind sie gut in den stark wachsenden Schwellenländern aufgestellt",
betont Huber. Damit seien deutsche Unternehmen überdurchschnittlich
wettbewerbsfähig.
Guter Jahresauftakt für Automobil- und Maschinenbau-"Zykliker"
"Viele Nebenwerte sind erfolgreich in das neue Jahr gestartet", meint der
Pioneer-Experte. Vor allem "Zykliker" aus dem Automobilbereich und dem
Maschinenbau legten einen guten Jahresauftakt hin und hätten weiterhin gute
Aussichten. So profitiere beispielsweise Dürr, Anbieter von Lackiertechnik,
vom Bau neuer Automobilfabriken in China und verfüge über volle
Auftragsbücher. Maschinenbauer GEA komme die hohe Nachfrage nach Maschinen
für die Nahrungsmittelherstellung zu Gute. Aber auch Technologieanbieter wie
Dialog Semiconductor, der Komponenten für Smartphones von Apple und Samsung
liefert, oder Fraport, der einzige europäische Flughafen, der eine große
Kapazitätsausweitung vorweisen kann, können von der weiterhin intakten
Weltkonjunktur profitieren – so sind diese Titel auch aktuell in Hubers
Portfolio enthalten.
"Pioneer Investments German Equity" mit +35,4 Prozent in drei
Jahren
Der von Karl Huber verwaltete Pioneer Investments German Equity zählt zu den
besten Fonds seiner Anlageklasse: So wurde der Fonds zuletzt bei den Feri
EuroRating Awards 2012 in der Kategorie Aktien Deutschland mit dem ersten
Platz ausgezeichnet. Feri bewertet dabei die Fonds nicht nur anhand einer
quantitativen Analyse, sondern lässt auch qualitative Kriterien wie
beispielsweise Erfahrung und Ausbildung der Fondsmanager sowie die
Portfolio-Konstruktion in die Bewertung mit einfließen. In den vergangenen
drei Jahren konnte Karl Huber mit seinem Fonds Pioneer Investments German
Equity ein Plus von 35,4 Prozent verbuchen und damit seine Benchmark, den
CDAX, der im gleichen Zeitraum um 26,3 Prozent zulegte, deutlich hinter sich
lassen (Stand: 30.12.2011). |
|
Sauren Global Defensiv" mit neuer Anteilsklasse aufgelegt – 3 %
Ausschüttung jährlich 24.1.12 |
| | Der
Dachfonds-Pionier Sauren hat eine Anteilklasse seines langjährig
erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Dachfonds "Sauren Global
Defensiv" aufgelegt, die jährlich drei Prozent ausschüttet.
"Mit der neuen Anteilklasse 3F tragen wir dem Wunsch vieler
Investoren Rechnung, die auch in turbulenten Zeiten eine fest kalkulierbare
Ausschüttung aus ihrem Investment wünschen", erläutert
Sauren Vertriebsvorstand Peter Buck.Seit Auflegung im
Februar 2003 erwirtschaftete der "Sauren Global Defensiv" einen Wertzuwachs
in Höhe von 37,3 Prozent. Der Chart zeigt die simulierte Entwicklung der
neuen Anteilklasse bei jährlicher Ausschüttung in Höhe von drei Prozent."Die
simulierte Wertentwicklung der neuen Anteilklasse ist mit der realen
Wertentwicklung der thesaurierenden Anteilklasse A identisch und zeigt, dass
es bei einem Betrachtungszeitraum von zirka neun Jahren, seit Auflage der
thesaurierenden Anteilklasse A am 27. Februar 2003, gelungen wäre, bei einer
jährlichen Ausschüttung in Höhe von drei Prozent, das Kapital zu erhalten",
erläutert Fondsmanager Eckhard Sauren hervor. Gleichwohl darf die
Ausschüttung, die jedes Jahr für Mitte/Ende Oktober geplant ist, nicht als
Garantie für eine entsprechende Wertentwicklung verstanden werden.
Die Zeichnungsfrist für die Anteilklasse 3F (ISIN LU0731594668) läuft
vom 9. Februar bis zum 28. Februar 2012. "Wir freuen uns, den Markt und
unser Produktangebot mit dieser innovativen Anteilklasse bereichert zu haben
und gehen davon aus, dass die innovative Anteilklasse alsbald über alle
Pools und Plattformen handelbar sein wird". |
|
ebase: Ab sofort flexibles Wertpapierkredit -
Angebot 24.1.12 |
| | Die ebase
GmbH erweitert ihr Produkt- und Leistungsspektrum im Bereich Banking. Ab
sofort können Kunden der ebase und deren Vertriebspartner mit dem ebase
Wertpapierkredit ihren finanziellen Freiraum flexibel erhöhen. Somit
verfügen die Privatanleger über zusätzliche Liquidität, ohne dabei
Investmentfonds aus dem Depot verkaufen zu müssen. „Die Besicherung des
Darlehens erfolgt durch die Wertpapiere im ebase Depot“, erläutert Rudolf
Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase. „Der ebase Wertpapierkredit
kann somit eine interessante Alternative zu deutlich teureren Angeboten im
Markt sein".
Darlehen nicht zweckgebunden – 50.000 Euro maximal
'Der Kredit ist nicht zweckgebunden und eignet sich
deshalb beispielsweise für kurzfristige Anschaffungen. Den individuellen
Kreditrahmen ermittelt ebase auf Basis eines depotbezogenen
Beleihungswertes. Dabei gelten fest definierte Beleihungssätze. Weitere
Produktmerkmale: Es fallen keine Bearbeitungs- und Bereitstellungskosten an,
der Kredit ist unbefristet und kann zudem flexibel getilgt werden. Auch eine
Restschuldversicherung ist durch die Besicherung des Depots nicht notwendig.
Der aktuelle Darlehenszinssatz liegt bei 6,00 Prozent. Die möglichen
Darlehenssummen bewegen sich zwischen 2500 Euro und maximal 50.000 Euro. Aus
rechtlichen Gründen ist es beim ebase Wertpapierkredit notwendig, dass
Kunden den Wertpapierkredit direkt bei ebase beantragen und nicht über ihren
Vermittler oder Vermögensberater. |
|
Albrech & Cie.: Lieber Szenarien als Prognosen
20.12.11 |
| | Prognosen
sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Dieses Bonmot von
Mark Twain gilt für die Kapitalmärkte im Jahr 2012 ganz besonders. Denn
nicht nur die Konjunktur hängt am seidenen Faden der Euro-Schuldenkrise.
Wegen der angespannten Psychologie sind an den Finanzmärkten auch heftige
Bewegungen nach unten und oben möglich – je nachdem, welchen Weg die
Politik einschlägt. Szenarien sind daher die beste Form für Prognosen des
Jahrgangs 2012, meint Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie.
Vermögensverwaltung AG.
„Rückblende: Ein Anlegermagazin befragt vier Kapitalmarkt-Strategen
zu den Aussichten für 2011. Jeder der Experten nennt vier Aktien, denen er
im Jahresverlauf gute Chancen einräumt. So weit, so gut. Doch ab August
macht die Politik den Auguren einen gewaltigen Strich durch die Rechnung –
und zum Jahresende verbuchen ihre Depots im Schnitt ein Minus von 15
Prozent. Die beste Aktienauswahl verliert rund fünf Prozent, die
schlechteste büßt satte 30 Prozent an Wert ein.
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier keineswegs
um Kollegenschelte. Auf was ich hinaus will, ist: Die Unwägbarkeiten, die
die Politik für die Geldanlage mit sich bringt, sind derzeit so groß, dass
solche fixierbaren Aussagen keinen großen Wert besitzen. Sinnvoller ist es,
sich bei der Prognose auf die wahrscheinlichsten Szenarien zu konzentrieren.
Zwischen Wirtschaftsaufschwung und EU-Zusammenbruch
Szenario 1: Wenn es den Politikern und der EZB durch
entschiedenes Handeln gelingt, das Vertrauen in die Euro-Zone wieder
herzustellen, könnte Europas Wirtschaft, die auf die Rezession zusteuert
beziehungsweise sich teils darin befindet, erneut auf Wachstumskurs gehen.
Die Wahrscheinlichkeit liegt meines Erachtens zwischen 60 und 70 Prozent.
Szenario 2: Finden die EU-Staaten, die im gesamten
Jahr Hunderte von Milliarden Euro aufnehmen müssen, nicht genügend Käufer
für ihre Staatsanleihen und ziert sich die EZB, als Feuerwehr bei der
Finanzierung einzuspringen, könnte sich die Wirtschaftsschwäche deutlich
verschärfen und Europa in eine tiefere Rezession führen. In diesem Fall
dürfte sich die Lage erst im Jahr 2013 bessern. Wahrscheinlichkeit: 20 bis
30 Prozent.
Szenario 3: Tritt ein Land aus dem Euro aus und/oder
brechen Banken zusammen, könnte sich ein Finanz-Tsunami entwickeln, gegen
den der von 2008 vermutlich harmlos war. Wahrscheinlichkeit: 0 bis 20
Prozent.
US-Aktien und Dollar könnten gleichzeitig anziehen
Szenario 3 lässt sich vermutlich ausschließen, da die Verantwortlichen alles
unternehmen dürften, um diesen GAU zu vermeiden. Bei den beiden anderen
Szenarien zeigt sich: Die konjunkturellen Risiken in Europa sind angesichts
der politischen Unsicherheiten derzeit höher als in den USA, die sich zudem
in einem (für die Börse oft gut verlaufenden) Präsidenten-Wahljahr befinden.
Auch läuft in den Vereinigten Staaten die Wirtschaft besser; die Unternehmen
verdienen glänzend. All das dürfte dazu führen, dass die Aktienmärkte in
Übersee im ersten Halbjahr besser abschneiden als in Europa. Zudem sollte
dieser Geldstrom den US-Dollar stärken. Ist eine überzeugende Lösung der
Schuldenkrise gefunden, sollten die Börsen des Alten Kontinents zur
Aufholjagd ansetzen.
Staatsanleihen am Scheideweg
Und die Staatsanleihen? In Szenario 1 müssten die Renditen deutscher Papiere
bald kräftig steigen, da eine Entspannung bei Italien, Spanien und Co. nur
über Euro-Bonds und/oder eine höhere Haftung Deutschlands möglich sein
dürfte. In Szenario 2 könnte die Rendite indes noch weiter sinken und dem
japanischen Modell Konkurrenz machen. Größter Profiteur eines solchen
Szenarios sollten die US-Staatsanleihen sein, die sodann den Status als
einzig verbleibender „safe haven“ einnehmen. In diesem Szenario sollte der
Dollar ebenfalls anziehen." |
|
Frankfurter Fondsbank mit neuem Namen: Aus
"FFB" wird FIL Fondsbank 20.1.12 |
| | Die Zeit
des Rätselratens ist vorbei: Die „Frankfurter Fondsbank“ heißt künftig „FIL
Fondsbank“. Damit haben die Fidelity-Strategen ihr Ziel umgesetzt, wonach
die im Markt weithin eingeführte und bekannte Abkürzung „FFB“ bestehen
bleiben sollte. „Wir haben die Markenidentität der FFB weiterentwickelt“,
erklärt dazu eine Fidelity-Sprecherin, „allerdings behutsam. So bleibt die
Abkürzung ,FFB’ als gelernte Kurzform für unsere Fondsplattform ebenso
erhalten wie das Blau des FFB-Logos.“ Die offizielle Firmierung „FIL
Fondsbank GmbH“ soll demnach nur dort zum Einsatz kommen, wo es rechtlich
notwendig ist. Auf eine große und teure Einführungskampagne habe man bewusst
verzichtet, allerdings seien alle Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner
bereits informiert worden.
Bereits bei der Übernahme der FFB am 6. Oktober 2009 hatte Fidelity
als neuer Eigentümer der FFB betont, dass die Fondsplattform als
eigenständiger Geschäftsbereich neben dem Asset Management nicht nur
weitergeführt werden soll, die Zugehörigkeit der Plattform zu Fidelity
sollte eben auch im Auftritt erkennbar sein.
Wie beim Fidelity-Logo selbst, das seit September vergangenen Jahres
im Einsatz ist, besteht der neue Ansatz beim FFB-Logo aus der Adaption eines
Symbols aus dem Finanzbereich, das alle Hauptwährungen der Welt verwenden:
dem Doppelstrich im ersten F. „Bei der FFB steht dieses weiße F in einem
blauen Quadrat, bei Fidelity in einem roten Quadrat“, so die Sprecherin.
„Dieses verbindende Element spiegelt die Zugehörigkeit der FFB zu Fidelity
wider. Schließlich vereint Fidelity bereits seit Oktober 2009 unter seinem
Dach nicht nur eine der Top-Fondsgesellschaften, sondern auch eine der
größten Fondsplattformen des Landes." |
|
Sauren: Dach-Hedgefonds überzeugt seit fünf Jahren
19.1.12 |
| | Der Sauren
Global Hedgefonds Opportunities (DE0005321442) kann mittlerweile auf eine
fünfjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. In den zurückliegenden fünf
Jahren erzielte der von Dachfonds-Pionier Eckhard Sauren gemäß der
hauseigenen Investmentphilosophie „Wir investieren nicht in Fonds – wir
investieren in Fondsmanager“ mit bewusst konzentriert gehaltenem Portfolio
verwaltete Dach-Hedgefonds in einem äußerst schwierigen Marktumfeld einen
Wertzuwachs in Höhe von zehn Prozent. Im gleichen Zeitraum verzeichnete der
HFRX Global Hedge Fund EUR Index einen Verlust in Höhe von 16,1 Prozent.
„Der Mehrwert in Höhe von 26,1 Prozentpunkten in fünf Jahren belegt
eindrucksvoll, dass unsere personen-bezogene Investmentphilosophie auch im
Alternativen Bereich hervorragend funktioniert“ erklärt Fondsmanager Sauren.
Der Sauren Global Hedgefonds Opportunities stellt mit diesem Ergebnis den
erfolgreichsten deutschen Dach-Hedgefonds dar und zählt auch im europäischen
Vergleich zur Spitzenklasse,wie Sauren konstatiert.
Perspektiven für Hedgefonds in Deutschland
Trotz ihrer Sauren zufolge ‚hervorragenden Eigenschaften‘
zur Verbesserung des Ertrags/Risiko-Profils eines Wertpapierportfolios
werden Hedgefonds in Deutschland in den Portfolios privater und
institutioneller Investoren bisher kaum eingesetzt. Insbesondere auch
aufgrund des in breiten Kreisen oftmals vorherrschenden fehlerhaften
Verständnisses für Hedgefonds erweist sich der Markt dabei unverändert als
äußerst schwierig.
„Hedgefonds haben in Deutschland eine Perspektive und wir hoffen, mit
der Historie der Dach-Hedgefonds unseres Hauses Investoren einen Anstoß für
die Auseinandersetzung mit dieser wichtigen Fondsgattung gegeben zu haben“
unterstreicht Sauren- Vertriebsvorstand Peter Buck. Das Haus Sauren stellt
mit einem in Hedgefonds insgesamt verwalteten Volumen von rund 320 Millionen
Euro einen der größten und auch erfolgreichsten deutschen Hedgefonds
- Investoren dar. |
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Threadneedle: Globale Unternehmen im Vorteil
17.1.12 |
| | Threadneedle sieht sich durch die aktuelle Entwicklung bezüglich des
Downgrades Österreichs und Frankreichs durch die Ratingagentur Standard &
Poors (S&P) in seiner Strategie bestätigt europäische Aktien zu meiden, die
sehr stark auf ihren Heimatmarkt fokussiert sind. Stattdessen setzt der
britische Assetmanager auf Unternehmen, die global aufgestellt sind und über
einen kompetitiven Wettbewerbsvorteil verfügen.
Dan Ison, Leiter des paneuropäischen Aktienteams von Threadneedle,
meint dazu, dass gerade bei europäischen Aktien der Markt in den kommenden
Monaten sehr stark zwischen binnenländischen und global operierenden
Unternehmen unterscheiden wird. Welche Sektoren zukünftig herausstechen
werden, kann er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht sagen.
Bislang zeigten die eingelangten Quartalsergebnisse eine gemischte
Bilanz, mit einer Tendenz zum negativen, meint Ison. Aber die Ergebnissaison
wird erst nächste Woche wirklich eröffnet. Laut Ison, werden die Unternehmen
einen eher vorsichtigen Ausblick für 2012 geben.
Die Anlagestrategie seiner Fonds bezeichnet Ison wie folgt: „Wir
versuchen Investitionen in Firmen die ausschließlich den einheimischen Markt
bedienen zu vermeiden. Weiters schauen wir bei den Unternehmen vor allem auf
stabil wachsende Erträge, überdurchschnittliche Gewinnmargen, sowie Return
on Capital (ROC) und Cash Flow. |
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Robert Guttmann: "Euro ist wie ein Zimmer, in dem
5 Bomben liegen" |
| | Die
globale Finanzkrise, die im Jahr 2007 zunächst auf nationaler US-Ebene
begann und sich später sukzessive auf die Weltwirtschaft ausbreitete, hat
auch das Ende der bestehenden Währungen eingeläutet, meint
US-Wirtschaftsprofessor Robert Guttmann. Er ist davon überzeugt, dass wir
bereits in fünf bis zehn Jahren „in einem deutlich veränderten Geldsystem“
leben werden, wie er auf einem Vortrag in Wien in den Räumlichkeiten der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) auf Einladung der Numismatischen
Gesellschaft anmerkte. Das berichtet die Nachrichtenagentur APA.
Zwar wollte er nicht über das Aussehen des künftigen Geldsystems
spekulieren, den US-Dollar sieht Guttmann, der an der New Yorker Hofstra
University lehrt, dann aber nicht mehr vertreten, wie er seine Zuhörer
wissen ließ: „Ich glaube, dass die Schocks aus dieser Finanzkrise letztlich
zu einem Ende des Dollar-Systems führen werden."
"Euro ist wie ein Zimmer, in dem fünf Bomben liegen"
Auch für den Euro sieht er keine Zukunft, sondern sieht in
ihm "den zweiten Schuh, der fallen wird“, war er in seinem Vortrag mit einer
düsteren Metapher untermauerte, wie APA schreibt: „Der Euro ist wie ein
Zimmer, in dem fünf Bomben liegen. Die Bomben haben unterschiedlich lange
Zündschnüre, aber jede einzelne von ihnen brennt bereits." Vor allem zwei
Explosivkörper bergen ihm zufolge dabei zerstörerische Kraft: ein
„ungeordneter Staatsbankrott Griechenlands" sowie „sechs, sieben Prozent
Zinsen auf italienische und spanische Staatsanleihen, wenn im Lauf des
heurigen Jahres kein Mittel dagegen gefunden wird".
Eine Auflösung der Eurozone, respektive ein Ende des europäischen
Währungsraums müsse dies aber nicht zwangsläufig implizieren, so Guttmann.
Ebenfalls unklar sei zudem auch ob bzw. wie die internationalen
Zentralbanken der ganzen Welt ihre aufgeblähten Bilanzen wieder runterfahren
könnten. Guttmann geht davon aus, dass die Zentralbanken auch in der
nächsten Zeit „Billionen von toxischen Assets kaufen werden". |
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Sauren: Zehn neue Goldmedaillenträger 17.1.12 |
| | Trotz
eines Kapitalmarktumfelds, das manchen Fondslenker verzweifeln lässt, sind
die Spezialisten der Kölner Sauren Fonds-Service AG auf ihrer Suche nach
erfolgversprechenden Fondsmanagern auch in der jüngsten Zeit wieder fündig
geworden. „Eine Vielzahl von ausführlichen und detaillierten Gesprächen mit
erfolgversprechenden Fondsmanagern führte zu insgesamt zehn neu publizierten
Auszeichnungen im Januar“, fasst Eckhard Sauren das Ergebnis des jüngsten
Updates zum haueigenen Fondsmanager-Rating zusammen. Sieben mal zwei und
drei mal eine Goldmedaille haben die Kölner dabei vergeben (siehe Tabelle).
„Sechs der zehn Neuauszeichnungen entfielen dabei auf die Bereiche Aktien
bzw. Anleihen Schwellenländer, was einmal mehr die zunehmende Bedeutung von
Schwellenländerinvestments unterstreicht", erläutert Sauren.
Nick Price von Fidelity International wurde neben seiner bisherigen
Auszeichnung in der Kategorie „Aktien Mittlerer Osten“ nun auch in der
Kategorie „Aktien Schwellenländer“ mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet. In
der gleichen Kategorie erhielt James Syme nach seinem Wechsel von Baring
Asset Management zu JO Hambro Capital Management eine Goldmedaille. Mit
Jonathan Asante und David Gait wurden zwei weitere Fondsmanager aus dem
überaus erfolgreichen Schwellenländerteam von First State Investments
ausgezeichnet. Jonathan Asante erhielt zwei Goldmedaillen in der Kategorie
„Aktien Lateinamerika“ und David Gait wurde mit der gleichen Anzahl
Goldmedaillen in der Kategorie „Aktien Indien“ ausgezeichnet.
Schließlich wurde Denise Simon für ihre langjährig unter Beweis
gestellten Fähigkeiten im Bereich der Anleihenmärkte der Schwellenländer
ausgezeichnet. Die Auszeichnungen sowohl im Hartwährungsbereich als auch im
Lokalwährungsbereich unterstreichen die Erwartung, dass Denise Simon ihre
Investmentphilosophie nach ihrem Ausscheiden bei HSBC nunmehr bei Lazard
Asset Management mit vergleichbarem Erfolg wird umsetzen können.In der
Kategorie „Aktien Europa inkl. Großbritannien“ wurde Robrecht Wouters von J
O Hambro Capital Management mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet. Robrecht
Wouters war über einige Jahre Analyst, bevor er vor kurzen die Rolle des
Entscheidungsträgers für den nun von ihm verantworteten Fonds übernommen
hat. In den Gesprächen mit den Sauren-Experten konnte Robrecht Wouters dabei
insbesondere mit fundierten Kenntnissen zu den von ihm analysierten
Unternehmen überzeugen. Steven Pollack von Robeco wurde für die konsequente
Umsetzung seiner prozessorientierten Investmentphilosophie mit zwei
Goldmedaillen in der Kategorie „Aktien USA Nebenwerte“ ausgezeichnet. In der
Kategorie „Unternehmensanleihen“ wurde Richard Woolnough von M&G mit zwei
Goldmedaillen ausgezeichnet. „Woolnough gehört in diesem Segment zu den
erfahrensten Fondsmanagern und kann insgesamt beeindruckende
Vergangenheitserfolge vorweisen."
Eine Auszeichnung entfiel auf den Hedgefondsbereich. Hier wurde Paul
Findley, der zuvor bei Moore Capital und bei Threadneedle Investments seine
Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat, in der Kategorie „Long/Short Equity
(flexibel) Europa“ mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet. Eine vollständige
Übersicht aller bisher ausgezeichneten Fondsmanager ist neben ausführlichen
Informationen zum Rating-Ansatz auf der
Internetseite der Sauren Fonds-Research AG verfügbar. |
|
Franklin Templeton: Lösung für europäische Frage
in Sicht 16.1.12 |
| | Die
entscheidende Frage für Anleger ist im Moment, ob sich die aktuelle Finanz-
und Eurokrise beilegen lässt. Uwe Zöllner, Head of Pan European Equities bei
der amerikanische Fondsgesellschaft Franklin Templeton, rechnet mit einer
Lösung in den nächsten Monaten, was mit Blick auf die jüngsten Ereignisse
nicht zu erwarten sei. Doch bei der Beurteilung des Krisenmanagements in der
Eurozone gebe es bestimmte positive Faktoren zu berücksichtigen, auf die er
in einem Marktausblick näher eingeht.
Für Zöllner handelt es bei der Eurokrise um einen politischen und
daher schwierigen Prozess, weil sich Parteien mit gegensätzlichen Interessen
in Diskussionen und Verhandlungen einigen müssen. Er wünscht sich für die
Finanzmärkte zwar eine rasche Abhilfe, akzeptiert aber, dass es der Politik
eher um den richtigen und nachhaltigen Weg geht als um eine schnelle Lösung,
die bald die nächste Krise auslöst. Eine gute Nachricht sei aber, dass in
den hochverschuldeten Länder bezüglich Inangriffnahme ihrer Schuldenprobleme
und struktureller Hindernisse für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit Bewegung
zu sehen sei, vor allem im wichtigsten Land Italien. Deshalb ist Europa
seiner Meinung nach auf dem Weg zu einer endgültigen Lösung, die aber noch
einige Zeit dauern dürfte. Ein Optimismusdämpfer sei allerdings, dass der
Abbau der hohen Schuldenberge schmerzhaft sein werde. Zu Spar- und
Deregulierungsprogrammen gebe es aber keine Alternative. Staaten wie die
Niederlande, die skandinavischen Länder und Deutschland hätten diesen
Prozess bereits hinter sich, Südeuropa werde es nicht erspart bleiben. Daher
sei laut Zöllner eine Rezession in Südeuropa unvermeidbar, die sich auf die
gesamte Eurozone auswirken werde. Ein weiteres Problem in und für Europa sei
der Umstand, dass europäische Banken nach den letzten Stresstests ihre
Kernkapitalquote erhöhen müssen. Das mache die Banken vorsichtiger in Bezug
auf die Hereinnahme zusätzlicher Risiko-Aktiva in ihre Bilanzen, was die
Kreditkonditionen für kleinere und mittlere Firmen verschärfen könnte. Das
wiederum trübe ebenfalls den Ausblick für Wirtschaftswachstum in der ganzen
Eurozone.
US-Wirtschaft zeigt Anzeichen für Besserung
In den USA gebe es dagegen Anzeichen für eine Besserung. Der
Konsum in den USA sei unerwartet robust, da niedrigere Rohstoffpreise die
verfügbaren Einkommen der Privathaushalte schonen. Es gebe aber noch
verschiedene andere positive Faktoren: Die Unternehmen seien finanziell
solide aufgestellt, der Bankensektor habe Fremdkapital abgebaut und in den
USA sei, im Gegensatz zu Europa, ein Trend zur Lockerung der
Kreditkonditionen zu erkennen. Die entscheidende Frage für die USA sei
jetzt, ob es Anfang 2012 zu fiskalpolitischen Belastungen kommt, wenn
verschiedene staatliche Hilfsprogramme auslaufen könnten. „Das könnte das
Wirtschaftswachstum in den USA und damit weltweit bremsen. Nach den
Erfahrungen des letzten Sommers müssen wir uns auf weitere politische
Unsicherheit einstellen, vor allem in einem Wahljahr wie 2012“, so
Zöllner.
Europäische Aktien fast auf historischem Tief
„Was bedeutet das alles für die europäischen Aktienmärkte?“
fragt Zöllner abschließend. „Angesichts des verhaltenen Konjunkturausblicks
könnte man den ganzen Markt negativ beurteilen. Viele Investoren ziehen sich
zurzeit tatsächlich aus dem europäischen Aktienmarkt zurück. Meines
Erachtens ist das die falsche Reaktion. Sie übersieht, dass der Aktienmarkt
mit dem Einbruch von 2011 einen extrem negativen Ausblick eingepreist hat.“
Zöllner rät daher davon ab, defensive Titel zu ordern, die am oberen Ende
ihrer historischen Bandbreite liegen. Er sieht vielmehr, vor dem Hintergrund
eines pessimistischen Konjunkturausblickes, dass hochwertige zyklische
Aktien zu günstigen Bewertungen gehandelt werden, die dem geduldigen Anleger
erhebliches Aufwärtspotenzial bieten. Außerdem seien viele in Europa
notierte Unternehmen sind global tätig und werden viel stärker von den
Volkswirtschaften der USA oder der BRIC-Staaten beeinflusst als von den
Problemen in der Eurozone. Als weitere Empfehlung nennt er dividendenstarken
Aktien, die in unruhigen Zeiten regelmässige Erträge bieten. |
|
Scope: Top-Bewertungen für zwei PEH-Fonds
16.1.12 |
| | Die
Ratingagentur Scope hat zwei vermögensverwaltende Fonds des unabhängigen
Asset Managers PEH aus Oberursel im Taunus eine hohe Qualität bescheinigt
und sie mit jeweils vier Sternen bewertet. Der
PEH Strategie Flexibel P, der zur Kategorie „Vermögensverwaltender Fonds
– Flexibel gehört, kann laut Scope auf der qualitativen Ebene durch eine
sehr gute Strategie und einen stringent aufgebauten Investmentprozess
überzeugen. Die Aktienquote wird über zwölf verschiedene quantitative
Modelle gesteuert, wobei hier sowohl fundamentale als auch markttechnische
Indikatoren und Bewertungsgrößen berücksichtigt werden. Der Fondsmanager
Robert Reinhard, Manager des Fonds seit 2003, setzte hierbei eine stringente
Kaufs- und Verkaufsdisziplin ein, womit die reibungslose Umsetzung der
Ergebnisse aus dem Researchprozess gewährleistet wird. „Als Ergebnis steht
ein breit diversifiziertes Portfolio mit hochliquiden, hochkapitalisierten
und fair bewerteten Einzelwerten. Zudem wird auch positiv gewertet, dass
eines der wichtigsten Ziele eines Vermögensverwaltenden Fonds, der
Kapitalerhalt, in der Vergangenheit deutlich erreicht wurde“, schreiben die
Scope-Analysten. Als leichte Schwäche bewertet die Agentur allerdings das
Fehlen eines Anlageausschusses.
Dem in die Kategorie „Vermögensverwaltender Fonds – Offensiv“
gruppierte Fonds
PEH Empire P bescheinigt Scope einen durch hohe Stabilität und Qualität
Investmentprozess: „Der seit 1998 für den Fonds verantwortliche Manager
Klaus-Dieter Wild setzt ein dreistufiges Auswahlverfahren ein, welches auf
technischen und fundamentalen Markt- und Einzelanalysen basiert. Positiv
wird insbesondere gewertet, dass das dabei eingesetzte Prognosemodell „EvoPron©Welt“
in Eigenregie entwickelt wurde und Märkte aus 44 Ländern analysiert“, führt
Scope in seiner Begründung aus. Ebenfalls positiv auf das Rating wirke sich
aus, dass der Kapitalerhalt, langfristig in allen untersuchten Perioden
erreicht werden konnte. Eine bessere Bewertung verhinderte das Fehlen eines
Anlageausschusses und einer erfolgsabhängigen Gebühr: Durch das Fehlen
sowohl einer Hurdle Rate als auch einer High Water Mark könne hier ein
Nachteil für den Anleger entstehen.
Scope basiert seine Bewertung Vermögensverwaltender Fonds sowohl auf
quantitativen als auch qualitative Kriterien. Neben den Performancedaten
wird analysiert, ob die Anlage mittels eines verbindlich definierten
Investmentprozesses flexibel über mindestens drei Assetklassen aktiv
gemanagt wird – das gilt auch für die liquiden Mittel. Die Strategie muss
unabhängig von den Marktindizes arbeiten und vor allem ein effizientes
Risikomanagement aufweisen. Primäres Ziel ist der Kapitalerhalt.
Volatilität, maximale Draw-downs und Dauer der Underwater- Perioden gehen
deshalb als wichtige Punkte in die Bewertung ein. |
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Flossbach von Storch: Auf Zerfall der Eurozone
einstellen 16.1.12 |
| | Der
Vermögensverwalter Flossbach von Storch ist davon überzeugt, dass der Euro
langfristig nicht funktionieren kann. Denn die Eurozone ist wirtschaftlich,
kulturell und mental zu heterogen. Wann und in welcher Form die Eurozone
auseinanderbrechen wird, lässt sich jedoch nicht prognostizieren. Investoren
sollten sich aber darauf vorbereiten und bei der Asset Allocation
insbesondere die Staatsschuldenkrise berücksichtigen.
Der Weg aus der Staatsschuldenkrise selbst scheint vorgezeichnet zu sein.
Mit der ‚Abschaffung’ des Zinses für Staatsanleihen senken die Notenbanken
die Finanzierungskosten der Staaten und schaffen die zum Abbau der hohen
Staatsschuldenquoten erforderliche ‚unverzinste Inflation’. Diese als
‚Financial Repression’ bezeichnete Strategie bewirkt einen negativen
Realzins und damit eine schleichende Teilenteignung der Sparer.
„Eine risikolose Anlagemöglichkeit gibt es nicht mehr!“,
schlussfolgert Bert Flossbach, Vorstand und Mitgründer von Flossbach von
Storch. Das künstlich gedrückte Zinsniveau entlastet die Staatskasse und
erfreut zwar den Immobilienkäufer. Für institutionelle Anleger wie
Stiftungen, Versicherungen und Pensionskassen ist es aber eine große
Herausforderung. Anleihen, die mit Abstand wichtigste Anlageklasse dieser
Investorengruppe, werfen keine ausreichenden Renditen mehr ab, um zukünftige
Zahlungsversprechen zu decken.
Das extrem niedrige Zinsniveau macht jedoch Aktien immer attraktiver
und praktisch zur einzigen liquiden Anlageform. Gerade für langfristig
orientierte private und institutionelle Anleger sind daher Aktien von
Qualitätsunternehmen die Ertragsbringer der letzten Instanz, meint Flossbach.
Aktien bieten nicht nur einen besseren Schutz vor einem starken
Inflationsanstieg oder einem Auseinanderbrechen der Eurozone, sondern im
Idealfall eine Dividendenrendite. Voraussetzung hierfür ist, dass die
Qualität der Unternehmen eine nachhaltige, möglichst steigende Dividende
erwarten lässt.
Aussichten im Rente3nbereich
Im Rentenbereich gibt es bei Unternehmensanleihen zahlreiche
Titel mit überschaubaren Laufzeiten und Renditen von drei bis sechs Prozent.
Nur wenn die Rendite im Vergleich zur ermittelten Bonität attraktiv ist,
lohnt sich ein Engagement, so Flossbach. Die historische Wertentwicklung
allein, ist ihm zufolge kein verlässlicher Indikator für die künftige
Wertentwicklung.
Auch bei Staatsanleihen sind attraktive Renditen erzielbar, wenn man
die Kurspotenziale berücksichtigt, die sich außerhalb der
Problemwährungszonen (Euro, Pfund, Dollar, Yen) ergeben, und diese Anleihen
bewusst auch zur besseren Portfoliodiversifikation einsetzt. Der Schwerpunkt
liegt auf Anleihen aus folgenden Währungsräumen: Australien, Neuseeland,
Hong Kong, Norwegen, Schweden, Dänemark und Kanada.
Hauseigener Fremdwährungs-Fonds
Dass eine solche Anlage in Fremdwährungen nicht mit starken
Wertschwankungen verbunden sein muss, zeigt die Entwicklung des Flossbach
von Storch Bond Diversifikation (ISIN: LU0526000731). Aktuell weisen die
Titel im Fonds eine durchschnittliche Rendite von knapp 3 Prozent bei einer
Restlaufzeit von 3,4 Jahren auf. Nach einem vergleichsweise schwierigen
letzten Jahr, bieten in 2012 auch Wandelanleihen wieder ein sehr
interessantes Chance-Risiko-Profil.
Bedeutung von Gold als Anlage dürfte steigen
Wenn man ein Vermögen nicht ‚parken’, sondern erhalten will,
muss man heute bereit sein, auch eine gewisse Schwankung der einzelnen
Vermögenswerte zu akzeptieren, merkt Flossbach an. Idealerweise sollte deren
Preisentwicklung gering korreliert sein, sodass das Gesamtvermögen eine
nicht so starke Schwankung wie die einzelnen Anlagen aufweist. So weist Gold
in den ausgeprägten Schwächephasen des Aktienmarktes eine besonders negative
Korrelation auf, das heißt der Goldpreis entwickelte sich gegenläufig und
stieg teilweise deutlich. Angesichts der sich langfristig auftürmenden
Staatsschulden dürfte die Bedeutung von Gold als Anlage, die die Kaufkraft
eines Vermögens erhält, eher noch zunehmen.
Diversifikation praktizieren – Fehler
akzeptieren
Eine ausgewogene Diversifikation des Vermögens nach
Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, physisches Gold, Immobilien sowie
Währungen ist die einzig erfolgversprechende Weise, um das Vermögen
langfristig zu sichern. „Dabei sollten Anleger nicht der Versuchung
erliegen, unbedingt alles richtig machen zu wollen, sondern die
Bescheidenheit haben, mögliche Fehler und deren Folgen zu begrenzen“, rät
Flossbach. |
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BNP Paribas: "Inflation wird zurückkommen"
13.1.12 |
| | „Die Welt
wird nicht in sich zusammenbrechen“, sagt William De Vijlder, Chief
Investment Officer bei BNP Paribas Investment Partners, im Rahmen einer
Pressekonferenz am Donnerstag in Wien und spricht damit direkt die große
Unsicherheit an, die seit Monaten die Märkte in ihren Bann zieht. In
Kombination mit einer „natürlichen“ Risikoaversion der Menschen führt dies
nach Einschätzung des Investmentprofis und Ökonomen zu einem insgesamt
niedrigen Renditepotenzial. Die strukturellen Probleme wiegen weiterhin
schwer auf den Schultern der Industrieländer, so überwiegen trotz hoher
Liquidität deflationäre Tendenzen und Produktionslücken. Die Eurozone steht
dabei weiter im Brennpunkt mit einer negativen Wachstumsdynamik. De Vijlder
ist überzeugt, dass Inflation zurückkommen wird, gibt sich aber insgesamt
zurückhaltend im Bezug auf die Konjunkturaussichten.
2012: Jahr der Entscheidung
Die Politik war 2011 ein wichtiges Thema, und auch 2012 dürfte sich daran
nichts ändern. „Die Fiskal- und Geldpolitik sind dazu angehalten, den Konsum
anzukurbeln und damit die Konjunktur zu stimulieren“, rät De Vijlder. Das
Problem liege darin, dass viele Länder, die die Möglichkeiten dafür hätten,
nicht mehr wollten. De Vijlder hierzu: „Deutschland hält eine noch
expansivere Geldpolitik für unangemessen und den Rest Europas sorgen vor
allem Kreditratings und die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen. Und in den
USA schränkt ein Streit zwischen den Parteien die Handlungsfähigkeit massiv
ein.“ De Vijlder erwartet sich in diesem Umfeld ein anhaltend schwaches
Wachstum für die Industriestaaten, die Eurozone werde sogar leicht
schrumpfen. Damit steige auch das Rezessionsrisiko, warnt der Experte. „Die
Volkswirtschaften sind eher anfällig für negative Schocks, wie etwa
steigende Ölpreise aufgrund von politischen Spannungen oder unfähige
Regierungen, die ihre enormen Haushaltsprobleme nicht lösen.“ Auch der
Schuldenabbau im Finanzsektor und das schwache Kreditwachstum können einige
Länder wieder in die Rezession treiben.
"Krise noch nicht stabilisiert"
Geduld auf. „Die Probleme können nicht über Nacht gelöst werden.
Investorenzweifel an der Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen erzeugen zudem
einen Rückkoppelungseffekt, der uns auf einen nicht nachhaltigen Pfad
führt.“ Das Ziel müsse also sein, „wieder glaubwürdig zu werden“, also das
Vertrauen der Investoren zurück zu gewinnen. Das koste Zeit und Geld, wie
auch Neo-EZB-Präsident Mario Draghi im Rahmen seiner Antrittsrede im
November 2011 zu Bedenken gab. Gleichzeitig forderte Draghi damals „eine
robustere europäische Regierung“. Wenn es um den kurz- bis mittelfristigen
Finanzierungsbedarf mancher Euroländer geht, stehe nach wie vor die Frage
nach einem „Käufer der letzten Instanz“ im Raum. Der Stabilitätsmechanismus
EFSF bleibt weiterhin unklar in einigen Punkten und die EZB habe bereits
angekündigt, dass sie aus zwei Gründen nicht in diese Rolle schlüpfen werde:
Inflationsrisiko und „moral hazard".
Warten auf den "Trigger"
Vor dem Hintergrund überschüssiger Liquidität am Markt zeigt De Vijlder ein
Modell, das die Renditeentwicklung von Staatsanleihen in drei Marktphasen
unterteilt. Die erste Phase ist gekennzeichnet von destabilisierender
Spekulation, die Anleihenrenditen laufen auseinander. Grund ist das sehr
unterschiedlich bewertete Risiko, so ist das Ex-Ante-Risiko von deutschen
Papieren extrem gering. Umgekehrt müssen die PIIGS-Staaten hohe Aufschläge
bezahlen, wobei das Risiko oft nur „theoretischer Natur“ ist. „Es liegt
dabei an der Politik, das Vertrauen der Investoren zu gewinnen. Wenn das
gelingt, werden in der zweiten Phase Risiko und Möglichkeiten neu bewertet“,
erklärt der Ökonom. Die Renditeausweitung könne dadurch gestoppt werden.
Darauf folge die letzte Phase, in der es zu einer Stabilisierung der
Finanzmärkte kommen würde und die Spreads sich wieder reduzieren. Zwar kann
De Vijlder nicht sagen, wo sich die Kapitalmärkte in diesem Szenario aktuell
befinden. Allerdings gibt er sich optimistisch, dass dies „ein Katalysator
für die Erholung der Märkte“ sein könne.
Besserer Aussichten für Emerging Markets
Im Gegensatz zu den Industrieländern sei die Lage in den
Emerging Markets besser. „Der private Sektor muss nicht so viele Schulden
abbauen und die öffentlichen Finanzen sind in einem ganz guten Zustand. Das
Wachstum ist strukturell höher, weil die Emerging Markets in Punkto
Innovation und Produktivität aufholen werden und die jüngere Bevölkerung
ihrer Entwicklung Rückenwind gibt“, nennt De Vijlder die positive Seite. Er
gehe jedoch nicht davon aus, dass die Emerging Markets sich vollständig vom
erwartet schwachen Wachstum in den Industrieländern abkoppeln werden.
Tatsächlich haben sich auch die Frühindikatoren in den Emerging Markets
verschlechtert und signalisieren ein etwas schwächeres Wachstum. „Mit Blick
auf die Inflation und die Geldpolitik halten wir das für günstig“, sagt De
Vijlder, etwa in Bezug auf den überhitzten chinesischen Markt. |
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AGI - Studie: Dividendentitel sind attraktive
Performance-Treiber 12.1.12 |
| |
"Eine Dividendenstrategie bei Aktien, die auf
ausschüttungsstarke Unternehmen setzt, bietet gerade im aktuellen
Niedrigzinsumfeld einen attraktiven 'Kupon'", meint Andreas Utermann, Global
CIO von Allianz Global Investors (AGI) in seiner Einleitung zu einer
dreiteiligen Analyse zu Dividendenstrategien von Allianz Global Investors.
Es spiegelt seine Überzeugung wider, dass diese Titel gerade jetzt vor einem
Comeback seit ihrer großen Zeit in den 80er-Jahren stehen könnten.
Der erste Teil der Serie ist eine aktualisierte Studie der
Kapitalmarktanalysten von Allianz Global Investors, die ursprünglich bereits
2007 erstellt wurde und seitdem jährlich aktualisiert wurde. In
„Dividendentitel – eine attraktive Ergänzung fürs Depot“ beleuchtet Autor
Dennis Nacken unter anderem regionale Abweichungen bei Dividenden, die
Nachhaltigkeit der Ausschüttungen sowie die Implikationen für Aktien auf
Basis der globalen Dividendenrenditen auf den hohen Niveaus von 2011.
Anfang Februar wird eine zweite Analyse zum Thema folgen. Darin
beleuchten Klaus Telöken und Kai Hirschen, CIO Systematic Equity Team und
Portfolio Manager im Systematic Equity Team, die Auswirkungen von
Dividendenstrategien im Umfeld von Inflation und Deflation. Stefan
Hofrichter, Chef-Volkswirt bei Allianz Global Investors, widmet sich
schließlich dem Thema, warum hohe Ausschüttungsquoten ein hohes
Gewinnwachstum bei Unternehmen erwarten lassen. Die Publikation ist im März
diesen Jahres geplant, wie AGI in eigener Sache mitteilt. |
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Carmignac: "Die Probleme werden 2012 nicht
aufhören" 3.1.12 |
| | Die
Rechnung Eurokrise in 2011, Ende der Probleme in 2012 wird nicht
aufgehen, meint Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitées
von Carmignac Gestion. Warum er denkt, dass die
europäische Krise zumindest im ersten Quartal 2012 in ihrem ganzen
Ausmaß weiter bestehen bleiben wird. erläutert er in
seinem aktuellen Marktkommentar.
Das Ausmaß der europäischen Krise könne auf das Zusammentreffen
zweier miteinander unvereinbarer Umstände zurückgeführt werden:
unhaltbar hohe Staatsschulden und ein Bankensektor, der nicht
ausreichend kapitalisiert ist, um dem Ausmaß dieses Risses in seinen
Bilanzen Rechnung zu tragen. Der erste Teil der Gleichung verschlechtere
sich tendenziell. So hat beispielsweise Portugal derzeit eine
Zinsbelastung für seine Schulden von 4,2 Prozent des
Bruttoinlandprodukts (BIP) zu tragen, während sein Primärdefizit 1,5
Prozent beträgt und seine Wirtschaft um zwei Prozent schrumpft. Folglich
werde Portugal das Jahr 2012 insgesamt 7,7 Prozent von einem
ausgeglichenen Haushalt entfernt starten, der es dem Land ermöglichen
würde, mit der Rückzahlung seiner Schulden zu beginnen.
Europäische Länder hoch verschuldet
Diese Situation, so Saint-Georges, treffe auf die
meisten europäischen Länder, wenn auch in unterschiedlichem Maße, zu und
wird sich mit der Konjunkturabkühlung verschlimmern. Was die Banken
anbelangt, so sieht er ihre Entwicklung ebenfalls besorgniserregend,
denn um ihre Bilanzen zu stärken, bemühen sie sich, ihre ausstehenden
Beträge zu verringern und ihre Risiken zu mindern. Dadurch beschleunigen
sie den wirtschaftlichen Umschwung und verlieren jegliches Interesse an
Staatsanleihen.
Liquiditätsspritze für Banken
Die Ende Dezember durch die EZB zu einem Zinssatz von
einem Prozent über drei Jahre gewährte umfangreiche Liquidität stellt
für die Banken eine willkommene Finanzspritze dar. Diese erwartete
Maßnahme senkt ihre Finanzierungskosten und ihr Liquiditätsrisiko. Doch
ihr Umfang sollte nicht überschätzt werden, warnt der Experte von
Carmignac: Zum einen beträgt der gewährte zusätzliche Nettobetrag – ohne
die Verwertung bestehender kurzfristigerer Finanzierungen – seinen
Schätzungen zufolge lediglich etwa 180 Milliarden Euro. Allein der
Refinanzierungsbedarf der Staaten beläuft sich im ersten Quartal jedoch
bereits auf 650 Milliarden Euro. Zum anderen handelt es sich zwar um
eine Reaktion auf das Liquiditätsrisiko der Banken, doch keineswegs auf
das Insolvenzrisiko der staatlichen Emittenten. |
|
Stabilitas: 2012 neue Höchststände bei Gold und
Silber erwartet 3.1.12 |
| | 2011
war kein Rohstoffjahr, da gibt es keinerlei Zweifel meinen die Experten
der Investmentboutique Stabilitas GmbH. Von Gold einmal abgesehen, ging
es für sämtliche Edel- und Basismetalle durchweg nur in eine Richtung:
nach unten.
„2011 wurde viel Angst gespielt, vor allem mit der europäischen
Schuldenkrise. Sorgen vor bevorstehenden Konjunktureinbrüchen sind
bereits seit Monaten in sämtlichen Märkten eingepreist“, erklärt Martin
Siegel, Rohstoffexperte und Geschäftsführer der Stabilitas Fonds GmbH.
So verlor beispielsweise auch der DAX seit Jahresbeginn 2011 rund 15
Prozent, obwohl es der deutschen Wirtschaft gut geht und zahlreiche
Unternehmen hierzulande Rekordgewinne verzeichnen. Die Unsicherheit hat
einen Boom bei deutschen Staatsanleihen ausgelöst. „Da hat sich eine
regelrechte Blase entwickelt. Die große Nachfrage ist doch verrückt,
wenn man bedenkt, dass die Realzinsen sogar negativ sind“, so Siegel.
Der Experte ist aber sicher: „Sobald sich die Lage um den Euro minimal
beruhigt, ziehen Investoren ihr Geld aus Bundesanleihen und Geldmärkten
wieder ab und investieren in solide Unternehmen. Das treibt in der Folge
die Leitindizes nach oben und verschafft auch den Rohstoffen wieder
Auftrieb."
Gesunde Preiskorrektur
Gold verzeichnete 2011 mit über 1920 US-Dollar wieder
ein neues Allzeithoch und auch Silber kletterte zwischenzeitlich auf
seinen Rekordwert von 50 US-Dollar pro Feinunze zurück. Zum Jahresende
hat sich der Goldpreis bei rund 1600 US-Dollar eingependelt: „Eine
durchaus gesunde Korrektur“, findet der Rohstoffexperte, der darauf
hinweist, dass die Nachfrage nach dem physischen Edelmetall ungebrochen
ist, während die Korrektur überwiegend Papiergold, wie ETFs und
Zertifikate betrifft.
Erwartete Flucht in Sachwerte
In US-Dollar gerechnet ist Gold in der Summe seit
Jahresbeginn um rund zehn Prozent gestiegen, Silber hingegen um etwa
neun Prozent zurückgefallen. Für 2012 können Anleger optimistisch sein,
da steigende Inflation und weltweite Niedrigzinspolitik weiterhin zu
einer Flucht in Sachwerte führen wird. Allein in Deutschland
beispielsweise sind die Preise für Eigentumswohnungen um 5,2 Prozent
gestiegen. „Daher werden wir 2012 sowohl bei Gold als auch bei Silber
neue Höchstkurse erreichen“, so Siegel. Abgesehen von der deutlich
höheren Volatilität, entwickelt sich Silber meist parallel zu Gold, so
dass das Potenzial beim weißen Edelmetall deutlich größer ist. „Erreicht
Gold einen Wert von über 2000 US-Dollar, notiert Silber bei über 50
US-Dollar“, prognostiziert Siegel.
Minen-Titel mit enttäuschender Performance
„Für Aktien der Minengesellschaften war 2011 ein
enttäuschendes Jahr“, resümiert Siegel. „Nach den
erfolgreichen Jahren 2009 und 2010 waren die Erwartungen auch für 2011
hoch.“ Doch obwohl Gold neue Höchststände erklommen hat, blieben
Minenaktien deutlich hinter ihrem Potenzial zurück. Dafür ist die
Ausgangslage für 2012 optimal: Den Minengesellschaften geht es gut, sie
weisen steigende Gewinne auf und die Aktien sind aktuell extrem günstig
bewertet. Allein die Dividendenrendite, die teilweise bei um drei
Prozent liegt, macht einen Einstieg attraktiv. „Die Konsolidierung der
Minenaktien könnte kurz vor dem Abschluss stehen, denn der Jahreswechsel
läutet oft eine Trendwende ein“.
Stabile Entwicklung beim Ölpreis erwartet
Basismetalle sind im Jahr 2011 hart abgestraft worden.
Obwohl die Weltwirtschaft trotz einer Verlangsamung immer noch um etwa
3,8 Prozent wuchs, sind Industriemetalle im Schnitt um über 20 Prozent
eingebrochen. „Die eingepreisten Rezessionsängste sowohl in Europa als
auch in China sind aus meiner Sicht völlig übertrieben. Selbst in den
USA ist wieder Wachstum in Sicht. Die Niedrigzinspolitik wird für eine
Stabilisierung der Wirtschaft sorgen und in der Folge die Nachfrage nach
Basismetallen 2012 wieder nach oben treiben“, glaubt
der Experte. Auch der Ölpreis (WTI), der im vergangenen Jahr
wegen niedriger Lagerbestände und politischen Umbrüchen in den
arabischen Förderländern um etwa 9 Prozent zugelegt hat, wird auch 2012
keinesfalls unter Druck geraten. „Für den Ölpreis sehe ich eine stabile
bis steigende Entwicklung". |
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Vertrieb von Fremdfonds bei der
Postbank eingeschränkt 3.1.12 |
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Die Postbank soll künftig nur noch eingeschränkt
konzernfremde Fondsprodukte vertreiben dürfen – so will
es die Deutsche Bank, die eine Mehrheit an dem Institut
hält. Hintergrund ist, dass der Branchenprimus darauf
abzielt, seine eigenen Geschäftsfelder wie
beispielsweise das Privatkundengeschäft auszubauen, wie
aus einem Bericht der „Financial Times Deutschland“
hervorgeht. Zudem wolle man mögliche Imageschäden und
Haftungsfälle durch Produkte von externen Anbietern
vermeiden.Der Verkauf
konzernfremder Investmentfonds durch Postbank-Berater
habe tendenziell wenig Zukunft, zitierte die Zeitung am
Dienstag aus Bankkreisen – was Experten im Umkehrschluss
vermuten lässt, dass stattdessen stärker auf
DWS-Offerten gesetzt werden soll.
Die Deutsche Bank hat in Deutschland zehn
Millionen Kunden, die Postbank 14 Millionen und damit
mehr als jedes andere Institut in Deutschland. Von der
engen strategischen Verbindung dürfte vor allem die DWS
profitieren. Die Deutsche Bank-Fondstochter könnte ihr
eigenes Vertriebsvolumen deutlich aufstocken.Seit
Ende 2010 besitzt die Deutsche Bank die Mehrheit an der
ehemaligen Post-Tochter, im Februar kann sie ihren
Anteil auf mehr als 90 Prozent aufstocken.
Ergänzung:
Seit Ende 2010 besitzt die Deutsche Bank die
Mehrheit an der ehemaligen Post-Tochter, im Februar kann
sie ihren Anteil auf mehr als 90 Prozent aufstocken. |
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