Handfeste Gründe, warum Aktienkurse langfristig steigen  (vorausgesetzt, es handelt sich um Qualitätsunternehmen !) ...

  1. Eingesetztes Kapital muss sich rechnen.
    Bevor Unternehmen investieren, werden grundsätzlich erst Investitionsrechnungen angestellt. Kommt dabei heraus, daß sich mit risikolosen Festzinsanlagen die gleiche Rendite erzielen läßt, so unterbleibt die Investition.
  2. Produktivitätssteigerungen der AG`n.
    Immer ausgefeilter wird das Know - how sowohl zur Optimierung der Produktion, des Einkaufs sowie der Arbeitsablaufsprozesse. Sogar in Zeiten, in denen Rekordgewinne eingefahren werden, wird permanenter Personalabbau propagiert. So werden heute schon die Produktivitätssteigerungen von morgen eingeleitet. Dazu kommen jetzt Synergieeffekte und Kostensenkungspotentiale bisher nie gekannten Ausmaßes durch Fusionen und Kooperationen.
  3. Möglichst niedriger Gewinnausweis.
    Der Gewinn einer AG ist voll steuerpflichtig. Also bemühen sich clevere Finanzakrobaten mit allen bilanztechnisch erlaubten Mitteln und mit Ausnutzung aller steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten (und das sind nicht wenige!), den Gewinn möglichst niedrig auszuweisen, dafür aber entsprechende "stille Reserven" zu bilden. Stichwort: Substanzsteigerung, trifft auch auf den nächsten Punkt 4) zu.
  4. Nur Teilausschüttung der Jahresüberschüsse.
    Aktionäre erhalten aus dem Unternehmensgewinn eine Dividende (quasi Grundverzinsung). Allerdings wird praktisch nie der volle Unternehmensgewinn an die Aktionäre ausgeschüttet. Meist wird der überwiegende Teil im Unternehmen reinvestiert.
  5. Kursgewinne sind steuerfrei !!!
    Dies ist ganz klar eine Kernstrategie bei Aktienanlagen. Nicht hohe steuerpflichtige Ertragsausschüttungen (Dividenden) sind das Ziel, sondern ganz klar Kursgewinne, die derzeit nach einem Jahr steuerfrei vereinnahmt werden können !
  6. Shareholder - Value - Prinzip
    Alles, was gut für die Aktionäre ist, ist gut für das Unternehmen. So läßt sich diese neue Unternehmenskultur auf den Punkt bringen, mit der die kapitalgebenden Anteilseigner hofiert werden. Nicht wenige Unternehmen haben sich diesem Prinzip verschrieben. Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund ,daß Aktienpakete  als Motivationsanreize für Spitzenmanager gang und gäbe sind.
  7. Rückkauf eigener Aktien durch Unternehmen
    Neu: Auch in Deutschland können AGn jetzt eigene Aktien zurückkaufen. Dieses Recht wollen zahlreiche Firmen nutzen.
  8. Riesiger privater Vorsorgebedarf
    Aktiensparpläne haben sich unter Renditegesichtspunkten  langfristig als Spitzenreiter bewährt. Der Vorsorgebereich wird auch dem Investmentsparen zu einem enormen Aufschwung verhelfen, so daß immenses Kapital kontinuierlich an die Börse fließen wird. Besonders in Deutschland besteht in dieser Hinsicht (verglichen mit den angelsächsischen Ländern) enormer Nachholbedarf.
Stichwort "seriöse Unternehmen":
Ergänzungen
zum Neuen Markt (Frühjahr 2001)
Wie sich sukzessiv herausgestellt hat, waren viele der v. g. Punkte auf Unternehmen des Neuen Marktes leider nicht anwendbar. Hier wurden Anleger von Unternehmern i. V. mit  Banken und / oder Emissionshäusern in der Euphoriephase (Höhepunkt  Frühjahr 2000) regelrecht abgezockt. Alles kam vor:
bulletVöllig irrationale Planzahlen, die wenige Monate nach der Aktienemission drastisch nach unten korrigiert werden mussten
bulletMaßlos überzogene Aktien - Ausgabepreise, an denen Banken und Emissionshäuser via eigener Aktien - Optionen kräftig mitverdienten
bullet"Schrott - Unternehmen" ohne Substanz und mit nicht funktionierenden Geschäftsmodellen wurden den Anlegern untergejubelt Einziges Geschäftsziel war wohl das Kassemachen beim Börsengang.
bulletInsiderhandel und kriminelle Machenschaften mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Betrugsverfahren
bulletWissentlich falsche Darstellungen von Unternehmensergebnissen
bulletGezielte Desinformation der Anleger 

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  1. Wirtschaftliches Umfeld

Dazu kommen noch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die zwar nicht für immer gelten, an denen sich kurz- bis mittelfristig allerdings nicht allzu viel ändern sollte.

bulletNiedrige Zinsen.
Die weltweit hohe Arbeitslosigkeit verhindert bis auf weiteres relevante Zinssteigerungen.
bulletHohe Liquidität.
Die sog. "Erbengeneration" hat bedeutende Mittel verfügbar, ist aber nicht bereit, diese längerfristig zu Minizinsen in Sparbüchern und festverzinslichen Wertpapieren anzulegen. Mit mehr Aufgeschlossenheit und Risikofreude ausgestattet, drängt dieses Kapital in unternehmerische Beteiligungen, an der Spitze eben Aktienanlagen.
bulletWettbewerb der Versicherer am europäischen Binnenmarkt.
Dies gilt besonders für den deutschen Markt: Die deutschen (Kapital-) Lebensversicherer haben bisher kaum in Aktien investiert. Dementsprechend miserabel sind in der Vergangenheit zumeist auch die Ablaufergebnisse der deutschen Kapitallebensversicherungen ausgefallen (s.FINANZtest, z.B. 06/94). Die angelsächsischen Versicherungsgesellschaften investieren traditionell erheblich mehr Kapital in Aktien, dementsprechend besser sind generell auch deren Ergebnisse. Die deutschen KLV werden bei entsprechender Konkurrenz und Markttransparenz zwangsläufig Riesensummen in Aktienanlagen lenken (müssen?).
bulletRentenprobleme & persönliche Vorsorge.
Daß aufgrund der künftigen Altersstrukturen das heutige Rentensystem in den Grundfesten erschüttert wird, lässt sich unzweifelhaft mit Zahlen belegen. Private Vorsorge, die unbedingt bereits in jungen Jahren beginnen muss, wird unerlässlich sein, um den gewohnten Lebensstandard auch nur annähernd zu halten. Ansonsten drohen im Rentenalter schmerzliche Einschränkungen (Stichwort: Versorgungslücken). Gerade im längerfristigen Ansparbereich ist Vorsorgesparen mit Aktienfonds fast schon konkurrenzlos attraktiv. (Anm.: Die meisten Leute wissen`s nur noch nicht, da sie auf - für Versicherungsgesellschaften und Vertreter profitablere - Kapitallebensversicherungen hin "beraten" werden.
bulletStaatliche Förderung (VL)
Seit 01.01.1999 wurde das sog. "936 - DM - Gesetz" kräftig verbessert durch höhere Einkommensgrenzen und Verdoppelung der Sparzulage für Beteiligungen an Unternehmen. Davon profitieren insbesondere Anleger mit Aktienfonds.

Spruch zur Börse: Der einzige MIST, auf dem NICHTS wächst, ist der PESSIMIST.

Fazit:
Die Gründe, warum die Kurse von Qualitätsaktien langfristig steigen, sind massiv. Allerdings wird es an den Börsen immer wieder stärkere Ausschläge nach oben und nach unten geben, so dass ein längerfristiger Anlagehorizont, Durchhaltevermögen sowie gelegentlich auch Nervenstärke gefragt sind. Die Gründe hierfür entnehmen Sie bitte den Tagesberichten der diversen Medien. Dann heißt es mitunter kühlen Kopf bewahren und sich weder den Fortschreibungstrends grenzenloser Euphorie noch tiefster Schwarzmalerei zu unterwerfen.

Dazu gibt`s schließlich die Fondsmanager:

bulletAchten Sie bei Aktienanlagen unbedingt auf Diversifizierung: Mehrere Unternehmen, unterschiedliche Branchen, Länder und Wirtschaftsräume tragen dazu bei, Risiken zu vermindern und gleichzeitig die Ertragsaussichten eines Depots zu erhöhen. Weltweit anlegende Aktienfonds erfüllen dieses Kriterium hervorragend. Davon profitieren Sie auch schon bei kleinen Beträgen.
bulletAbwarten, das sog. "Aussitzen" , kann grundverkehrt sein. Gerade Börsenneulinge sind aber aus emotionalen Gründen überfordert, wenn es darum geht, konsequent und strategisch Verluste zu realisieren, um damit Anlagerisiken zu begrenzen. Gutes Fondsmanagement sorgt auch hier für die nötigen Umschichtungen.
bulletLassen Sie Aktien einen strukturierten und qualifizierten Ausleseprozess durchlaufen, bevor sie in Ihr Depot kommen. Emotionale Spontankäufe bergen hohe Risiken.
bulletGute Fondsmanager haben und pflegen permanent Unternehmenskontakte. Damit fallen Sie als Anleger nicht auf irgendwelche Analystenmeinungen rein, die einerseits die empfohlenen Unternehmen noch nie von innen gesehen haben, die andererseits aber mit ihren Empfehlungen gezielt Eigeninteressen verfolgen.
bulletBesonders wichtig ist bei Neuemissionen das Bewerten der Geschäftsmodelle (Wettbewerb, Branchenvergleich, Ertragspotential, Nachhaltigkeit) und deren Risiken. Kaum ein Anleger ist in der Lage, die Verkaufsprospekte der Neuemittenten zu lesen, geschweige denn zu analysieren.

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